Wie alle professionellen Philosophen treten auch die Münchner Dozenten dieses Faches als Lehrer auf; und das heißt immer noch, daß man von ihnen etwas lernen soll. Damit man ihr Lehrangebot begreift, argumentieren sie in Vorlesungen und Seminaren auch immerzu.
Seltsam allerdings mutet es an, daß sich Lehrer und Schüler der Münchner Philosophie enorm behindert vorkommen, sobald dem einen oder anderen von uns ein Argument nicht einleuchtet oder gar verkehrt vorkommt, sooft er das auch noch sagt, also Widerspruch einlegt. Was ist eigentlich daran so unerträglich, auf die Richtigkeit einer Lehre zu achten?
Im folgenden erlauben wir uns einen weiteren Versuch in Sachen Kritik der Münchner Philosophie. An vier Repräsentanten unserer Fakultät wollen wir zeigen, was wir an ihren Lehren für falsch halten und warum. Daß wir jederzeit dazu bereit sind, auf unseren Veranstaltungen wie auch sonst, über Einwände gegen unser Zeug zu streiten, ist längst bekannt. Im Unterschied zur philosophisch verkündeten Auffassung, daß Wahrheit auf Dialog gründe, pflegen wir ja mit Dialogen, die auf Wahrheit dringen, nicht zu geizen. Auch wenn manche meinen, das gehöre verboten und hätte mit Demokratie nichts zu tun (was stimmt: Mit unseren "Eingriffen" verpflichten wir ja auch niemanden zum Gehorsam und zitieren auch nicht seine Wählerstimme als guten Grund für unser "Recht auf Verantwortung" herbei).
Den beleidigten Verweis auf die Türe bei jedem Anflug von Kritik halten wir jedenfalls nicht für einen gelungenen Angriff gegen uns. Wer sich unbedingt damit anbiedern will, daß er den ungehinderten Nachvollzug des offiziellen Lehrangebots schützt, der soll nicht gerade uns "nach drüben" wünschen. Die Freiheit, alles mitzuschreiben und es sich fürs Examen zu merken - also zu glauben, was verlesen wird, wird dort nämlich genauso gepflegt.