Entwicklungspsychologie ist ein Fach, das sich die höchst wissenschaftliche Bestätigung der gängigen Ideologie zum Thema gemacht hat, daß jeder Mensch durch "Anlage und Umwelt" meist schon in der frühen Kindheit (wo er noch gar nicht recht wußte, was Sache ist!) in seinem Entwicklungsverlauf' so ziemlich vorprogrammiert worden ist. Mit "Anlage und Umwelt" ist ihr zufolge die "Entwicklung" des Individuums erklärt-; sie bestimmt das Tun und Lassen von Kindern wie Erwachsenen getreu dem Muster "weil er/sie so werden mußte" -- als die Wirkung "innerer und äußerer Einflüsse" auf die menschliche Natur:
"Der Entwicklungsverlauf wird nicht nur endogen gesteuert, sondern erhält vielfach seine Gestalt durch Einflüsse der umgebenden Kultur." (OERTER)
Warum die Entwicklung durch die "Interaktion von Anlage und Umwelt" bestimmt wird, ist keine Frage, denn die Überzeugung,daß jeder Mensch an seinem Platz in der Gesellschaft das Entwicklungsresultat "endogener und exogener Faktoren" ist, steht nicht zur Debatte, sondern fest. Dafür, belehrt uns die Entwicklungspsychologie, gibt's Beweise, biologische Erkenntnisse und experimentelle Befunde!
Wenden wir uns also zunächst den "endogenen Faktoren" zu. Gemeint sind damit "im Individuum angelegte, erbmäßig ausgestattete Wachstumsprozesse". Zur Erläuterung dieser Prozesse werden biologische Erkenntnisse gespickt mit Fachtermini, über den Aufbau des Zentralnervensystems, über die Myelisierung und Dendritenreifung, über Teta-, Präalpha- und Alphawellen usw. dem ergebenen Publikum vorgelesen (man glaubt sich schon in der falschen Vorlesung) - aber nur, um (und da merkt man dann, daß man im richtigen Hörsaal sitzt) all das loszuwerden, was die Entwicklungspsychologie endogen nach strengen Reifungsgesetzen heranreifen sieht. Was da alles zur Biologie gehört, steht jedenfalls nicht in den biologischen Lehrbüchern! Wie der "Riesen-, Zwergoder Normalwuchs" vom durch Gene gesteuerten Wachstum von Knochengerüst und Muskeln abhängt, so soll man sich analog "endogene Reifungsprozesse" beim Wachstum des Gehirns, der Nerven, des Rückenmarks vorstellen. In der frühesten Kindheit, da schiebt sich so einiges: Da reifen "geistige Strukturen" und schon ist das "Intelligenzpotential" festgelegt (Professor oder Arbeiter?), da mausern sich "soziale Verhaltensmuster" (der Säugling als kompetenter Kommunikator!) und determinieren das Spektrum unserer späteren Verhaltensweisen (Verbrecher oder Pfarrer?), und da bilden sich "emotionale Muster" und "Persönlichkeitsfaktoren" (hier sogar mit biologischer Sitzangabe, erstere im Thalamos, letztere im Frontalgehirn) und weisen uns den Weg zu "Aggressivität" oder "Sensibilität".
Zum Nachvollzug dieser Vereinnahmung der Biologie werden zwei Argumente aufgeboten, die allerdings bereits ein entwicklungspsychologisch vorprogrammiertes Gehirn unterstellen:
Beweis Nr. 1: Chromosomenanomalien und andere Krankheiten. Kann etwa ein Mensch mit Phenylketonurie (= Brenztraubensäureschwachsinn), die besagt, daß ein einziges ramponiertes Gen zur Hirnschädigung führt, noch denken? Oder etwa ein mongoloides Kind? Nein, nicht besonders. Na also, wenn ohne Hirn nichts geht, dann wird man doch wohl annehmen dürfen, daß mit Hirn - nicht etwa nur die notwendige Voraussetzung zum Denken, Fühlen gegeben ist, - sondern gleich das individuelle Quantum und die Qualität von Denken und Fühlen festgelegt sind.
Beweis Nr. 2. Das Alter. Können etwa frisch geschlüpfte Menschenkinder laufen, Mama und Papa sagen oder gar um die Wette Bauklotztürme bauen? Nein. Na also, dann wird man doch wohl annehmen müssen,
- daß die Kleinen nicht etwa deswegen ab einem bestimmten Alter laufen, sprechen usw. können, weil sie ganz einfach die physiologischen Voraussetzungen dafür entwickelt haben (Muskeln, Nerven, Gehirn), daß die Mama ihnen Laufen, Sprechen usw. beibringen kann,
- sondern das ungefähr ab dem gleichen Alter zu beobachtende Verhalten der Kinder (Laufen etwa ab 1 Jahr, Sprechen ab 2 Jahren, Wetteifern ab 3 4 Jahren) auf entsprechende innere Reifungsprozesse verweist, die dafür verantwortlich sind, daß die Kinder - wie der reife Apfel vom Baum fällt laufen, sprechen usw. können. Wenn man an das innere Entwicklungsprogramm glaubt, ist der Beweis dafür einfach zu haben: Die Psychologen beobachten, in welchem Alter die Kinder durchschnittlich was können; so gewinnen sie ihre "Reifedaten", die verantwortlichen Fähigkeiten/ Potentiale, die sie hinter den Erziehungsresultaten, die sie beobachtet haben, vermuten.
Für das Reifungsdogma gibt's auch noch einen Beweis Nr. 3, die "experimentellen Befunde". Jahrzehntelang konnte man nur an Tieren den Beweis führen. Salamanderhat man in Wasser mit Betäubungsmittel gesetzt, so daß sie sich nicht bewegen konnten, um festzustellen, ob sie, wieder im normalen Wasser, auch schwimmen konnten wie ihre Artgenossen. Das Ergebnis: Sie konnten, womit die "Reifungsabhängigkeit des Schwimmens" bewiesen war. Selbst ein betäubter Instinkt funktioniert also.
Gottseidank für die Lurchis hat man irgendwann die Hopi-Indianerentdeckt, die die Angewohnheit hatten, ihre Kinder bis etwa zum Alter von 9 Monaten auf ein Brett zu schnallen, ihnen also weitgehend die Bewegungsfreiheit eines europäischen Babys im Strampelanzug nahmen. Jetzt die spannende Frage: Können die kleinen Hopis überhaupt noch laufen lernen? Statistisch gesichert: Sie konnten, genauso wie die anderen Kinder dieser Welt, im Alter zwischen 12 und 15 Monaten laufen! Was lernen wir daraus? Daß das Strampeln in den ersten 9 Monaten allem Anschein nach keine notwendige Voraussetzung für das Wachsen von Muskeln, Knochen, Nerven ist, so daß die kleinen Hopis alles, was sie brauchen, auch haben, um laufen zu lernen.
Für einen psychologisch geschulten Verstand ist dagegen allerdings bewiesen: 1. "Laufen ist ein Reifungsprodukt" (als wären die Hopis, von ihren Brettern losgeschnallt, auf Befehl des Reifemotors in den Urwald gelaufen), weshalb 2. "gesichert ist, daß Entwicklung auf Reifungsprozesse zurückgeht". Na also, so oder so ähnlich - und deshalb sind die Hopis in die Geschichte der Entwicklungspsychologie eingegangen - soll man es sich auch bei anderen "endogenen Reifungsprozessen" vorstellen: Genetische Reifungsgänge für Geist, Moral, Gefühl äußern sich genau dann, wenn ihre Zeit gekommen ist.
Der "Rückschluß" von den Lernerfolgen eines Kindes auf quasi-biologische Entwicklungsgesetze ist nämlich ebenso falsch, wie er universell anwendbar ist. Wenn ein Kind läuft oder spricht, so ist es zweifellos in der Lage dazu, besitzt also die Fähigkeit zu laufen oder zu sprechen. Die Reifungstheorie allerdings hält diesen tautologischen Satz für die Erklärung dafür, daß das Kind läuft oder spricht, und glaubt in der zugehörigen Fähigkeit auch schon den Grund für Laufen und Sprechen vor sich zu haben- Wenn das Kind das kann, dann sei dies auch der Beleg dafür, daß das Tun eine Folge des Könnens sei. So stellt sie sich die Fortschritte des Kindes als den Geltungsdrang einer inneren Uhr vor, die sich, streng idealistisch gedacht, Ausdruck verschafft, indem sie das Kind nicht früher und nicht später laufen und sprechen läßt, als sie es will: Entwicklung als Reifung.
Zu den endogenen Faktoren läßt sich so zusammenfassend feststellen: Die trivial anmutende Behauptung:
"Bevor eine Leistung vollbracht werden kann, müssen die zu dieser Leistung erforderlichen Funktionen ausgebildet sein."(OERTER) --
entpuppt sich als etwas ganz anderes als der banale Nachweis (den sowieso keiner jemals bezweifelt hat), daß der Mensch bekanntlich zum Denken, Fühlen, Handeln unabdingbare Voraussetzungenin seiner Natur hat: Die Ideologie, daß der Mensch qua Natur auf seine Entwicklungspotentiale festgelegt sei, sollte wissenschaftlich nachgewiesen werden.
Denn der vielfache Hinweis auf die körperlichen Grundlagen für die Betätigung des Willens steht hier für die Behauptung, der Wille selbst sei "zu einem großen Anteil" nichts weiter als reifende Natur. Dieses eigentlich paradoxe Resultat, daß der Mensch mit seinen physischen Möglichkeitenzugleich Inhalte und Schranken seines "Verhaltens" von der Natur verpaßt bekäme, schmuggelt die Psychologie bereits völlig selbstverständlich in ihre Kategorien ein: Wer sich zwischen der Biologie als Bedingung und der Biologie als Ursache für Denken und Handeln nicht entscheiden will, der spricht von einem "Einflußfaktor",der auf jeden Fall "von Bedeutung" sei. So einfach lassen sich aus Umständen - Determinanten machen. Der lupenreine Rassismus dieser Logik - es kann sich nur "entfalten", was biologisch" vorgegeben" ist wird durch den "Umweltfaktor" in keiner Weise relativiert. Ganz im Gegenteil: Für die Entwicklungspsychologie gilt
Die Natur hat ihre Gaben verteilt, wenden wir uns jetzt den"exogenen Faktoren" = der "Umwelt" zu. Welche Aufgabe hat sie für die "Entwicklung"? "Sie wirkt von außen auf das Individuum ein" und löst
aus, die je nach Umwelt förderlicher oder hinderlicher Art für die "Entfaltung der Anlagen" sein
können. Der Wirkungsradius der Umwelt ist ebenfalls fest abgesteckt: "Die Obergrenze der Förderung liegt durch die Reifung" fest - klar, ausgepackt kann ja nur werden, was eingepackt war; weshalb halt aus einem Doofi ein Volksschüler und dann ein Prolet werden muß, während umgekehrt feststeht, daß Professorenämter extra für Intelligenzbolzen eingerichtet werden mußten.
Übrigens, wenn OERTER, sobald er "Anpassung" sagt, immer betont, daß sie nicht "passiv" abläuft, sondern ganz aktiv" vom Individuum vollzogen wird, ist das alles andere als das Dementi der mit "Entwicklung" behaupteten Notwendigkeit, die sich am Individuum vollzieht. Das wird deutlich daran, wofür der Mensch "Eigenaktivität" zeigen soll:
"Das Kind muß erwachsen werden. Wenn es aber nicht erwachsen werden will, geht gar nichts. Das Individuum ist ein Aktivitätszentrum, das selbst die Entwicklung vorantreibt."(OERTER)
Der Mensch soll seine Entwicklung wollen. Eine Absurdität, denn er soll sich zum Zweck setzen, einer Bestimmung, die in ihm angelegt ist und die sich gesetzmäßig entwickelt, auch nachzukommen. Sonst kann das Gesetz nicht wirken. Er soll Agent von "Entwicklungsgesetzen" sein, die er gar nicht kennen muß, und die er auch gar nicht kennen kann, denn was in einem gesteckt haben soll, sieht man sowieso erst im nachhinein.
Der "Nachweis", daß der Mensch für seine Entwicklung die Umwelt braucht, weil die Anlage als noch nicht realisierte Notwendigkeit nur darauf wartet, daß die Umwelt sie zutage fördert, läßt sich am Tier genauso wie am Menschen führen:
Beweis Nr. 1: ein Tierexperiment: Wenn man Froschlaich gerade dann, wenn sich der Froschschenkel entwickeln wollte, in Gelatine einlegt, zeigt sich, daß das Tier seine "natürliche Umwelt" braucht, um seine "volle Funktionstüchtigkeit" zu erreichen.
Ebenso der Mensch. Beweis Nr. 2:
"Wäre Mozart im Dschungel geboren, dann wäre er ein Trommler geworden."
Wenn OERTER Mozart fiktiv in den Dschungel versetzt, dann unterstellt er, was er mit dem Gedankenexperiment beweisen will: ein Zusammenwirken von Anlage und Umwelt: 1. daß sich das Musik-Gen zwar durchgesetzt hätte, denn er wäre sogar im Dschungel Musiker geworden, 2. aber nur im Dschungel, also nur Trommler. Seine Anlage zu Mozart wäre mangels KLAVIER-Umwelt verschütt gegangen - und die Wichtigkeit von Umwelt ist offensichtlich.
Was für den Froschlaich die Gelatine, wäre für Mozart der Dschungel: eben eine hinderliche Bedingung, seine Anlagen zu entfalten. Umgekehrt fördert das Wasser beim Froschlaich, wie das Klavier bei Mozart, das zutage, was in ihm steckt.
Nachdem OERTER unter dem Titel "Umwelt" unterschiedslos "alles, was einen umgibt", zusammengefaßt hat, gliedert er sie in 2 Abteilungen: in "biologische und soziokulturelle Umwelt": Mit "biologischer Umwelt" ist gemeint "alles, was eßbar oder trinkbar ist, sowie Sauerstoff, Schwerkraft usw., eben alles, was man als Natur bezeichnet". Gut, könnte man sagen, daß hier so ähnlich wie beim Vieh eine "organische Anpassung" abläuft; viel Kraftfutter - großes Baby, wenig Milch kümmerliches Balg, gebongt. Was ist aber mit der "soziokulturellen Umwelt" los? Alles, was einem unter gesellschaftlichen Verhältnissen einfällt, gehört hierzu, also "die Erziehung im Elternhaus, die materielle Lage der Familie, die Qualität des Kindergartens, die Erziehungsanstalten, die Geschwister, die Gesetze, usw. usf."
Dieser Wissenschaft gilt 1. also unter der Rubrik "soziokulturell" alles gleich, weil sie es nur unter dem Gesichtspunkt der Wirkung,die es auf die "Anlage" haben soll, ins Auge faßt. Aus demselben Grund fällt 2. auch der Unterschied zu den "biologischen Faktoren" flach: Beide Abteilungen gelten eben als das gleiche: als förderliche oder hinderliche Faktoren, die keine andere Bestimmung haben, als einen "Anpassungsprozeß" zu bewirken. Daß unter die "soziokulturellen Faktoren" auch "Lernen" fällt, heißt nur soviel, daß sich die Psychologie auch noch vage daran erinnert, daß beim Menschen die "Anpassung an gegebene gesellschaftliche Verhältnisse" über den Kopf läuft. Von einem Subjekt, das seiner Sinne mächtig wäre, ist da weit und breit nichts zu sehen. So wie die Natur ihre Gene zur Reifung ausschickt, schickt die "Umwelt" ihre Reize zum Lernen aus! "Konditionierung" nennt man das, wenn dann der Reiz auf ein inneres Etwas gestoßen ist und eine Reaktion hervorgerufen hat: Das merkt sich dann unser "Organismus" mittels irgendwelcher "Strukturen" und weiß künftig, was er zu tun oder zu lassen hat (im übrigen kann das schon ein 12 Stunden alter Säugling: Er lernt, auf Hupton zu saugen!).
Nun, alles klar, warum die Tierexperimente haargenau auf den Menschen passen? Wenn schon der Frosch durch die jeweilige Umwelt (Gelatine oder Wasser) in seiner Funktionstüchtigkeit determiniert ist, dann ist man doch wohl zu der Analogie berechtigt, daß die Erziehung in Elternhaus und Schule so etwas Ähnliches wie die natürliche "Umwelt" des heranwachsenden Menschen ist, ohne die er nicht lebensfähig wäre. Glaubt man nämlich an die Idee, daß die Lernprozesse eines Menschen ein inneres "Entwicklungspotential" bezeugen, das entfaltet sein will, dann kann man diesen Idealismus umgekehrt weiterführen und heilfroh sein, daß die Welt dem Menschen eine Gelegenheit zu solcher Entfaltung stiftet. Danke schön, Umwelt! Schaut man sich mal Untersuchungen an Menschenkindern an, so führen sie haargenau dieses Prinzip vor. Nehmen wir die Heimkinder: Statistisch wird nachgewiesen, daß Heimzöglinge öfters "schwererziehbare', wenn nicht gar "kriminelle Jugendliche" werden und einen niedrigen IQ aufweisen. Wie wird diese Tatsache erklärt? Rationell jedenfalls nicht! So ungefähr, wie für die Frösche die Gelatine hat für die kleinen Heimkinder das Heim gewirkt; so ungefähr, wie das Wasser die Frösche zum Schwimmen befähigt, so macht die normale Familie aus den Kindern normale Staatsbürger; gesetzestreu und mit ordentlichem Beruf, womit bewiesen wäre, daß so ungefähr, wie der Frosch die Schenkel in seiner Anlage hat, der genetisch saubere Mensch alle staatsbürgerlichen Tugenden erwirbt! Der Umstand, daß sich diese Aussage nicht als Vorhersage bei jedem Heimkind oder bei jedem Familienkind treffen läßt, schadet der ideologischen Beweisabsicht keineswegs, denn 1. gibt es noch "viele Faktoren", die genauso "wirken" können, 2. darf das "innere Potential" nicht vergessen werden, und 3. muß das alles auch noch als Interaktion gedacht werden! Wer wollte da noch entscheiden dürfen, welche psychologische Entwicklung auf welchen Faktor zurückzuführen sei? Hinterher ist man dagegen auf jeden Fall gescheiter. Feststeht jedenfalls der mögliche Schluß auf frühe Prägung- ob eventuell die gelungene Mutterbindung das Lernverhalten gefördert hat, so daß dem Abitur nichts im Wege steht? Ob ein Knabe, ohne Vater aufgewachsen, nicht amoralisch werden muß? Ob eventuell Erziehung zur Unselbständigkeit eine mißerfolgsängstliche Grundtendenz legt, dieser Mensch also jeder Leistung aus dem Weg geht? Usw. usf.
Psychologie zu studieren hat also wirklich einen Wert. Man kann erstens sehr kritisch sein als Psychologe, ohne sich deswegen gegen irgendetwas erklären zu müssen. Ein ganzes Berufsleben lang läßt sich die Frage wälzen, ob die Familie, die Schule und vieles andere mehr der psychologischen Natur des Menschen eigentlich optimal entgegenkommen, oder ob sie eben doch nur fast immer den richtigen Mann an den richtigen Platz schaffen. Und so kann man sich zweitens auch mit psychologischen Gründen sehr fein mit der Welt versöhnen: Wenn man Vererbung und Umwelt zusammennimmt, dann ist letztlich eben doch alles eine Charakterfrage, und jedem geschieht irgendwie schon recht, was er kriegt und was ihm abverlangt wird ...