Warum reden Naturwissenschaftler solchen Unsinn?

Richard P. Feynman: Lectures on Physics

Studieren um zu probieren ?

Der Blödsinn, den sich Naturforscher leisten, wird, wenn nicht ungerührt zur Kenntnis genommen, normalerweise mit verständnisvoller und auch heiterer Nachsicht betrachtet, eine Regel, die nur dann durchbrochen wird, wenn sich ein Vertreter dieser Zunft allzu bestimmt in die Politik einmischt. Die einschlägigen Fehlleistungen gehören nicht in den Arbeitsbereich dieser Leute, und man erklärt sich ihre Eskapaden aus der wissenschaftlichen Spezialisierung - auch ein Einstein kann doch heutzutage nicht mehr überall Bescheid wissen. Nach der Logik der Witze vom vertrottelten Professor rechnet man die Dummheit unter die notwendigen Unkosten aller theoretischen Vertiefung, deren Nutzen man schätzt, und gibt damit gerade keine Erklärung. Denn kein Mangel an Kenntnissen auf irgend einem Gebiet kann dazu zwingen, falsche Gedanken zu produzieren, im Gegenteil. - Jenseits der Naturwissenschaft beginnt für ihren passionierten Bewunderer allerdings die Sphäre haltloser Spekulation, wo mit den nötigen Kontrollinstanzen die Rationalität sowieso beim Teufel ist. Die Naturforschung figuriert hier als Muster an Wissenschaftlichkeit, nicht weil sie etwas herausgebracht hat, sondern weil sie sich einer selbstkritischen Haltung befleißige und ohne Unterlaß bestrebt sei, ihre Einsichten im Experiment wieder auf die Probe zu stellen. Besteht dieses gängige Lob aus nichts anderem als der unverschämten Entschlossenheit , weder die Naturwissenschaft noch überhaupt einen Gedanken je für voll zu nehmen, so kann es zugleich das Selbstverständnis sämtlicher Vertreter des Fachs für sich in Anspruch nehmen, was freilich nur eine neue Frage in Sachen Blödsinn aufwirft. Wie verhält es sich damit, wenn ein Naturforscher über seine eigene Disziplin urteilt, wozu niemand besser als er selbst, der Spezialist, befähigt sein sollte? - Richard P. Feynman hat in seinen "Lectures on Physics" ein Werk geschaffen, das zu den renommiertesten Lehrbüchern gehört, die man in den ersten Semestern studieren kann. Er führt darin die "freshmen" in die Physik ein, eine Aufgabe, der er nicht nur durch die Erklärung des Stoffs gerecht wird, sondern auch durch allgemeine Hinweise, wo es so lang geht in der Wissenschaft.

Wie jeder Physiker stimmt Feynman das Lob seiner Wissenschaft an.

"Physics is the most fundamental and all-inclusive of the sciences, and has had a profound effect on all scientific development. In fact, physics is the present-day equivalent of what used to be called natural philosophy." (3-1) (1)

Sie hat es dabei herrlich weit gebracht.

"If you are going to be a physicist, you will have a lot to study: two hundred years of the most rapidly de-veloping field of knowledge that there is. So much knowledge, in fact, that you might think that you cannot learn all of it... " (1-1) (2)

Und dann packt er aus: Wärme, Mechanik, Elektrizität, die Atome ... mit einem Wort,

"outside the nucleus we seem to know all." (2-15)

Und selbst über die Kenntnisse inside the nucleus weiß er einiges zu berichten und ist zuversichtlich, daß die Wissenschaft über die noch fehlenden Beziehungen zwischen den gefundenen Teilchen eines Tages Bescheid wissen wird.

We seem to know. Der rechte Physiker ist auch bescheiden.

"There is an expanding frontier of ignorance" (1-1) (3)

klagt er. Es ist was faul mit dem knowledge, dessen Fülle vor uns ausgebreitet wird.

"In fact, everything we know is only some kind of approximation,  b e c a u s e  we know that we do not know all the laws as yet." (4)

Es ist, in fact, ein Fehlschluß, was Feynman hier aus dem Wissensstand der Physik folgern will. Der Plural "all the laws" besagt, daß man, kennte man auch erst one of these laws, schon was Richtiges wüßte - ganz gleich, wie es mit dem Rest der Welt steht. Man muß nicht alles wissen. Und daß der Hund vier Beine hat, bleibt richtig auch bei näherer anatomischer Analyse: es kommt nichts an Genauigkeit der Zahl hinzu.

Daß Feynman mit der Beurteilung der Gesetze als Approximation durchaus die Gültigkeit der Gesetze in Frage stellen will, bringt der nächste Satz zum Ausdruck.

"Therefore things must be learned only to be unlearned again or, more likely, to be corrected." (1-2) (5)

Er hätte also, um seine These zu begründen, behaupten müssen, that we do not know any of the laws.

Das Beispiel, dem in diesem Zusammenhang die ganze Liebe der Zunft gehört, ist nicht der Hund, sondern viel feiner, die Relativitätstheorie. Es ist ein Beispiel dafür, daß in der Entwicklung physikalischen Wissens Fehler gemacht werden - und daß man sie erkennt und behebt. Aber:

"What kind of new ideas and suggestions are made to the Physicists by the principle of relativity?" "It was a shocking discovery, of course, that Newton's laws are wrong, after all the years in which they seemed to be accurate ... We now have a much more humble point of view of our physical laws - everything can be wrong!" (16-3) (6)

Shocking, may be, for the physicist, aber kein Grund für eine veränderte Auffassung der Naturgesetze. Wer Wissenschaft betreibt, kennt die Möglichkeit des Irrtums. Aber die rechnet er sich selbst zu, nicht dem Wissen. Wenn er also seinen Fehler korrigiert, beharrt er darauf, daß es gültige Gesetze gibt - sonst täte er's nicht richtigstellen, sonst gab's keine Fehler, keine Differenz zur Wahrheit. Die scheinbare Konsequenz, the new idea and Suggestion, the humble point of view, ist das glatte Gegenteil von dem, was Einstein geleistet hat und was die Physik bis heute tut. Und auch Meister Feynman zögert nicht, die nunmehr korrigierten Gesetze sein ganzes Buch hindurch als true zu nehmen.

Dirty Objects, ...

Es hat seine tiefere Bedeutung, daß von dem Wissen als einer bloßen Approximation die Rede ist. Professor F. ergreift noch einmal die Gelegenheit, seinen Studenten eine Erklärung zu geben. Er will in Abschnitt 12.1 das Mißverständnis abwehren, das zweite Newton'sche Gesetz (Kraft ist Masse mal Beschleunigung: f = m · a) sei eine bloße Definition (7) des Kraftbegriffes und gebraucht dazu das folgende Argument:

"First, because Newton's second law is not exact" - wegen der relativistischen Ergänzung -, "and second, because in order to understand physical laws you must understand that they are all some kind of approximation. " (12-2) (8)

Eine schieläugigere Argumentation ist kaum vorstellbar: ein Gesetz soll als "real knowledge" bewiesen werden, und das mit dem Hinweis, daß es ja nicht "exactly true" sei. Und dieses gedankliche Husarenstück, mit dem er es geschafft hat, der Physik ein weiteres Mal ihren Erkenntnischarakter abzusprechen, erfährt noch seine Begründung, die sogleich folgt:

"Any simple idea is approximate."

Man muß sich nur einmal fragen:

"What  i s  a chair?"

Ein Stuhl ist nämlich keine definitive Sache. Denn immerzu verdampfen ein paar seiner Atome, andere schlagen sich auf ihm nieder - kurz, man kann nie genau sagen, welche Atome gerade zu ihm gehören:

"So to define a chair precisely ... is impossible."

Selbstlos und ohne Stolz auf seine extraordinäre Denkkraft, die sogar noch etwas Undefinierbares als Beispiel und Argument zu gebrauchen weiß, verteidigt Feynman die Grenzen der Erkenntnis. Hat er erst einmal mit der Eigenschaft des Stuhls bewiesen, daß es diesen eigentlich nicht gäbe, so ist die Selbstüberlistung nicht mehr fern, aus seinem Wissen um die ach so komplizierte Welt die Unmöglichkeit von Wissen zu erschließen:

"... and if we have a System of discourse about the  r e a l  world, then that System, at least for the present day (als ob die Wissenschaft jemals die Atome oder auch nur einen Sack Flöhe hüten würde), must involve approximation of some kind." (12-3) (9)

Feynman will bei der Gelegenheit auf einen allgemeinen Charakterzug der Gegenstände seiner Wissenschaft hinweisen:

"these complicated and ,dirty' objects of nature."

Die Leistung der Naturgesetze ist es aber, daß sie die dirty objects und damit auch ihre dirtiness erklären . Hatte es so auf S. 2-1 noch geheißen

"that we try ... to  u n d e r s t a n d  this multitude of aspects as perhaps resulting from the action of a relatively small number of elemental things and forces acting in an infinite variety of combinations" (10),

was in der Physik nicht nur eine Frage von try and perhaps geblieben ist, so kehrt sich hier das Verhältnis um. Die Wissenschaft soll genau so dirty sein wie ihr Gegenstand.

"Every object is a mixture of a lot of things, so we can deal with it only as a series of approximations and idealizations. ... In the same way, we shall learn about the characteristics of force (Kraft überhaupt), in an ideal fashion, if we are not too precise." (12-3) (11)

Ein wahrhaft ideales Verfahren, dem sein Gegenstand selbst den Gebrauch der Logik beschneidet: In mathematics

"all the logic can be followed out completely, but the physical world is complex..." (12-3) (12)

Graue Theorie, ...

Feynman ist also fürs Handfeste und gegen die blassen Gedanken, was seinem Unsinn ein gewisses Raffinement nicht nehmen kann: Die eigentümliche Leistung der Physik, die konkreten Naturgegenstände zu analysieren, um so die allgemeingültigen Gesetze zu erforschen und eine Erklärung zu geben, verwandelt er in ihren Mangel, indem er einzelnen allgemeinen Ergebnissen der Wissenschaft Beispiele gegenüberstellt, deren Spezifik darin nicht gefaßt ist. Wenn ein Physiker wirklich die Funktion eines Stuhls erklären wollte, müßte er Statik, Festigkeitslehre, usw. anwenden. - Feynman aber kommt ausgerechnet mit den Atomen daher, die er für die Quintessenz der Wissenschaft hält. Er kennt noch weitere eindrucksvolle Belege für die Komplexität der Welt - etwa die Meereswellen, wobei nicht zu sagen sei, wo die eine aufhört und die andere anfängt, oder der Wein im Glas, der ein paar Silikatmoleküle aus der Gefäßwand gelöst hat und somit keine klaren Grenzen mehr habe -, und es ist nur die Nobelpreisträgerwürde, die ihn hindert, diese Sorte Argumente mit einem Furz zu krönen, von dem schon mancher nicht habe wissen wollen, wo genau es stinkt. Indem er die Physik, die nur durch die Atome vertreten sein soll, blamiert an Beispielen, die jedermann aus praktischen Zusammenhängen her vertraut sind, macht er seine Verbeugung vor dem gemeinen Interesse der Leute, die auf das abstrakte Theoretisieren schimpfen und es der Lebensfremdheit schelten, soweit nicht klar ist, was es ihnen für ihre Zwecke bringt. Feynman fordert geradezu dazu auf, bei jedem Begriff, der in der Wissenschaft vorkommt, gleich die Frage zu stellen, ob man ihn auch in den Mund stecken kann. So vulgär er diese interessierte Betrachtungsweise auch kommentiert, entbehrt sein Beispiel dennoch nicht einer gewissen raffinierten Fürsorge für die Wissenschaft. Weil er sein Professorenamt schließlich nicht einfach gegen althergebrachte Handwerkelei eintauschen möchte, setzt er die Blamage der Physik so in Szene, daß er den Alltagsverstand Differenzierung lehren und ihm seine selbstzufriedene Sicherheit nehmen kann: Man fühle sich nicht so sicher auf seinen Stühlen! Getreu dem schönen Lied - ,,Die Wissenschaft hat festgestellt, daß Marmelade Fett enthält..." - demonstriert Feynman seinen Zuhörern, daß auch und gerade die Dinge, mit denen kein Mensch - praktisch oder theoretisch - mehr ein Problem hat, nicht das sind, was sie sind. Die Welt ist komplex, und wer sich bislang sicher auf seinen Beinen fühlte, sollte erst einmal sich selbst in Frage stellen:

"Is ist possible that that ,thing' walking back and forth infront of you, talking to you, ist a great glob of these atoms in a very complex arrangement, such that the sheer complexity of it staggers the imagination as to what it can do?" (1-13) (13)

Doch muß seine Argumentation das Gegenteil dessen eingestehen, was er beweisen will. Sowenig die Möbel irgendein Rätsel einschließen, sowenig gibt sein Jonglieren mit Atomen ein Argument für Skepsis ab. Die komplizierten Gegenstände sollen verhindern, daß die Forschung ihr Ziel erreicht, doch hat erst die vollendete Forschung dem Feynman seine atomistischen Argumente in die Hand gegeben: die Unzulänglichkeit der Wissenschaft demonstriert er ausgerechnet mit ihren theoretischen Erfolgen. Ich weiß nichts, weil ich viel weiß, lautet die Summe seiner Argumentation. Wenn die Naturerkenntnis fertig ist mit ihrem Geschäft, dann ist sie noch lange nicht fertig - dies ist die Logik aller bisherigen Einwände, die Feynman vorgebracht hat.

Den Erfolg der Wissenschaft als Argument für ihren Mißerfolg zu gebrauchen, fällt Feynman nur deshalb ein, weil er ihre theoretischen Leistungen, gerade wo er sich zu Lobeshymnen bemüßigt fühlt, nicht als solche anzuerkennen gewillt ist. In Feynman's Augen haben Naturgesetze zuvörderst die angenehme Eigenschaft, griffige Prinzipien bereitzustellen, mit denen man der in immer größerem Umfang in das Bewußtsein und Interesse der Menschheit gerückten Welt entgegentreten kann:

"Surprisingly enough, in spite of the tremendous amount of work done for all this time it is possible to condense the enormous mass of results to a large extent - that is, to find laws which summarize all our knowledge. " (1-1) (14)

Und er entblödet sich nicht, seinen Studenten die "atomic idea" in diesem Sinne als die bis dato powerfulste Erfindung der Physik vorzustellen:

"If, in some cataclysm, all of scientific knowledge were to be destroyed, and only one sentence passed on to the next generation of creatures, what statement would contain  t h e   m o s t   i n f o r m a t i o n   i n   t h e   f e w e s t   w o r d s ? I believe it is the atomic hypothesis (or the atomic fact, or whatever you wish to call it.)..." (1-3) (15)

Die Frage, wie ein armes Schwein mit diesem Satz ausgestattet zu Brot und Butter kommen soll, wenn the cataclysm nicht auch noch ein bißchen moderne Industriegesellschaft or whatever you wish to call it übrig läßt - schließlich besteht das Problem von Negern, Chinesen und anderen unamerikanisch-desolaten Völkerschaften nicht gerade darin, kein Physikbuch erwerben zu können -, diese Frage fällt Feynman nicht im Traum ein. Er ist sich gewiß, daß brauchbare Ideen schon ihre Abnehmer finden werden und beschäftigt sich deshalb mit der Leistungsfähigkeit der Gedankentrümmer selbst. Was alles kann ich aus einem Einfall herausleiern, wieviele Fälle werden durch ein Theorem erschlagen usw. usf. - solcherart sind die Überlegungen dieses Praxisfreundes, dem es auf anwendbare Ergebnisse der Physik ankommt, aber ohne daß ihm deshalb traditionell geschätzte Charakterzüge wissenschaftlicher Arbeit von Bedeutung wären:

"In learning any subject of a technical nature where mathematics play a role, one is confronted with the task of understanding and storing away in the memory a huge body of facts and ideas, held together by certain relationships which can be 'proved' or 'shown' to exist between them. It is easy to confuse the proof itself with the relationship which it establishes ... The thing to be remembered, when seeing a proof, is not the proof itself, but rather it can be shown that such and such is true." (14-1) (16)

Das alberne Problem, einen Beweis nur ja nicht mit dem Bewiesenen zu verwechseln, wirft dieser Vertreter der theoretischen Physik nur auf, um für seinen Standpunkt zu werben, daß eben das fertige Ergebnis zählt, insofern sich allein damit endlich mal was anfangen läßt. Unter diesem Gesichtspunkt darf, ja muß man dann auch ruhig mal Wahrheit durch Wahrscheinlichkeit ersetzen - schließlich meistern wir unser Leben damit, beständig über den Daumen zu peilen:

"Often we wish to make a guess because we have to make a decision. For example: shall I take my raincoat with me tomorrow? For what earth movement should I design a new building? Shall I build myself a fallout shelter? ... Really any generalization is in the nature of a guess. Any physical theory is a kind of guesswork. There are good guesses and there are bad guesses. The theory of probability is a system for making the better guesses..." (6-1) (17)

... and how it works

Hier klärt sich auch eine der üblichen Spruchweisheiten, mit denen unser Amerikaner die physikalische Welt bereichert:

"Things must be learned only to be unlearned again" -

lernen, um neu zu lernen -, eine Parole, die auch in bildungspolitischen Diskussionen sehr beliebt ist. Dort heißt es, es komme nicht darauf an, was einer kann und weiß, sondern daß er für die Wechselfälle des Lebens, d.h. die Notwendigkeiten des Eigentums anderer, dem seine Arbeit dient, bereitsteht. Wenn es sich ähnlich mit der Wissenschaft verhält, wenn deren Tauglichkeit sich immer erst noch herausstellen muß, dann kriegt der Zweifel an der Wahrheit der Naturgesetze noch eine spezifische Wendung.

Feynman ist in der glücklichen Lage, in der Naturforschung ein Moment zu entdecken, das innerhalb ihrer selbst seiner Maxime zu entsprechen und Wissen durch die Funktion in wechselnden Umständen zu ersetzen scheint.

Das Experiment, in dem Gesetzmäßigkeiten der Natur zur Anschauung gebracht werden, beweist ihm deren Funktionieren, resp. , wie die Amerikaner sagen, "it works" (18). Weil ihm Wahrheit damit identisch ist, daß man etwas mit ihr machen kann, verkündet Feynman:

"The  t e s t  of all knowledge is experiment. Experiment is the sole  j u d g e  of scientific 'truth'." (1-2) (19)

Wenn er zwischendurch richtig bemerkt

"Experiments help us to  p r o d u c e  these laws, in the sense that it gives us hints"

und es eine gehörige Portion geistiger Arbeit erfordert

"to create from these hints the great generalizations..., the wonderful, simple, but very strange patterns beneath them all",

so trägt er der Rolle des Experiments in der Wissenschaft Rechnung, um es für sein Überprüfungsprinzip zu vereinnahmen:

"then to experiment to  c h e c k   a g a i n  whether we have made the right guess." (1-2) (20)

Das Experiment, das Mittel, wodurch die Forschung vorankommt, soll über die Richtigkeit der Naturgesetze entscheiden! Ein Naturgesetz, z.B. die Gleichung f = m x a läßt sich aber schlechterdings nicht durch Messungen beweisen, weil sie diesem Resultat völlig inadäquat sind; herauskommen kann immer nur die Möglichkeit, nicht die Notwendigkeit des Gesetzes, um die es dem Physiker zu tun ist. Es ist die alte Geschichte: Der Versuch soll beweisen, daß alle Körper zur Erde fallen. Daß sie aber morgen auch noch fallen, kann das Experiment nie leisten zu erklären. Nach dem Gesetz fallen sie und daher weiß man's auch. Die Physik wird sich hüten, die Gültigkeit der Gesetze dem Ausgang der Experimente zu unterwerfen. Wenn es die Legende will, daß Galilei seine Experimente zum Fallgesetz am schiefen Turm von Pisa ausgeführt hat, so hätten - nach Feynman's Vorschlag - die darauffolgenden Physikergenerationen dieses Bauwerk schon längst in Grund und Boden trampeln müssen, nur um jenen bescheidenen Anfang der physikalischen Wissenschaft sicherstellen zu können.

Daß Feynman daran festhält, Gedanken zu überprüfen und sie dem Ausgang der Versuche unterzuordnen, ist seinem falschen Interesse am Funktionieren der Gesetze geschuldet, und er gibt so dem Vorbehalt gegen die Gültigkeit der Gesetze nochmals eine solide Grundlage:

"We said that the laws of nature are approximate: that we first find the 'wrong' ones and then we find the 'right' ones." (1-2) (21)

Dem Trost, daß man zuerst die falschen und dann die richtigen Gesetze finde, ist kaum Glauben zu schenken: der zweite Fund ist doch wieder nur ein erster Fund und so weiter - der Zweifel kann nicht aufhören, wenn die dirty objects über die Wahrheit entscheiden sollen.

Das Experiment ist also gar nicht, als was es gilt, die Entscheidungsinstanz gegen den Zweifel - es ist, so aufgefaßt, letztlich das Lebenselement des Zweifels. Die Forschung zerfällt ihm in "imaginations" und "guesses" auf der einen, und "checks" und "tests" auf der anderen Seite. Auf keiner Seite gibt's ein Element, das die Physik als "real knowledge" charakterisieren könnte.

Hat Feynman so das Verhältnis des Experiments zum Wissen ins glatte Gegenteil verwandelt, fällt die Notwendigkeit der Gesetze mit dem Ausgang des Experiments zusammen, dann ist es auch mit der Sicherheit vorbei, daß, was einmal funktioniert, auch immer funktioniert. Und Feynman stellt sich der Frage, wie es zu falschen Experimenten kommen kann.

Erstens ist da das Problem des Messens: im Experiment, in dem die Naturgesetze in bestimmten Konstellationen praktisch werden, wird dies in Messungen festgehalten. Und Feynman weiß ganz genau, daß Fehler der Messung durch Wiederholung der Experimente und durch verfeinerte Meßmethoden, die die Technologie zur Verfügung stellt, ausgemerzt werden (1-2).

Die Wissenschaft hat also kein Problem mit ungenauen Messungen, gerade weil sie Meßfehler beachtet und sie ausschließt.

So destruiert er zwar einen seiner falschen Belege für die Ungenauigkeit der Naturgesetze - den er ansonsten oft genug in seinem Buch anfährt -, was aber noch lange nicht heißt, daß er dieses Urteil über die Erkenntnis aufgibt:

"So without snatching at such minor things, how  c a n  the results of an experiment be wrong? Only by being inaccurate. " (1-2) (22)

Auch dieses Argument kann die Physik nicht erschüttern. Ein Experiment ist ungenau, wenn es der Experimentator an der nötigen Sorgfalt hat fehlen lassen. Ungenauigkeit ist also ein Attribut, das das Verfahren des Wissenschaftlers kennzeichnet, der beim Experiment wesentliche Faktoren unberücksichtigt läßt, was er aufgrund seines Wissens beheben kann. Das Experiment ist deshalb Mittel für die Wissenschaft, weil es genau ist.

Das Experiment hat Feynman also auch zum Beleg seines Fehlers gedient, weil er ihm schon eine ganz falsche Rolle in der Wissenschaft zugeschustert hat. Die Gesetze sind ungenau, können aber immer genauer werden, dies ist wieder einmal sein Schluß. Wenn man die Wahrheit nicht erreichen, ihr aber immer näher auf den Leib rücken kann, und dies nicht vom Wissen, sondern von der praktischen Zutat abhängt, so bleibt nur noch der Weisheit letzter Schluß:

"We do not know where we are 'stupid' until 'we stick our neck out' and so the whole idea is to put our neck out." (38-9) (23)

Womit sich Feynman die letzte Sauerei erlaubt hat. seinen Studenten, die doch wohl angetreten sind, bei ihm Physik zu studieren, setzt er als Ziel, sie sollten lernen, wo sie dumm sind.

Wissenschaftler vom Schlage Feynman's

Solche offenherzige Aufforderung belegt, daß Feynman seine Physik für eine ziemlich gelungene Sache hält, gerade wenn er permanent Zweifel an der Wahrheit ihrer Ergebnisse anmeldet. Weil in seinen Augen Wissenschaft so und nicht anders geht, urteilt er über andere Abteilungen der intellektuellen Welt folgendermaßen:

"Incidentally, psychoanalysis is not a science... Psychoanalysis has not been checked carefully by experiment, and there is no way to find a list of the number of cases in which it works, the number of cases in which it does not work etc. ... All human beings are so different. It will be a long time before we get there. We must start further back. If we could even figure out how a dog works, we would have gone pretty far." (3-12) (24)

Sein Interesse gilt dem Funktionieren einer Sache, oder, weil man das eh nie so ganz schafft, einer geschickten Annäherung daran, zusammen mit einer Einschätzung, wann es wie gewünscht klappt und wann nicht und was man vielleicht dann machen könnte. Begründungen sind dabei weniger wichtig, wenn auch als Trick anerkennenswert, anderen Leuten was zu verklickern oder den ganzen Wust ein bißchen handfester aufzuziehen, damit das manual zum Betrieb der Welt nicht allzu dick (unpraktisch!) wird. Denn die Aufgabe der Wissenschaft besteht darin, möglichst viele ideas zu inventen, die sich in irgendwelchen circumstances dann als nützlich erweisen.

Der Zweck, für den Naturwissenschaft, nicht nur in Amerika, betrieben wird, ist nun tatsächlich die Anwendung ihrer Resultate in der Industrie sowie gewissen technologischen Staatsveranstaltungen. Diesem Zweck dient sie aber, und sie tut dies so erfolgreich, daß wir im Zeitalter des Atoms, des Computers oder der Raumfahrt leben, indem sie wirklich etwas über die Sachen herauskriegt, die andernorts praktisch interessieren. Diese Tatsache hält nun aber selbst berufsmäßige Forscher nicht davon ab, Naturwissenschaft auf Basis ihrer existierenden Anwendung einfach mit Nutzen zu identifizieren. Einerseits sehen sie darüber hinweg, daß sich nur wegen der theoretischen Qualität ihrer Disziplin praktisch etwas schiebt; eine Kollektion von Unwahrheiten, frommen Wünschen und phantasievollen Einfällen ist keine Basis für Technologie und seit den Zeiten des perpetuum mobile auch nicht gefragt. Andererseits abstrahieren die Freunde der Wissenschaft davon, daß deren Nutzen eine sehr relative Sache ist, der nicht mit irgendwelchen Formeln gegeben ist, sondern davon abhängt, daß, wie und mit welchen Zwecken sich "die" Praxis der Naturforschung bedient; E = mc2 ist keine Bombe und die Thermodynamik kein Otto-Motor. Die schon die Moralapostel unter den Naturforschern beherrschende Gleichsetzung der Wissenschaft mit den Wirkungen ihres Einsatzes in "engineering, industry, society and war", wie Feynman das so schön sagt, ist ein falsches Lob der Physik, aus dem sich sofort ein ebenso falscher Tadel ableitet. Denn Beispiele für die Insuffizienz dieses Mittels der modernen Gesellschaft kennt noch ein jeder ihrer Liebhaber. Einmal diejenigen, für die die Verwendung von Technologie ein Geschäft ist, haben, ohne deshalb natürlich geradezu verzweifelt sein zu müssen, sowieso den Dauervorwurf auf den Lippen, daß das akademische Treiben überhaupt zu wenig output erzeugt, die jungen Leute mit zu viel Theorie verdirbt, oder den für den eigenen Laden gerade entscheidenden Trick nicht liefert. Und wer sich andererseits solche Sorgen nicht zu machen braucht, wird von hochtechnisierten Medien darüber aufgeklärt, daß der technische Fortschritt leider ein zwiespältiger ist, mit Notwendigkeit unliebsame Nebenwirkungen hat oder gewissen großen Menschheitsproblemen (Krebs, Krieg & undankbare Kinder) eben doch nur machtlos gegenübersteht. Dies alles an die vermeintlich zuständige Instanz zurückgegeben heißt dann nichts anderes, als die Unvollkommenheit eben der Wissenschaft dingfest zu machen. Man fragt, ob die Physik in ihren Überlegungen genügend Umstände berücksichtige, sie alle ihre Teilchen wieder einfangen könne oder sich ihrer Prognosen hundertprozentig sicher sei ... Und man stellt fest: sie ist abstrakt, unvollständig, vorläufig, ungenau ...

Der Grund dafür, daß der Amerikaner Feynman sich solcherart Gedanken zum Wissen der Physik macht, ohne es als Wissen ernstzunehmen, gehört mehr in die erste der beiden angegebenen Kategorien nämlich der, die der Theorie vorwirft, nicht unmittelbar Praxis zu sein, und ist insofern nicht schwierig einzusehen, als er seinem Buch ein Foto voranstellt, das zeigt, wie er auch ein dufter Typ ist und die Bongo-Trommel schlägt. Er weist damit auf das leidige Faktum hin, daß auch die nützlichste Wissenschaft nicht selbst schon lauter Chewing-gums and Dollars, also das wirkliche Leben ist, und bewährt sich dementsprechend in der Vorlesung als Lehrer für angehende Know-how-Produzenten auch darin, daß er mit seinen College-boys and girls die gültige amerikanische Einstellung zu dem theoretischen Kram diskutiert, also pragmatische Selbstverständlichkeiten mal auf intellektuell und physikalisch bringt und ein paar schöne puzzles hindrechselt, die zeigen, daß die Physik zwar allerhand bringt, aber deshalb natürlich nicht gleich mit jedem ihrer Sätze das Pulver erfunden hat.

Diesseits des großen Teichs, wo die Profs (noch) Schlips und Kragen tragen, wird dieselbe Sache mit mehr Tiefgang verhandelt. Wir verweisen nur auf den ersten Aufsatz dieser Broschüre. Die Zweifel an der Solidität der Naturgesetze werden in eigenen philosophischen Traktätchen ausgebreitet, denen die Physiker, ohne deshalb vor dem Publikum erröten zu müssen, einen beträchtlichen Teil ihrer hochgeschätzten Arbeitszeit widmen. Hierzulande wird auch explizit die Verbindung hergestellt zur Position des moralischen Naturwissenschaftlers, der sein Fach für allerlei empörende Zustände und Ereignisse verantwortlich macht und sich deshalb fragt, ob auf diesen Motor der Weltgeschichte wirklich Verlaß sei. Was umgekehrt wieder das schönste Argument für die moralische Aufrüstung der Menschheit abgibt: soll doch keiner meinen, mit seinem Verstand die Welt verbessern zu können!


(1) ,,Die Physik ist die grundlegendste und umfassendste Naturwissenschaft, und sie hat den wissenschaftlichen Fortschritt tiefgreifend beeinflußt. In der Tat ist die Physik heutzutage das Äquivalent dessen, was man früher Naturphilosophie zu nennen pflegte." (3-1)

(2) "Wenn Sie Physiker werden wollen, dann müssen Sie viel lernen: die Ergebnisse einer zweihundertjährigen Forschung auf dem Wissensgebiet, das sich am schnellsten entwickelt. So viel Wissen, daß Sie vielleicht denken, Sie könnten alles lernen ..." (1-1)

(3) "Die Grenze unseres Unwissens dehnt sich ununterbrochen aus." (1-1)

(4) "Alles, was wir wissen, ist in der Tat bloß eine Art Approximation, weil wir wissen, daß wir noch nicht alle Gesetze kennen." (1-1 f)

(5) "Deshalb müssen wir vieles nur lernen, um es wieder zu verlernen oder um es zu korrigieren, was der wahrscheinlichere Fall ist." (1-2)

(6) "Welche neuen Ideen und Anregungen erhalten die Physiker mit dem Relativitätsprinzip? ... Es war natürlich eine schockierende Entdeckung, daß Newton's Gesetze, die all die Jahre zu stimmen schienen, falsch sind ... Wir haben nun eine viel bescheidenere Meinung von unseren physikalischen Gesetzen - alles kann falsch sein." (16-3)

(7) Die Windmühlenflügel, gegen die unser Professor hier kämpft, werden vom Selbstmißverständnis der modernen Mathematiker gedreht. Diese bilden sich ein, sie würden einfach ins Blaue hinein definieren. Doch statt die Mathematiker zu kritisieren, bescheinigt ihnen Feynman, daß sie es eben leichter hätten. "The glory of mathematics is that we do not have to say what we are talking about."
Er spannt nicht, welcher Kinderei sich diese Herrlichkeit verdankt:
"If we have any other set of objects that obey the same system of axioms as Euklid's geometry, ... it makes no difference what the subject was. "
"Wenn wir irgendeine Menge von Objekten haben, die demselben System von Axiomen gehorcht wie die Euklidische Geometrie, ... dann macht es keinen Unterschied, was der Gegenstand war." (12-3) Wenn meine Oma Räder hätt', wär' sie ein Omnibus...

(8) "Erstens, weil das zweite Newton'sche Gesetz nicht genau ist, und zweitens, weil man physikalische Gesetze nicht verstehen kann, wenn man nicht weiß, daß sie alle Approximationen sind." (12-2)

(9) "... und wenn wir ein System zur Erklärung der wirklichen Welt haben, dann muß dieses System zumindest vorläufig Approximationen enthalten." (12-3)

(10) ,,... daß wir versuchen ... die Vielfalt der Aspekte als das Ergebnis einer relativ geringen Anzahl elementarer Dinge und Kräfte zu verstehen, die in unendlich vielfältigen Kombinationen zusammenwirken." (2-1)

(11) "Jedes Ding ist eine Mixtur aus vielen Dingen, deshalb können wir es nur als eine Serie von Approximationen und Idealisierungen behandeln ... Auf dieselbe Weise werden wir die Eigenschaften der Kraft kennenlernen, als Idealisierung, wenn wir nicht zu genau sind." (12-3)

(12) "In der Mathematik ... kann man rein die Gesetze der Logik befolgen, die natürliche Welt ist hingegen komplex." (12-3)

(13) "Kann es sein, daß das Ding, das vor dir auf und ab geht und mit dir redet, ein großer Klumpen so komplex angeordneter Atome ist, daß allein schon seine Komplexität dein Vorstellungsvermögen von seinen Möglichkeiten übersteigt?" (1-13)

(14) "Erstaunlicherweise ist es, trotz der in diesem Zeitraum (i.e. den letzten zweihundert Jahren) geleisteten kolossalen Arbeit, großenteils möglich, die ungeheure Menge von Ergebnissen zu kondensieren, d.h. Gesetze zu finden, die unser ganzes Wissen zusammenfassen." (1-1)

(15) "Wenn in einer Sintflut unser ganzes naturwissenschaftliches Wissen zerstört und nur ein Satz an die nächste Generation von Lebewesen überliefert würde, welche Aussage würde dann die größtmögliche Information in der kleinsten Zahl von Wörtern enthalten? Ich glaube, es wäre die Atomhypothese (oder die Atomtatsache oder wie immer Sie es nennen wollen) ..." (1-3)

(16) "Wenn man irgendetwas Technisches lernt, bei dem die Mathematik eine Rolle spielt, dann ist man mit der Aufgabe konfrontiert, sich eine Unmenge von Fakten und Ideen zu merken, die nur durch gewisse Beziehungen miteinander zusammenhängen, deren Existenz 'bewiesen' oder 'gezeigt' werden kann. Dabei kann es einem leicht passieren, daß man den Beweis mit der Beziehung verwechselt, die er begründet ... Was man sich von einem Beweis merken muß, ist nicht der Beweis selbst, sondern daß man mit ihm zeigen kann, daß dies und jenes wahr ist." (1-1)

(17) "Oft möchten wir erst eine Vermutung anstellen, bevor wir eine Entscheidung zu treffen haben. Z.B. soll ich morgen meinen Regenmantel mitnehmen? Für welche Veränderung der Erdoberfläche soll ich ein neues Gebäude entwerfen? Soll ich mir einen Atombunker bauen? ... In der Tat ist jede Verallgemeinerung wie eine Vermutung beschaffen. Jede physikalische Theorie ist eine Art Mutmaßung. Dabei gibt es gute und schlechte Vermutungen. Die Wahrscheinlichkeitstheorie ist ein System, um bessere Vermutungen aufzustellen .." (6-1)

(18) Zu diesem Thema leistet sich Feynman eine seiner vielen Stilblüten: Es geht um den ersten Atombombenversuch, wobei er "poor old Einstein" dafür entschuldigen will, daß er vorhersagen konnte, wieviel Energie freigesetzt werden würde. Daß der Versuch dem Zweck diente, "to get the thing to occur in an effective and rapid manner" wird nebenbei erwähnt, ihn erfreut etwas anderes:
" ... and the moment they measured it they no longer needed the formula." (16-12)
Einstein soll seine moralische Integrität dadurch gewinnen, daß er ein überflüssiger Depp ist.

(19) "Das Experiment ist der Prüfstein allen Wissens. Das Experiment ist der einzige Richter über wissenschaftliche 'Wahrheit'." (1-2)

(20) "Das Experiment hilft uns, die Gesetze aufzustellen, insofern es uns Hinweise gibt."
"...um aus den Hinweisen die allgemeinen Schlüsse zu ziehen ..., die wunderbaren, einfachen, aber ganz
neuen Gesetzmäßigkeiten hinter den Dingen... " ,,... danach durch das Experiment zu prüfen, ob wir richtig geraten haben." (1-2)

(21) "Wir sagten, die Naturgesetze gelten nur annäherungsweise, daß wir zunächst die 'falschen' und dann die 'richtigen'finden." (1-2)

(22) "Wenn wir von so geringfügigen Dingen (wie Mängel an Meßapparaten) absehen, unter welchen Umständen können die Ergebnisse eines Experiments dann falsch sein? Nur wenn sie ungenau sind." (1-2)

(23) "Wir wissen nicht, wo wir 'dumm' sind, bevor wir nicht unseren 'Kopf hinhalten', und deshalb müssen wir einfach 'unseren Kopf hinhalten'." (38-9)

(24) "Nebenbei bemerkt, die Psychoanalyse ist keine Wissenschaft ... Die Psychoanalyse ist bislang noch nicht sorgfältig experimentell überprüft worden, und es gibt keine Möglichkeit, eine Liste der Fälle aufzustellen, in denen sie erfolgreich ist, und eine Liste derer, in denen sie es nicht ist usw. ... Die menschlichen Wesen sind so verschieden. Es wird lange dauern, bis wir so weit kommen. Wenn wir nur herausfinden könnten, wie ein Hund funktioniert, dann wären wir schon ziemlich fortgeschritten." (3-12)


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Online-Version: GegenStandpunkt Verlag 2004