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"RETTET KRUPP - RHEINHAUSEN MUß LEBEN!": "UNSERE REGION MUß LEBEN!" EIN TROSTLOSER APPELL AN DIE ALLGEMEINHEIT, DER NICHTS EINBRINGT
Das Argument soll sein, daß so viel von dem Stahlstandort Krupp in Rheinhausen abhängt, die Stadt, die ganze Region. Der Appell hält es doch glatt nicht für ausreichend, daß 3.500 Stahlarbeiter entlassen werden um dagegen zu protestieren und Forderungen aufzustellen.
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ARBED SAARSTAHL-SANIERUNG: EINE SOZIALDEMOKRATISCHE GLANZLEISTUNG: ARBEITERVERELENDUNG FÜRS DEUTSCHE STAHLGESCHÄFT
Einerseits hat es sich im Fall von Arbed Saarstahl um eine sehr normale Pleite gehandelt: Der Boom der ersten Hälfte der 70er Jahre entpuppte sich in der zweiten Hälfte als "Überkapazitäten". Nicht nur an der Saar, denn im Geschäft mit dem industriellen Rohstoff schlägt jede Konjunkturschwankung unmittelbar durch.
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Das Revier des Kapitals - eine Heimat für Lohnarbeiter
Von einer sich ausbreitenden Zahlungsunfähigkeit der Kapitale, die den Standort Ruhrgebiet gewählt haben, kann keine Rede sein; und alle anderen Ausmalungen einer "Strukturkrise" sind Ideologie. Wenn die Ruhrkohle AG Zechen aufgibt und wenn die großen Stahlkonzeme Hütten stillegen, dann sind das keine Pleiten und auch keine "verspäteten Anpassungen", sondem durchkalkulierte und von langer Hend geplante Maßnehmen im und für den Konkurrenzkampf der Kapitale und Nationen unter dem besonderen EG-Regime für den Montanbereich.
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DAS REVIER IN DER KRISE
Es heißt nach einem Fluß, steht auf steinkohlehaltigem Grund und ist von vorn bis hinten ein pures Geschöpf des Kapitals, das für seine Akkumulation dort einen Standortvorteil gefunden hat: Der Kohleabbau wurde zum Geschäft, weil zur günstigen Geschäftsbedingung für die kapitalistische Produktion erstens von, zweitens mit Stahl. An Gebrauchsgütern aus Stahl hatte nicht bloß die Geschäftswelt, sondern vor allem das Militär einen uferlosen Bedarf.
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Der Fall Rheinhausen: Allgemeine Sympathie für demonstrieren de Stahlarbeiter - da muß doch was faul sein
Auf den ersten Blick mag es ein wenig merkwürdig erscheinen: Da besetzen teilweise vermummte Stahlarbeiter, passiv mit einem Helm bewaffnet, Rheinbrücken und Werkstore und blockieren die Gleise der Deutschen Bundesbahn, und was ist los? "Die Polizei hält sich zurück, organisiert blitzschnell Umleitungen.
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Die "Krise" der Stahlindustrie: Europäisches Stahlmanagement
Wiewohl man im Kapitalismus noch nie etwas von einem Weltmaschinenbedarf oder Welthifibedarf gehört hat - wohlwissend, daß der "Bedarf" nach kapitalistisch produzierten Waren von der zahlungskräftigen Nachfrage abhängt, um die auch nicht etwa "die Welt", sondern Kapitalisten aller Herren Länder konkurrieren -, auf einigen Gebieten gibt‘s ein derartiges Gebilde schon: Der Weltstahlbedarf etwa belief sich im Jahre 1979 auf 740 Mio to, genau aufgeschlüsselt nach Tonnen-Produktion und Tonnen-Verbrauch noch jeder Nation der Welt. Auf diese Weise erfährt man, daß kein politischer Souverän, ob er nun in der BRD hockt oder in Japan, ob in Peru oder Nordkorea, auf dieses "Gut" verzichten will.
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DIE FIRMA KRUPP
Heutiger Aufsichtsrat: Vorsitzender Bertold Beitz; Stellvertreter Ernst Breit, DGB-Vorsitzender; ferner unter anderem: 11 weitere Gewerkschaftler und zwei Perser.
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Eine zivilisatorische Errungenschaft des Kapitalismus: Arbeitslosigkeit statt Arbeitserleichterung
Was gibt es besseres als Arbeitsautomaten? Wenn Maschinen den Menschen die Arbeit abnehmen: Was wäre dagegen einzuwenden?
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Hoesch: Kapital 80 - Ein Beispiel
Für die nationale Wirtschaft zählt der Stahl - entgegen kapitalistischer Gepflogenheit - als Gebrauchswert, und zwar aus zwei Gründen: eine funktionierende Stahlindustrie im eigenen Land ist unverzichtbar für die Rüstung, und sie ist Grundlage der Maschinerie. So steht diese sogenannte Grundstoffindustrie unter besonderem staatlichen Schutz, sie ist aber auch dem staatlichen Bestreben ausgesetzt, sie lohnend zu gestalten: nicht nur unternimmt der Staat allerhand Anstrengungen - zumindest hierzulande -, eine möglichst produktive Konkurrenz unter seinen Stahlproduzenten einzurichten, sondern er setzt sie, gerade um ihrer nationalen Sicherung willen, dem internationalen Produktivitätsvergleich aus.
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MASSENENTLASSUNGEN IN RHEINHAUSEN: "WENN DAS DER ALTE KRUPP WÜSSTE; DANN WÜRDEN SIE ENTLASSEN, HERR CROMME!" SAG BLOSS!
Ein Gerücht geht um in Rheinhausen: Unter dem alten Krupp, da wäre so was nicht passiert. Das war wenigstens noch ein Arbeitgeber mit Herz.
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USA: "Familienstreit" um die Spesen der Krisenpolitik
Einen globalen Handelskrieg könnten in der Tat nur die sechs, sieben imperialistischen Staaten gegeneinander führen, deren Geschäftsmittel die ganze Welt ist. Daß sie ihn gleichzeitig nicht führen können, ohne den "institutionellen Rahmen" zu sprengen, auf den sie qua IWF und GATT verpflichtet sind und für deren Gültigkeit die Weltmacht Nr.
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Vorkriegswirtschaft: "Stockungsphase"
nennt der Sachverständigenrat die gegenwärtige Wirtschaftslage, oder umgekehrt: Man könne nicht von einer "zyklischen Schwäche" reden. Und wenn man bedenkt, daß diese Phase schon vor über einem Jahr eingesetzt hat und "bis tief ins nächste Jahr hinein" oder bis 1983 dauern soll, dann "stockt" die deutsche Wirtschaft, ja die gesamte Weltwirtschaft also 2 Jahre lang oder gar mehr.

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