|
1 / 90 |
Westdeutsche Wahlhilfe für den DDR-Wahlkampf: Nur wo BRD draufsteht, ist auch Demokratie drin
Jetzt haben sie, was sie immer verlangt haben, und es reicht ihnen nicht: In der DDR finden freie Wahlen statt, aber ihre Freiheit ist für bundesdeutsche Politiker immer noch ein zu großes Risiko. Für den Geschmack von Kohl und Vogel ist nämlich trotz günstiger Aussichten noch keineswegs eindeutig genug garantiert, daß am 6. |
|
5 / 90 |
Gegen das linke Wahlfieber: Wählen ist verkehrt
Die Gründe sind ja wirklich kein Geheimnis. Erstens, weil das Parlament ein Herrschaftsinstrument ist und sonst gar nichts. |
|
1 / 87 |
JE UNVERSCHÄMTER DIE NATION, DESTO ERFOLGREICHER IHRE ANSPRÜCHE ODER: "WIR" SIND SCHON SPITZE!
Die Regierurig ermuntert ihr Volk wie - einen guten alten Bekannten: "Weiter so, Deutschland!" Sie lobt ihre Nation für erbrachte Leistungen - und jeder weiß sofort, daß es sich um ein pures Selbstlob handelt. |
|
2 / 87 |
Die Zweitstimme zum Reden gebracht
Viel läßt sich mit ihr nicht sagen. Das Alphabet, das zur Sprache gehört, in der die Zweitstimme redet, besteht aus einem schlichten Kreuz. |
|
3 / 87 |
Die Hessen, ein Volk von Wahlhelfern
Der Gegenstand des Koalitionsbruchs war in freier Wahl und offenkundiger Kumpanei aller Beteiligten ausgesucht. Die Grünen forderten die SPD "ultimativ" auf, die hessische Genehmigung für ALKEM zu verweigern, das Geschäft der Genehmigung also Wallmann zu überlassen. |
|
7 / 86 |
Wahlen und Wahlkampf 1986: Der Stimmzettel - Blankoscheck für die Macht
Wahlen sind die Ermächtigung der Herrschaft durch die Untertanen. In Wahlen nimmt der Bürger Abstand von all den Interessen, die er in seinem Alltag schlecht und recht zu wahren versucht. |
|
9 / 86 |
KORRESPONDENZ: "WÄHLEN, UM DEN NUKLEAREN KRIEG ZU VERZÖGERN"
Lieber Wählerlin! Im ersten Halbsatz Deines Briefes stimmst Du einem Artikel zu, der nur eines beweist: "Wahlen sind die Ermächtigung der Herrschaft durch die Untertanen." Zwei Sätze weiter bist Du bei einem eigenartigen "dennoch": Es gäbe "Situationen, in denen die Teilnahme an Wahlen überlebenswichtig werden kann." Ausgerechnet dann, wenn's ums "Überleben" geht, soll es also kein Fehler, sondern haargenau das Richtige sein, mit dem Wahlkreuz sich selbst als Bürger zur ohnmächtigen Manövriermasse der - vertrauensvoll oder skeptisch, auf jeden Fall ohne Einschränkung - ermächtigten Herrschaft zu erklären?! |
|
9 / 86 |
Wieder einmal die Logik vom "kleineren Übel"
Lieber Wählerlin! Im ersten Halbsatz Deines Briefes stimmst Du einem Artikel zu, der nur eines beweist: "Wahlen sind die Ermächtigung der Herrschaft durch die Untertanen." Zwei Sätze weiter bist Du bei einem eigenartigen "dennoch": Es gäbe "Situationen, in denen die Teilnahme an Wahlen überlebenswichtig werden kann." Ausgerechnet dann, wenn's ums "Überleben" geht, soll es also kein Fehler, sondern haargenau das Richtige sein, mit dem Wahlkreuz sich selbst als Bürger zur ohnmächtigen Manövriermasse der - vertrauensvoll oder skeptisch, auf jeden Fall ohne Einschränkung - ermächtigten Herrschaft zu erklären?! |
|
12 / 86 |
Der Wähler
Der wirkliche Souverän ist auch in der Demokratie die jeweilige Regierung. In der Demokratie ist die aber höflich genug, "den Wähler" als den "eigentlichen" Souverän von sich zu unterscheiden und als ihren Auftraggeber auszugeben. |
|
6 / 85 |
WAHLEN IN NORDRHEIN-WESTFALEN: DEMOKRATISCHER DIALOG I
Wie recht die Politikwissenschaft mit ihrer Einsicht hat, daß die Parteienkonkurrenz das geeignetste Mittel sei, um im Volk volle Klarheit über die Politik zu schaffen, beweisen die diesbezüglichen Fortschritte in dem von den großen Volksparteien veranstalteten Aufklärungsprozeß. Es genügen genau 5 Argumente bzw. |
|
1 / 83 |
Bundestagswahlen: Ermächtigung '83
Daß Zustimmung zur demokratischen Herrschaft sich jeglichem Vergleich mit den materiellen Wünschen der Bürger versagt - mit dieser Wahrheit gehen heutzutage die berufenen Vertreter der Staatsgewalt offensiv für sich werben. Dabei ist nicht erst seit den Tagen, an denen die sogenannte "Wende in Bonn sich in neuen unionschristlich eingefärbten Charaktermasken auf Regierungsbänken niederschlug, eines klar, daß sich wahrer Bürgersinn im Gehorsam an den von oben beschlossenen "schweren Zeiten" zu bewähren hat. |
|
1 / 83 |
Neuwahl der Bürgerschaft: Hamburger Verhältnisse - bestens
Brav war er, "der" Hamburger Wähler! Nachdem er sich beim letzten Mal am 6. |
|
2 / 83 |
DAS BEFREUNDETE AUSLAND ZUR BUNDESTAGSWAHL: KANZLER GEWÄHLT - RAKETEN BESTELLT
Da gab es erst mal gar keine Differenzen - die Entscheidung in Bonn galt allen Bündnispartnern als überwältigendes Votum für die Sache des Bündnisses; eine Nichtstationierung der Raketen im Frontstaat BRD ist ab sofort nur mehr über die Leiche des deutschen Wahlvolks möglich: "Die westdeutschen Wähler haben deutlich gemacht, daß sie in der Allianz bleiben wollen." |
|
11 / 83 |
Leistungslohn in Bonn (Diäten)
Und was angemessen ist, sieht man ja an der Entscheidung der fähigen, verantwortlichen und qualifizierten, nämlich gewählten Kandidaten, die sie frei nach ihrem besten Gewissen und Interesse gefällt haben. Irgendwie hat er ja recht, der Bundestags-Oberbarzel. |
|
11 / 83 |
BLINDES VERTRAUEN
Wenn die Politik den Leuten besonders übel mitspielt, weil sie "schwere Zeiten" fürs einfache Volk beschlossen hat, und wenn eben dieses Volk daraus den Schluß zieht, gerade jetzt wären Politiker nie so wertvoll wie heute, zu den Wahlurnen eilt und jene wählt, die sich besonders erfolgreich beim Leuteschröpfen hervorgetan haben - dann handelt es sich zweifelsfrei um eine Demokratie. Und wenn die Politiker ausgerechnet mit ihrer Arbeitslosenproduktion und ihren "Sparprogrammen" im Wahlkampf Punkte machen, der Gemeinste sich als der "Ehrlichste" feiern lassen darf, dann leben wir in einer "lebendigen" Demokratie mit lauter extrem zuverlässigen demokratischen Bürgern. |
|
2 / 82 |
Niedersachsen-Wahl: 4,178 MIO. NÜTZLICHE IDIOTEN FÜR DEUTSCHLAND
Zum Frühlingsanfang haben sich die Niedersachsen zweierlei eingehandelt: eine neue Herrschaft aus 87 CDU-, 63 SPD-, 10 FDP- und 11 grünen Parlamentshängern und das zweifelhafte Verdienst, mit ihren Stimmen bundesweit als "politisches Barometer" fungiert zu haben. Wer hat davon eigentlich einen Nutzen? |
|
4 / 82 |
DAS ERGEBNIS DER HAMBURGER BÜRGERSCHAFTSWAHLEN: ANSTÄNDIG REGIERT WERDEN MUSS
So legt es die Hamburger Verfassung im Artikel 10 fest. Folglich wurde für den 6. |
|
6 / 82 |
Neuwahlen im März? "Wem gehört die Verfassung?"
"Das deutsche Verfassungsrecht lehnt im Interesse des möglichst unverfälschten und glaubwürdigen Wählervotums manipulierte Wahltermine ab" (Robert Leicht in der "Süddeutschen Zeitung"). "Glaubwürdig" soll das "Wählervotum" sein - für wen eigentlich? |
|
2 / 81 |
Wahlkampf in Westberlin: Lauter Opfer für die Frontstadt
Wahlen in Berlin sind von jeher etwas Besonderes. Berlin ist nicht einfach eine Stadt wie Frankfurt oder Köln, in Berlin an der Macht zu sein, nicht einfach ein kommunalpolitischer Erfolg. |
|
3 / 81 |
Westberlin: Die Wahl des Jahres - Alternativ wählen ist alternativ verkehrt
Die AL ist eine kritische Partei. Überall bemerkt sie Gründe zur Unzufriedenheit ungefähr so: |
|
2 / 80 |
Landtagswahlen in Baden-Württemberg und NRW: BRD-Primaries
Demokraten sind seltsame Charaktere: da trimmen sie die herauwachsende Jugend erbarmungslos auf die Einsicht, daß die Wahlen als machtvoller Souveränitätsakt des ganzen Volkes das Kernstück der Demokratie bilden, daß diese Betätigung des Volkswillens unverbrüchlicher Garant für ein Leben in Freiheit und Menschenwürde sei, was man am besten an der erbärmlichen Wahlfarce im Osten ablesen könne, wo die freie Entscheidung des Bürgers und damit jeder gesellschaftliche Fortschritt verwehrt sei usw. usf. |
|
3 / 80 |
Der Wahlkampf läuft
Einen demokratischeren Wahlkampf als diesen hat die Bundesrepublik noch nicht gesehen. Das Rennen Schmidt-Strauß hat sich von allem emanzipiert, was noch den Anschein erwecken könnte, es ginge bei der Bundestagswahl im Herbst um mehr ale die Zustimmung des Volkes zur Herrschaft und als hätte der Wahlakt dee Bürgers noch irgendeinen anderen Grund als den, der Herrschaft seine Zustimmung geben zu wollen. |
|
4 / 80 |
DER DEUTSCHE WÄHLER
der westdeutsche - ist ein guter Wähler. Er war es von Anfang an. |
|
5 / 80 |
BRIEFE ZUR WAHL
Unsere in hoher Auflage verteilten "Argumente zur Wahl", in denen wir die Wahl, die Politiker und ihre Wähler angriffen und darlegten, daß es keinen einzigen Grund gibt, den Herrschaften in Bonn Respekt zu bezeigen, also auch keinen Grund, sie zu wählen, sind nicht ohne Echo geblieben. An dieser Stelle den Schreibern der vielen Briefe zu danken ist uns aber nach ihrer Lektüre vergangen. |
|
5 / 80 |
Bundestagswahlen: Das Ergebnis
Am 5. Oktober, pünktlich um 18 Uhr hatte "der Wähler, der oberste Souverän und Herr dieses Landes" (so nannte Herr Kohl die Stimmlieferanten) seine kurze Herrschaftsperiode, die er alle vier Jahre mittels der Gewalt des Kreuzes für einen Tag ausüben darf, beendet. |
|
5 / 80 |
SPITZENDUELL IN ARD UND ZDF: VIERMAL WERBUNG FÜR DIE MACHT
Das deutsche Fernsehen ist eine Bildungsanstalt. Jeder, der sich am Donnerstag vor der Wahl das Duell "Mann gegen Mann" zu Gemüte führte, konnte das feststellen, entweder seiae Einbildungen bestätigt finden oder in seinem Ärger über das Gebotene wirklich merken, worum es ging. |
|
5 / 80 |
OHNMACHT VOR DEM WECHSELWÄHLER
Wären die Stimmenverluste der Union und die Stimmengewinne der FDP der SPD zugefallen, hätte es nurmehr einen Zuwachs der Grünen um 1 0ebraucht, und die SPD hätte die absolute Mehrheit errungen. Hätten aber CDU/CSU ihre Wähler von 1976 bei der Stange gehalten und wären Wähler statt zur FDP zur Union übergewechselt - die Christdemokraten würden die nächste Regierung allein stellen. |
|
6 / 80 |
Nach der Wahl: Dem Volk wird die Regierung erklärt
Wenn der Kanzler seine Regierungserklärung unter das Motto "Mut zur Zukunft" stellt und dann auch noch humorvoll erklärt, wäre er Finanzminister, "wären die Grausamkeiten härter ausgefallen" (Stern), so ist das keine Geschmacklosigkeit, sondern die Gewißheit, daß er eine Sorge los ist: Das deutsche Wählervolk, das wie erwartet mit selbstloser Selbstverständlichkeit bestätigt hat, daß es regiert werden will, braucht nicht mehr umworben zu werden, sondern wird regiert. |