weiterführend:
Dissidenten | Litauen | SU-Aussen | SU-Inneres
|
1 / 91 |
BETR.: "DER RUSSE"
(Antwortschreiben unseres Experten für Ethnologie und politische Kultur der Sowjetvölker auf eine Artikelbestellumg der MSZ-Redaktion) |
|
1 / 91 |
GORBATSCOW ZIEHT SCHEIE AUS DEM VERKEHR EIN UNVERHOFFTER SIEG DES MONETARISMUS - AUSGERECHNET IM KREML
Der Russe ist so, wenn er etwas glaubt, dann glaubt er mit Haut und Haaren. Zur Zeit stehen in der Sowjetunion Einsichten in den Wert des Geldes hoch im Kurs, die zwar im Freien Westen erfunden worden sind, wo aber alle Wirtschaftsminister und Bundesbanker, allein schon wegen ihrer Achtung des Eigentums davor wären, wenn sie jemand "anwenden" wollte. |
|
1 / 91 |
Sowjetunion: Mit der Perestroika in den permamenten Staatsnotstand
Aus westlicher Sicht liegen die Dinge klar. "Reformpolitik am Ende", "Rückfall in den Stalinismus" etc. |
|
2 / 91 |
Was Gorbatschow für den Erhalt der Sowjetunion ins Feld zu führen hat
Was Balten, Georgier, Ukrainer und andere Nationalitäten für ihre Unabhängigkeitsbestrebungen ins feld führen, ist hinlänglich bekannt; ihr Anliegen ist hiesigen Begutachtern so selbstverständlich, daß sie die guten Gründe dafür schon kennen und unterschreiben, bevor oder auch statt daß sie sie zur Kenntnis nehmen: Schluß mit der Unterdrückung durch die Sowjetunion, Beendigung von Fremdherrschaft, eine eigene Nation als Litauer, Letten... Was sie davon haben, ist den Litauern, Letten... |
|
3 / 91 |
Streik der sowjetischen Bergarbeiter
Seitdem es ihn gibt, berichtet das demokratische Pressewesen vom Umfang des Streiks der sowjetischen Bergarbeiter. Und dieselbe Öffentlichkeit, die hierzulande die kurzfristige Aussetzung der Briefzustellung als Testfall für die öffentliche Ordnung wertet, wundert sich überhaupt nicht und rechnet die Hunderttausende zusammen, die in der UdSSR unbefristet einen Hauptnerv der industriellen Produktion lahmlegen. |
|
1 / 90 |
5 Jahre Perestroika - und es ist endlich soweit: Nur die Armee hält die Sowjetunion noch zusammen
Ausgerottet haben die sowjetischen Kommunisten den Nationalismus ihrer verschiedenen Völkerschaften nie. Wie auch. |
|
3 / 90 |
DIE LEISTUNGSBILANZ DER PERESTROJKA
Weder die antisowjetische Außenpolitik des Freien Westens noch der berüchtigte "Stalinismus" und die allgegenwärtige "Stagnation" haben das zustandegebracht, was der Perestrojka in fünf Jahren gelungen ist: Das sowjetische Staatswesen ist nachhaltig geschädigt. Insofern ist das Selbstlob der Veranstalter unbegründet - sie hatten das Gegenteil beabsichtigt. |
|
3 / 90 |
DIE NEUE GENERALLINIE
Die beabsichtigten Erfolge der Perestrojka stellen sich nicht ein. Ihr Erfolg fällt ganz anders aus: Sie greift die Substanz des Staates an - seine ökonomischen Grundlagen, die Staatsautorität in Gestalt der Partei, die Staatseinheit in Gestalt des Unionszusammenhangs und sogar die Geschlossenheit und Tauglichkeit der Armee. |
|
3 / 90 |
IN EIGENER SACHE: UNSER "VERHÄLTNIS" ZU DENEN IN MOSKAU
Daß die im Kreml nichts können und auch gar nichts Gescheites wollen, haben wir schon zu Leonids Zeiten gesagt. Die Gründe dafür sind ausführlich veröffentlicht worden; und zu einer Betrachtung der russischen Art unter dem Gesichtspunkt, ob solcher Sozialismus, seine Macht und seine Mittel, seine Erfolge und Mißerfolge eine Bedingung für uns sind, haben wir uns nie herbeigelassen. |
|
3 / 90 |
KONVERSION
heißt der Schlager, mit dem die Perestrojka mit dem Traum westlicher Friedensbewegter ("Schwerter zu Pflugscharen") ernst machen will. Nicht nur die Rüstungsbetriebe sollen auf zivile Produktion umgestellt werden; es laufen sogar Projekte, aus Panzerfahrzeugen der Armee Zugmaschinen für die Landwirtschaft zu basteln. |
|
4 / 90 |
Perestroika im Überbau: Russische Seele im Aufbruch
Die "De-Ideologisierung" der SowjetgeseUschaft - so heißt die Befreiung von "stalinistischem Ungeist" und "weltanschaulichem Dogmatismus" - geht stürmisch voran: mit einer Flut von Ideologien finsterster Art, vor deren fortschreitender Radikalisierung mittlerweile selbst diejenigen mitunter die Ohren anlegen, die diese allzu menschlichen Werte als gediegene moralische Grundausstattung eines humanen Gemeinwesens so sehr zu schätzen wissen. Das unzensierte sowjetische Geistesleben |
|
5 / 90 |
Die Sowjetunion verabschiedet ihr System: Vorwärts zum Kapitalismus
Die Sowjetunion hat eine grundsätzliche Reform angesagt, sie will das Ende des Sozialismus herbeiregieren, Marktwirtschaf einführen. Ein Staat ist entschlossen, seine materielle Grundlage, das System der Produktion und Verteilung abzuschaffen und eine neue an deren Stelle zu setzen. |
|
6 / 90 |
Der unaufhaltsame Aufstieg der Sowjetunion: Von der bedrohlichen Weltmacht zum Almosenempfänger
Im Machtbereich des Kreml wurde schon früher Not gelitten. Von Lenin bis Leonid gab es reichlich Informationen über wirkliche wie erfundene Armut. |
|
1 / 89 |
Antisowjetismus heute - Perestroika beim Feindbild?
Alle bürgerliche Befassung mit der Sowjetunion gelangt vom Maßstab der Demokratie und des Kapitalismus zu dem Urteil: defizitär. Vom Standpunkt des Grundgesetzes aus ist die Sowjetmacht ein einziger Rechtsbruch, und für die Apologeten der Marktwirtschaft die Sowjetökonomie eine grandiose Mißwirtschaft. |
|
3 / 89 |
Die BRD-Linken - von einer Hypothek entlastet, zwischen Hoffen und Bangen: Wir schätzen Gorbatschow ein!
Westdeutsche Linke, organisiert und unorganisiert, richten ihr Augenmerk auf die Vorgänge in der Sowjetunion und fragen: Was bedeuten Glasnost und Perestroika für uns als Linke? Fördert Gorbatschow unsere Glaubwürdigkeit? |
|
3 / 89 |
Michail Gorbatschow: Warum dieser Mann keinen Respekt verdient
Jetzt besucht er die Bundesrepublik. Der Mann, dem sie alle Glück und gutes Gelingen wünschen bei seinen Werken. |
|
4 / 89 |
Das Kohl-Gorbatschow-Dokument: Frechheit siegt
Solche Erklärungen, die als dokumentarische Weihe der Beziehungen von Staaten feierlich unterzeichnet werden, enthalten in der Regel allerlei Allgemeinplätze, die guten Beziehungen und den ernsten Willen zu ihrer Verbesserung betreffend. Besuchen sich Feinde, dann triefen diese Machwerke der Diplomatie nur so von Frieden und Fiedenswillen. |
|
5 / 88 |
Michail Gorbatschow: Perestroika - Die zweite russische Revolution
Der erste Mann im Kreml ist unter die Schriftsteller gegangen. "Wir wollen, daß man uns versteht." |
|
7 / 88 |
PERESTROJKA IN AKTION: VIEL ÜBERBAU, WENIG UMBAU
Mit aufgeregter Besorgnis überwacht die westliche Öffentlichkeit die Vorbereitungen auf die sowjetische Allunionskonferenz. Unglaubliche Auseinandersetzungen sollen toben, schwere Machtkämpfe, Schicksalsfragen allererster Ordnung anstehen. |
|
10 / 88 |
Nebenfronten von gewaltigem Interesse: Regionale Konflikte
So heißen blutige Auseinandersetzungen, die dauernd in den verschiedensten Weltgegenden stattfinden. Durch einen Vergleich mit dem für ziemlich wüst erachteten globalen Konflikt zwischen den "Supermächten" haben sie ihren Namen erhalten. |
|
11 / 88 |
Der Kanzler in Moskau: "Gute Beziehungen" - d.h. unverschämte Ostpolitik
Man kann den Kohl-Besuch in Moskau aus deutscher Sicht sehen. Natürlich auch aus russischer. |
|
11 / 88 |
Gegenstandpunkt: Wie Gorbatschow den guten Ruf des Kommunismus ruiniert
Neuerdings hat der Kommunismus, wie er sich auf sowjetisch präsentiert, ausgerechnet im Westen außer seinem schlechten Ruf auch noch eine gute Presse. Schuld daran ist vor allem ein Mensch namens Michail Gorbatschow. |
|
2 / 87 |
Das Reformprogramm der KPdSU: Wende - auf sowjetisch
Die KPdSU hat - nicht erst seit Gorbatschow, aber seit seinem Amtsantritt mit Entschiedenheit - den Beschluß gefaßt, daß sich die Sowjetgesellschaft gründlich ändern muß. Westliche Sowjetkorrespondenten berichten seitdem in erregtem Tonfall immer wieder einmal, daß sich zwischen Wladiwostok und Leningrad einiges tut. |
|
3 / 87 |
Afghanistan: Die SU will den Krieg beenden - Der Westen gestattet es nicht
Die neue Führungsmannschaft in Moskau ist fest entschlossen, Feindseligkeiten, die sie für vermeidbar hält, abzubauen. Sie will alles von ihrer Seite Mögliche tun, um Fronten zu erübrigen. |
|
3 / 87 |
Das Ergebnis des Moskauer Friedensforums. Sieben Minuten Bastians Hand an Gorbatschows Brust oder: Warum weinte Maria Schell ?
Die Öffentlichkeit ist gespalten. Einerseits geradezu begeistert, was in Moskau alles geht, andererseits - gerade wegen der Begeisterung - richtiggehend erbittert, was das wieder für ein mieser Trick ist. |
|
4 / 87 |
Im Kreml tut sich was - wir prüfen, verteilen die Zensuren und entscheiden übers Vorrücken
Unser Feindbild war jahrzehntelang in Ordnung. Führung und Volk im Osten haben wir theoretisch voll im Griff gehabt. |
|
4 / 87 |
OFFENER BRIEF DER ZEITSCHRIFT "BLÄTTER FÜR DEUTSCHE UND INTERNATIONALE POLITIK"
Ihr leidenschaftliches Plädoyer für Demokratie und Frieden, für Frieden und Demokratie beeindruckt uns und viele unserer Landsleute. Die Entschiedenheit, mit der Sie in Ihren jüngsten Reden den Zusammenhang zwischen umfassender Demokratisierung und wirtschaftlicher Erneuerung herausgearbeitet haben, bekräftigt zugleich den Ernst Ihrer Friedensinitiativen, Ihrer Suche nach Wegen aus der Gefahr. |
|
4 / 87 |
Was ist wirklich los in der Sowjetunion
Die Wortführer im Westen mögen noch so sehr angeben, daß sie die Sowjetunion zur Einsicht in die Überlegenheit der Demokratie gebracht hotten; sie mögen noch so anmaßend die Chancen abwägen, eine zahm gewordene Sowjetunion als riesiges Entwicklungsland zu übernehmen - beteiligt sind sie an dem, was in der Sowjetunion vor sich geht, nur in einer einzigen Hinsicht: Ihre militärische Bedrohung, der unter Führung der USA gefaßte Beschluß der NATO, sich die Mittel für die militärische Entscheidung des Systemgegensatzes zuzulegen, hat den Anstoß zu der Generalrevision gegeben, die die KPdSU unter Gorbatschow durchführt. Dabei ist der Westen weder als Ratgeber noch als Vorbild oder NutznieDer gefragt; die aufgezwungene Gegnerschaft, die wieder einmal von neuem erfahrene Notwendigkeit zur Selbstbehauptung hat die Partei zu ihrem Programm veranlaßt, ‚alle Kräfte ihrer Gesellschaft zu mobilisieren. |
|
5 / 87 |
Tschernobyl und seine Bewältigung (1 Jahr nach dem GAU)
Wie bei jedem anderen Großereignis werden auch beim einjährigen Jubiläum des "Super-GAU"s in der Ukraine serien-, seiten- und fernsehminutenweise die Bilder und Kommentare von damals zum hundertsten Male hervorgekramt. "1 Jahr danach" heißen durchweg die Serien. |
|
10 / 87 |
Polemik gegen die Generallinie der KPdSU
Die KPdSU hat ihren sozialistischen Staat nie anders aufbauen können als unter Kriegsbedingungen und unter Kriegsdrohungen, die mit enormen Rüstungsanstrengungen zu beantworten waren. Sie hatte Hitler zu widerstehen und nach dem gewonnenen Weltkrieg der Feindschaft der verbündeten Demokratien bis hin zur Weltraumrüstung. |
|
12 / 87 |
Stalin - wer war das?
Er hat für einen "stürmischen industriellen Fortschritt" im revolutionären Sowjetrußland gesorgt und dessen Landwirtschaft total umgekrempelt. Er hat die Rote Armee zum Sieg über den deutschen Imperialismus kommandiert und den sog. |
|
1 / 86 |
Die Verbrechen der Russen: Afghanistan, Nicaragua, Menschenrechte, Sacharow, Planwirtschaft, Waffen, System und Charakter
Die Sowjetunion hat Waffen. Die sind weder offensiv noch defensiv, sondern die Machtmittel einer Weltmacht und ihrer Interessen und fallen dementsprechend groß dimensioniert aus. |
|
3 / 86 |
Gorbatschow-Vorschlag: Krieg oder Frieden!
Ein Gerücht geht um, an das keiner glaubt: SDI soll die Welt von Atomwaffen befreien. Jeder glaubt, daß der sowjetische Vorschlag zwar vorgibt, vom selben Geist beseelt zu sein, aber nie und nimmer ehrlich gemeint sein kann. |
|
5 / 86 |
Sowjetunion heute - Ein Reisebericht
Als wir am Flughafen Moskau-Scheremetjewo ankamen, waren wir schon durch Reisepublikationen vor Unannehmlichkeiten bei der Einreise gewarnt. Zunächst konnten wir jedoch außer einem Haufen westeuropäischer Touristen nichts Besonderes ausmachen. |
|
3 / 85 |
Feindbild / Bildung, Teilgebiet: Fremde Mächte Ost
Einen Schülerwettbewerb "Die Deutschen und ihre östlichen Nachbarn" hat das Bayerische Kultusministerium ausgeschrieben. Begründung: "Der Blick über die politische Grenzlinie in Europa lohnt sich bestimmt; er bringt Hinweise und hoffentlich einige Einsichten." |
|
12 / 85 |
Das neue Parteiprogramm der KPdSU: Der Sozialismus stellt sich auf die Wende ein
"Die große Sache des Kommunismus ist unbezwingbar" Michail Gorbatschow zum Entwurf des neuen Parteiprogramms: |
|
1 / 84 |
1 Jahr vorurteilsfreie und pluralistische Rassenkunde: Ein unerträglicher Menschenschlag
Im Januar unterdrückte die DDR die Freiheit deutscher Presseleute, in Autounfällen Attentate auf Honecker zu entdecken, und "belastete das deutsche Verhältnis schwer" durch die Ausweisung des "Stern"-Reporters, der solche terroristischen Unsitten entlarvt hatte. Die Wahrheit ließ sich aber auch von diesseits der Grenze beobachten: |
|
3 / 84 |
Der Weltfeind als Person - Ein demokratischer Dauernekrolog
Entgegen den üblichen Behauptungen leben die wirklichen Anhänger des Personenkults im Westen. Der Führer lebt - im demokratischen Instrumentarium zur Begutachtung von Politik. |
|
7 / 84 |
Das Neueste vom Feind
Da die "Bildzeitung" in letzter Zeit die Sache mit den Russen ziemlich nachlässig gehandhabt hat - vor lauter Streikgemecker hätte man ja fast vergessen können, daß wir einen Hauptfeind haben! -, muß das mal wieder zurechtgerückt werden. |
|
7 / 84 |
Sowjetische Bedrohung I: Die NATO entlarvt eine schwache Reaktion Sowjetische Bedrohung II: Die NATO warnt vor sowjetische Überlegenheit
Die bekundete Untauglichkeit der sowjetischen militärischen Gegenmaßnahmen gegen die NATO-Rüstung ändert natürlich nichts daran, daß das Militärpotential der SU an NATO-Ansprüchen gemessen prinzipiell nach wie vor viel zu groß ist. Der Entlarvung sowjetischer Schwäche folgt deshalb die Ausmalung ihrer Stärke auf dem Fuß. |
|
10 / 84 |
Breschnew, Andropow, Tschernenko: Die Rolle der Krankheit in der Politik
Tschernenko ist krank, war fast tot, er läuft wieder herum, er zeigt sich nicht mehr, ist er schon gestorben? Nein, da ist er wieder, was hat er denn? |
|
1 / 83 |
Lästige Störmanöver gegen NATO-Aufrüstung (Andropow-Angebote)
Nehmen wir einmal den Schein ernst, als ginge es bei den Fragen der Aufrüstung zwischen West und Ost noch um Verhandlungen und stellen uns daher naiv die folgende Frage: Aus welchem Grund ist auch das bislang weitreichendste Kompromißangebot der Sowjetunion in bezug auf die Mittelstreckenraketen für den Westen völlig unannehmbar? Denn das steht ja fest: Während die von der NATO der Sowjetunion angetragene Null-Lösung erklärtermaßen vom Adressaten kompromißlos eine einseitige Abrüstung abverlangt, weil man selbst nichts preisgeben will, außer dem Verzicht auf etwas, was man noch gar nicht besitzt, muß von dem sowjetischen Gegenvorschlag einer "ehrlichen Null-Variante" gesagt werden, erstens, daß er auf einem Kompromiß beruht und zweitens der Gerechtigkeit alle Ehre macht. |
|
3 / 83 |
Die Antwort der aggressiven Gegenmacht
Illusionen über das Ziel und die Maßnahmen der westlichen Politik machen sich die Führer der 2. Weltmacht keine. |
|
3 / 83 |
Sowjetunion: Initiative, Moral, Disziplin - antimaterialistische Rezepte für die sowjetische Vorkriegs wirtschaft
Die Maßnahmen, mit denen die NATO-Staaten der Sowjetunion beibringen, was mit dem von ihr geforderten weltpolitischen "Wohlverhalten" gemeint ist, haben ihre Wirkung nicht verfehlt: Die Sowjetmacht konzentriert ihre ökonomischen Mittel auf deren Abwehr und stellt sich auf die "schweren Zeiten" ein, die der Westen ihr bereitet. Absolute Priorität hat das Mithalten in der von den USA diktierten Aufrüstung. |
|
1 / 82 |
"Imperialistischer Mythos des Hungers"
Der "Offene Brief" an die Ärzte-Initiative in Sachen Polenhilfe stammt von einer oppositionellen Gruppe innerhalb des KBW. Der "Aufruf" nebst unterstützendem Kommentar wurde im Dezember in der"Kommunistischen Volkszeitung" abgedruckt. |
|
1 / 82 |
2 Jahre Afghanistan: Ein Jubiläum
Carter und Breshnew unterzeichnen in Wien den SALT-II-Vertrag. In den USA werden immer mehr Stimmen gegen dieses Vertragswerk laut: Die Ratifizierung durch das amerikanische Parlament läßt auf sich warten. |
|
1 / 82 |
Künstler zu Polen: Starren, Stammeln, Starke Töne
"Polen" ist das Stichwort des Literaten 82 und verwandter Geister: Nicht daß er zu sagen wüßte, was dort eine Regierung mit ihrem Volk anstellt, wenn sie es gewaltsam zu einer Arbeit treibt, von deren Produkten es nichts hat außer der Gewißheit, daß sie für wichtigere staatliche Aufgaben da sind. Nein, denn sonst verfaßte er nicht eine Protestresolution nach der anderen im Namen einer Freiheit, für die sich im übrigen kein Pole etwas kaufen kann, sondern bekäme erst einmal einen Schreck vor seiner eigenen Herrschaft, die in puncto Arbeitszwang der "polnischen Wirtschaft" noch einiges vormacht, und entdeckte dann vielleicht, daß der freie Gebrauch eines "kreditabhängigen" Polen durch die Bundesrepublik der Grund für dessen wirtschaftliche Misere ist. |
|
2 / 82 |
Ideologische Beiträge zur Endlösung der Systemfrage
Während die westlichen Staatsmänner beschließen, den Ostblock mit Hilfe seiner ökonomischen Abhängigkeit zu bestrafen und die ökonomische Basis des Kriegsgegners noch ohne den Einsatz wirklicher Waffen zu zerstören, tun die Agitpropleute der Demokratie ihre Pflicht und finden tiefere Gründe. In aller Freiheit - auch und vor allem gegenüber den Gesetzen der Logik, um die sich parteilicher Journalismus wohl noch nie so wenig hat kümmern müssen wie in den jetzigen Zeiten - wird der Menschheit die Order verdolmetscht, daß und warum der Kommunismus am Ende ist: An seinen eigenen Unfähigkeiten geht er zugrunde; die Offensive der NATO ist also letztlich als eine Art Sterbehilfe in etwas größerem Maßstab zu verstehen. |
|
5 / 82 |
Krisendiagnose für den Ostblock: Ein herzerwärmendes Todesurteil
Seit dem polnischen Aufstand haben Krisen berichte aus dem Ostblock über Planrückstände, Preiserhöhungen und Versorgungsmängel ihren festen Platz im Nachrichtenwesen, so daß die Probleme einer polnischen, russischen oder DDR-Hausfrau inzwischen bekannter sein dürften als die einer bundesdeutschen, die ja nicht Schlange steht, sondern bloß ihr Anspruchsdenken zurückschraubt. Opfer der Bevölkerung, wie sie in einigen Weltgegenden von wegen Unterentwicklung seit Jahrzehnten schon erst gar nicht zur Kenntnis genommen, in anderen nicht so genannt, sondern als notwendiger Beitrag des einzelnen für die Freiheit eingefordert werden - im Osten fungieren sie als ein Beweismittel. |
|
6 / 82 |
Die Sowjetunion aus amerikanischer Sicht: Ein lebender Leichnam - zum Tode verurteilt
So beginnt ein "Time"-Kommentar, der anläßlich des Führungswechsels im Kreml ein "Dilemma" der Reagan-Politk gegenüber der UdSSR konstatieren will. Diese der eigenen nationalen Interessen und Macht gewisse Feindschaftserklärung, macht aus dem eigenen aggressiven Kurs kein Hehl und bemüht für die Gegnerschaft gar keine anderen Gründe mehr als das eigene Ultimatum, daß die Sowjetunion sich aus der Weltpolitik zurückzuziehen hat, sowie die Drohung, ihr dafür mit der eigenen Übermacht eben die häuslichen Probleme an den Hals zu schaffen, auf deren Anerkennung man sie verpflichten will. |
|
6 / 82 |
Jurij Andropow: Programmierte Enttäuschung
Für eine Öffentlichkeit wie die unsrige, die es in der Abteilung Persönlichkeitskult zu einer gewissen Meisterschaft gebracht hat, ist es Ehrensache, anläßlich des Auftretens eines neuen Sowjetführers Spekulationen anzustellen. Über das, was der neue Mann tun wird, gibt es freilich wenig Vertun - was soll er denn anders machen, als sich der vom Westen geschaffenen "Sachzwänge" erwehren? |
|
6 / 82 |
PRAKTIZIERTER SYSTEMVERGLEICH ÖKONOMISCH
‚Unsere Antwort an Reagan‘, diese Losung hängt im Leningrader Betrieb ‚Newski-Sawod‘ an der neuentwickelten Gasverdichteranlage GTN 25. Hier in der großen sowjetischen Industrie- und Hafenstadt laufen alle Räder auf vollen Touren, um unabhängig von allen Embargounsicherheiten die Voraussetzungen für die vertragsgemäße Lieferung von Erdgas nach Westeuropa durch die Exportgasleitung Westsibirien-Westeuropa im Januar 1984 zu schaffen. |
|
6 / 82 |
Russe, Weltfriedensmachtpolitiker,...: Leonid Breschnew
hat als Arbeiter, Student, Parteiaktivist, Soldat, Politoffizier und politischer Anführer der Neulanderschließung die jeweiligen Beschlüsse der Partei mit soviel Erfolg mit durchgesetzt, daß er die Beschlüsse mitfassen durfte und schließlich in Moskau nach dem Sturz Chruschtschows für die Führung der Staatsmacht ausgewählt wurde. Das kann man ihm natürlich als unglaubliche Raffinesse auslegen, von wegen der abgründig-mysteriösen Methoden des sowjetischen Führungswechsels, genauso wie bürgerlichen Politkarrieruten, wenn sie oben sind, dieser Sachverhalt als glänzend geplante Karriere und überragend ausgefallener Beweis ihres Könnens attestiert wird. |
|
2 / 81 |
Helden der Arbeit - Ein "Systemvergleich"
Daß man als Arbeiter sein Leben mit viel Arbeit hinüberbringt, ist hierzulande normal, und das sieht man den Leuten an - nicht erst, wenn sie 50 sind. In der Sowjetunion kann damit einer Held werden. |
|
2 / 81 |
KPdSU-Parteitag: Wie hättet ihr's denn gern?
"Auf seinem wohl letzten Parteitag rief Leonid Breshnew, 74, noch einmal, trotz Reagans Schelte, zum Akkord mit dem Westen, beklagte heimische Versorgungsmängel, empfahl Verzicht auf das utopische Parteiprogramm - und drückte sich um die brennendsten Probleme Polen und Afghanistan herum. Dann besetzten Soldaten den Sitzungssaal." |
|
2 / 81 |
Planung der realsozialistischen Kriegswirtschaft
"Auf seinem wohl letzten Parteitag rief Leonid Breshnew, 74, noch einmal, trotz Reagans Schelte, zum Akkord mit dem Westen, beklagte heimische Versorgungsmängel, empfahl Verzicht auf das utopische Parteiprogramm - und drückte sich um die brennendsten Probleme Polen und Afghanistan herum. Dann besetzten Soldaten den Sitzungssaal." |
|
3 / 81 |
Der Dritte Weltkrieg II: Gegen wen er geht und warum - Klarstellungen über die Sowjetunion
Jede Aussage über die Sowjetunion, jedes Urteil über den östlichen Staatenblock und dessen Politik sieht sich prompt mit der direkten oder heimlichen Frage konfrontiert, ob man denn nun etwas dafür oder dagegen gesagt haben will. Dieser bei keinem anderen Sachverhalt so unmittelbar und gebieterisch ausgeübte Zwang zur Parteilichkeit ist wohl die anschaulichste Vorführung der Botmäßigkeit demokratischen Denkens in der BRD. |
|
6 / 81 |
Breschnew in Bonn: Der Hauptfeind als Staatsgast - Schmidt contra Breschnew: Harte Tischsitten zwischen Staatsmännern
Wenn zwei Staatsmänner sich besuchen und offiziell an einen reich gedeckten Tisch setzen, mit protokollarischen Gängen und viel Repräsentation, dann wird die gegenseitige staatliche Anerkennung begessen, die (gute) Beziehung betrunken, vielleicht auch ein Extra-Toast auf ein besonders freundschaftliches Verhältnis zwischen den Staaten erhoben. Wenn zwei Staatsmänner, die im kalten Krieg miteinander standen, sich aber etwas davon versprechen, diese Feindschaft zu entspannen, zusammen essen gehen, dann präsentiert das Mahl die Verbesserung der ehemals schlechten Beziehungen und den guten Willen, damit weiterzumachen. |
|
6 / 81 |
Der Handel mit dem Hauptfeind: Sowjetische Vertrauensarbeit und der Osthandel
Wenn dem Generalsekretär der KPdSU auf diese seine Vorstellung von der friedenssichernden Qualität des Handels vom deutschen Bundeskanzler der Bescheid erteilt wird: "Der politische Sinn liegt darin, ein festes Geflecht wirtschaftlicher Beziehungen zu schaffen, das Moskau nicht mehr ohne weiteres zerreißen kann", |
|
2 / 80 |
Sowjetunion: Warum die Weizenwaffe trifft
Während zwischen Washington, Paris, London und Bonn noch gestritten wird, wo die Boykottschraube noch anzusetzen wäre, wieviel an Osthandelsverlusten uns also unsere Freiheit bzw. deren amerikanische Verteidigung wert sein muß, ist das Getreideembargo schon durchgesetzt und als kleinere ad-hoc-Maßnahme gebilligt, zumal man hierzulande daran nicht beteiligt ist, also erst einmal die Rolle des besonnenen Entspannungshüters weiterspielen konnte. |
|
3 / 80 |
KPdSU: Parolen zum 1.Mai
Seiner historischen Verantwortung bewußt, die revolutionäre Bewegung voranzutreiben, erließ das ZK der KPdSU zum internationalen Kampftag der Arbeiterklasse einen richtungsweisenden Aufruf: Es verkündete fünfundsiebzig Parolen zum 1. Mai. |
|
4 / 80 |
Rassismus: So sind die Russen
Wenn es unter dem Motto: ‚die stinken, die Russen,‘ um so delikate Dinge wie Rassismus, Antikommunismus und Kriegstreiberei geht, wird der moderne Intellektuelle hellhörig und hält sich als ideologiekritisches Bewußtsein zugute, niemand dürfe sich von solchen Gefühlen und Vorurteilen leiten lassen, weil diese angeblich blind und insofern in der Realität wenig dienlich, wenn nicht sogar gefährlich seien. Dieses aufgeklärte Urteil ist natürlich alles andere als kritisch. |