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Neuer Streit um die Oder-Neiße-Linie: Wir garantieren, daß wir für nichts garantieren können
Mit der friedlichen Eroberung der DDR verschwindet ein kompletter Staat auf dem Müllhaufen der Weltgeschichte, während sich die Potenz der BRD um mindestens diese Beute - aus der sich einiges machen lassen wird - vergrößert. Als dieser neue Staat steht sie viel mächtiger und einflußreicher da als vorher. |
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Polen hat einen neuen Präsidenten: Mit starker Hand im Westen betteln gehen
Die Wahl war fällig. Nicht, daß das polnische Volk sie verlangt hätte: das,hat genug zu tun, mit den neuen Verhältnissen zurechtzukommen. |
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Klarstellungen zu Polen: Was wollte Rakowski in Bonn ?
Unser Geld - wissen alle. Und wie will er das den sparsamen Hausvätern abluchsen? |
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Wahlen in Warschau - Das hat den Polen noch gefehlt: Demokratie
Mit freudiger Anteilnahme haben westliche Politiker und die hiesige Öffentlichkeit eine politische Premiere im Ostblock mitgefeiert. Zum ersten Mal fanden in der Sozialistischen Volksrepublik Polen "freie Wahlen" statt, bei denen sich die regierende kommunistische Partei einer Opposition stellte, die für die "Rettung Polens" auf den Papst und westliche Kapitalhilfe baut. |
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DAS IDEAL DER WÄHRUNGSREFORM - EINE STUNDE NULL FÜR EINEN KAPITALISMUS IN POLEN
Das untaugliche polnische Geld mit einem Schlag aus dem Verkehr ziehen, damit ab dann alles im kapitalistischen Lot wäre, ist einerseits eine bestechende Idee: "Können Polen und Ungarn den Rahmen herrichten, in dem westliche Hilfe Frucht und nicht Frust hervorbringt?... |
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Die friedliche Eroberung des Ostblocks
Die führenden Parteien Polens und Ungarns haben das Bekenntnis abgelegt, das seit 1918 im Westen als Wahrheit gilt: Sie haben es mit einem nach Menschen- und Staatsrecht untauglichen System versucht. Ihre alte, Sozialismus genannte Art und Weise, Staat zu machen, verdient keine weitere Kritik - sie hat sich unabweislich blamiert: an einer Schuldenakkumulation, die die Zahlungsfähigkeit und ökonomische Handlungsfreiheit der Nation der Zuständigkeit der westlichen Staaten überantwortet hat. |
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KOMPLIZIERTE UND EINFACHE WEGE FÜR LEBENSMITTEL QUER DURCH EUROPA
Was nicht geht: "Die Absicht der polnischen Regierung, ab Anfang Dezember an schätzungsweise vier bis viereinhalb Millionen bedürftige Bürger Lebensmittelkarten auszugeben, ist gescheitert. |
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Zur polnischen Volksabstimmung: Ob mit oder ohne Reformen - Polen gehört dem westliche Finanzkapital
Neulich haben die regierenden Kommunisten in Polen eine furchtbar demokratische Volksbefragung durchgezogen. Wenigstens 50% aller Wahlberechtigten sollten Ja sagen zu einem Wirtschaftsreformprogramm der Regierung; vor allem ging es um ziemlich dicke Preiserhöhungen für den ganz normalen Lebensunterhalt. |
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Polen 88: Die Zersetzung des "realen Sozialismus" kommt voran
Jenseits aller gierigen Untergangsgemälde, in denen der Marktwirtschaftsfanatismus der freiheitlichen Journaille mal wieder geschwelgt hat: Es wird gewirtschaftet in Polen; es werden Gänse und Industriewaren hergestellt und verkauft, für 3 Milliarden Dollar jährlich auch ins kapitalistische Ausland; die Auslandsschulden werden nicht bloß aufgehäuft und fortgewälzt, sondern auch "bedient", mit hunderten Millionen Dollar jährlich, 2 Milliarden z.B. im vorigen Jahr. |
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Polen: Mit Westschulden, Jesus, Walesa und Reformen ins Elend
Das hat die deutsche Öffentlichkeit wieder einmal ausgiebig vorgeführt. 14 Tage durfte man sich sattsehen an streikenden, demonstrierenden und betenden polnischen Arbeitern. |
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Polen: Viel Freiheit statt Sozialismus
Der Papst war wieder da. Wie zu hören war, um seinem gebeutelten Vaterland zu "helfen". |
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Friedenspreis für Bartoszewski: Polnisch, katholisch, Antikommunist
DM 25.000 gibt der Börsenverein des Buchhandels heuer dem Polen Bartoszewski aus. Der Grund für die Ehrung, daraus macht die offizielle Laudatio kein Hehl, liegt ausschließlich in Biographie und Existenz dieses Mannes begründet, von dem höchstwahrscheinlich die meisten Preisverleiher auch zum ersten Mal im Leben gehört haben. |
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POLENS ZWEITER SOUVERÄN, DIE KIRCHE
betreibt, wie überall sonst auch, Seelsorge. In Polen ist das allerdings ein sehr weites Feld, weil sich die Seelen - eigentlich - durch den gesamten atheistischen Staatsapparat gefährdet fühlen, die Kirche in Polen also deren Reinheit vom freien Rübenanbau über den Fahneneid bis zu Untergrundkunstausstellungen verteidigen muß. |
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Volkspolen - ein sehr nationaler Kommunismus
Polen nennt sich ein in Mitteleuropa ansässiger Menschenschlag, dessen lokale Staatsgewalten den Machtmitteln ihrer Nachbarn nie gewachsen waren. Von seinen Nachbarstaaten wurde Polen deshalb immer abwechselnd, je nach dem Stand von deren Konkurrenz, als Teilungsmasse oder Durchmarschgebiet, Streitgegenstand, Bündnispartner oder Hilfstruppe, cordon sanitaire oder europäisches Glacis behandelt. |
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Lech Walesa - Sorgen um den Arbeitsplatz?
Daß Walesa eine Persönlichkeit ist, steht ohne sein weiteres Mitwirken fest. Damit das so bleibt, werden ihm in regelmäßigen Abständen Preise und Ehrungen zugesprochen - zuletzt ein juristischer Ehrendoktor aus Dundee/Schottland. |
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Polen: Wozu braucht man Kreuze in der Schule?
400 Kinder in einem Kaff südlich von Warschau sind durchgedreht und bestreiken seit dem 9. März ihre Landwirtschaftsschule - weil die Kreuze in den Klassenräumen abgehängt worden sind. |
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Nicht verwechseln! Scargill - Walesa
Da ist einer hergegangen und hat gesagt: Nicht mit uns! Die Vernichtung der spärlichen Existenzgrundlage von Tausenden von Arbeitern nehmen wir nicht hin. |
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Der Fall Popieluszko: Polnischer Geistlicher ermordet. Motiv: Staatsraison
In der Volksrepublik Polen sind Zustände eingerissen, die sich ein guter Demokrat in der Bundesrepublik Deutschland als typisch für kommunistische Umtriebe ausmalt, mit denen die öffentliche Ordnung zerrüttet werden soll. Ständig finden nicht genehmigte Demonstrationen statt, auf denen staatsfeindliche Parolen gerufen werden. |
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Polen: Souveräner Staat mit begrenztem Sozialismus
Am 13. Dezember hat General Jaruzelski das Kriegsrecht ausgesetzt, nachdem die unter seiner Herrschaft ergriffenen Maßnahmen die Gründe für seine Verhängung soweit beseitigt haben, daß es größtenteils überflüssig geworden ist. |
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Polen: Fortgesetzter Wirtschaftskrieg für den inneren Frieden
Die Hauptursache der Wirtschaftskrise in Polen, die die Krise der realsozialistischen politischen Herrschaft in diesem Staat des Warschauer Pakts ausgelöst hat, die wirtschaftlichen "Beziehungen" mit den imperialistischen Staaten namentlich der EG, sind in der Wirtschaftspolitik der Kriegsrechtsregierung Dreh- und Angelpunkt aller Maßnahmen. Da wird nur noch reagiert auf die vom Westen aufgemachten Erpressungen. |
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Polen: Warum der Papst unbedingt hin musste
Zumindest die Polen hahen sowohl Marxens gehässige Bemerkung von der Religion als dem Opium des Volkes als auch Stalins geringschätzige Frage nach den Divisionen des Vatikan auf den Misthaufen der Geschichte der kommunistischen und Arbeiterhewegung befördert. Die immer noch kommunistische Regierung des Landes lädt den römisch-katholischen Divisionskommandeur der nationalen Opposition auch noch höchstoffiziell ein, und diese feiert in ihrem geistigen Oberpolen sich selbst als den wahren Repräsentanten der Nation. |
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Friedensnobelpreis für Walesa: Ein Preis für das NATO-Programm gegen Polen
Womit die bekannten in formierten Kreise gerechnet haben, ist planmäßig eingetreten: Das streng neutrale Friedensnobelpreiskomitee des norwegischen Parlaments hat "einstimmig" Lech Walesa aus der Volksrepublik Polen mit der Dotation des Dynamit-Erfinders Nobel versehen. Wem hat der Arbeiterführer Walesa eigentlich den Frieden gebracht? |
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Die freie Meinung zu Polen
Daß alle Welt von Polen redet, hat einen einfachen politischen Grund: Die NATO-Staaten haben beschlossen, die polnischen Verhältnisse fürs eigene weltpolitische Interesse zu nutzen, und das macht eine Weltkrise aus. Wo die westlichen Politiker bekanntgeben, daß sie in Polen keine Herrschaft dulden werden, die nicht ihren Segen hat, regieren sie flott in den sowjetischen Machtbereich hinein, stellen ihn unter dem Stichwort ‚Jalta‘ sogar explizit in Frage: Ist die 1945 festgelegte Abgrenzung einer westlichen und einer sowjetischen Einflußsphäre in Europä heute noch zu halten? |
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Klarstellungen zu Polen IV
Polen steht im Mittelpunkt des weltpolitischen Interesses. Deswegen und insofern sind die Zielsetzungen und Verlaufsformen des über ein Jahr währenden Aufstandes ebenso gleichgültig geworden wie die politischen Absichten derer, die das polnische Volk mit dem Ausnahmezustand beglücken. |
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Polen-Hilfe
Was hat das kleine Polenmädchen wohl in seinem Care-Paket? Eine unbeantwortbare Frage? |
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Klarstellungen zu Polen: Von der Ruinierung Polens zur Bestrafung der Sowjetunion
Nach vier Monaten Kriegsrecht haben die polnischen Militärs ihr Volk weitgehend unter Kontrolle, den offenen Machtkampf mit der "Solidarität" unterbunden; aber das, worauf es auch nach revisionistischer Lehre ankommt: die politische Ökonomie des Landes, haben sie nicht im Griff. Und das liegt nur zum kleineren Teil daran, daß die Staatsgewalt auf eine Arbeitsmoral nicht zählen kann und nationalistisch verhetzte fromme Bauern lieber ihre Scheunen anzünden würden, als Getreide und Schlachtvieh an die staatlichen Aufkäufer abzugeben. |
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Transferrubel: Moskaus Schuld an der polnischen Wirtschaftskrise
Die antisowjetischen Auslassungen eines polnischen Parteifunktionärs über die Wirtschaftskrise sind in den Westen geraten, und mit ihrer Hilfe hat es der "Spiegel" zu einer veritablen Theorie über die ökonomischen Ursachen des polnischen Niedergangs gebracht. Nie verfiele der verantwortliche Redakteur auf den Gedanken, in der freien Marktwirtschaft Kauf und Verkauf, Preise und Exporte anders denn als legitime Geschäftspraktiken zu betrachten. |
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Antwort der Friedensbewegung auf die Polenkrise: Sehr repräsentativ
Schon im Februar hielten es zahlreiche repräsentative Köpfe der Friedensbewegung für angebracht, sich zur Polenkrise zu äußern. In den "Blättern für deutsche und internationale Politik" Nr. |
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Polen: Freiheitlich durchgemustert
Ausländische Staaten werden nicht nach den politologischen Idealen von Freiheit, Gleichheit und Demokratie gemustert, auch nicht nach den praktischen Umgangsformen demokratischer Herrschaft, sondern nach den Ansprüchen an eine für die eigenen Interessen brauchbare stabile Herrschaft. Wenn der Einsatz von Gewalt gegen das Volk das Kriterium wäre, man käme aus dem Verurteilen nicht heraus. |
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Die Offensive des Westens wird zur Normalität - Klarstellungen zu Polen III - Die Folgen eines Osthandelsboykotts
Polen hat seine Schlagzeilen gehabt; "der Weltfrieden" konnte noch einmal "gerettet" werden. Zeit für eine Zwischenbilanz: Was haben die polnischen Arbeiter von ihrem Aufstand gehabt? |
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Polen: Ein vormilitärischer Sieg der Entspannungspolitik
An, der Herstellung der jetzigen Lage in Polen waren genau vier Parteien beteiligt: Das VOLK hat gearbeitet, gebetet und sich angesichts seiner zunehmenden Verelendung zu einem Aufstand entschlossen. Die REGIERUNG hat auf die Arbeit aufgepaßt, sich mit Akteur 3 und 4 über die Verteilung der Früchte der Arbeit und deren Vermehrung geeinigt und seit dem Aufstand darum bemüht, ihr Volk wieder zu diszipliniertem Arbeiten anzuhalten. |
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Lech Walesa: Ehemann, Marienverehrer, Pole und Arbeiterpolitiker
Eine Person des öffentlichen Interesses fährt in Begleitung einer neunköpfigen Delegation nach Japan, um sich nach eigenem Bekunden über "die enge Zusammenarbeit zwischen Management und Gewerkschaft" zu informieren, die den Erfolg der japanischen Wirtschaft ausmache. Der Mann, der in Staatsbesuchermanier sein Interesse am gelungenen Beitrag der japanischen Arbeitervertretung zum Fortschritt des Nationalreichtums ausposaunt, ist nicht Otto Graf Lambsdorff, der deutschen Arbeitern als Wirtschaftsminister ins Gewissen reden möchte; es ist auch nicht Heinz Oskar Vetter, der mit einer ausländischen Einheitsfront von Kapital und Arbeit für seine Mitbestimmung hier Reklame macht. |
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Polen: Ost-westliches Sanierungskonsortium
Die Konsolidierung der Lage "in und um Polen" ist einen guten Schritt vorangekommen. Nachdem die westlichen Banken Ende März tatkräftig gefördert hatten, daß Polen Zahlungsunfähigkeit anmelden mußte |
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Polen: Der nationale Aufstamd vollendet sich in der Säuberung der Partei
Daß die Moskauer Parteiführung an die polnische Parteiführung die ultimative Aufforderung richtet, "die Entwicklung der Ereignisse umzukehren und sie noch vor dem Parteitag auf den richtigen Wee zu lenken", |
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Polnische Studentenfunktionäre auf BRD-Trip: Studentenvertretung auf polnisch
"Authentische und legitime" Repräsentanten des neuen "autonomen" polnisches Studentenverbandes NZS waren jüngst an mehreren bundesdeutschen Hochschulorten zu besichtigen. Der Chef, der Vize-Chef und noch der Krakauer Regionalchef von NZS begaben sich auf eine zweiwöchige BRD-Tournee, um für sich und ihren Verein Reklame zu machen und sich anstaunen zu lassen als Leute, die dem realen Sozialismus in Polen ein Schnippchen schlagen wollen. |
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IST POLEN EINEN WELTKRIEG WERT?
Wenn in einer BUNDESrepublik westlich der Elbe die Arbeiter des ganzen Landes die Arbeit niederlegten, die Fabriken besetzten und erklärten, die Regierung möge sparen wo sie wolle, nur nicht bei ihnen, wenn sie sich weigerten, auch nur eine Hand zu rühren, ehe nicht alle sie betreffenden Preiserhöhungen zurückgenommen würden, wenn sie gar beschlössen, sich vom zuständigen Gewerkschaftsbund nicht mehr vertreten zu lassen, weil dieser der Obrigkeit hörig sei und rein gar nichts für sie täte, wenn sie eine neue, unabhängige Gewerkschaft gründen würden, öffentlich mit den Vertretern des Weltkommunismus Veranstaltungen abhielten, ihre Gewerkschaftsführer Auslandsreisen nach Rußland und Cuba unternähmen und die neue Arbeiterorganisation auf ihrem ersten Kongreß die Einführung eines Einparteiensystem und Wahlen nach östlichem Vorbild als zentrale Forderung beschließen würde, wenn sie sich gegen freies Unternehmertum und Mitbestimmung stellte und die Wahl der Betriebsleitung durch die Belegschaft forderte und wenn gar der gesamte Ostblock diese Entwicklung lautstaik begrüßen würde, die neue Gewerkschaft auch finnnziell unterstützte und diese, durch die Kritik aus den verbündeten Staaten des Westens gereizt, die Arbeiter in allen NATO-Staaten aufforderte, ihrem Beispiel zu folgen, wenn schließlich die Regierung in Washington verkünden würde, sie könne der Entwicklung im verbündeten Staate nicht tatenlos zusehen - dann würde man überall im Westen von kommunistischen Agitatoren reden, die die Arbeiter aufgehetzt hätten und sie zu freiheitsfeindlichen Antrieben aufgestachelt hätten, man würde sich den Mund zerreißen über die aggressive Einmischung des Ostens in die inneren Angelegenheiten des freien Westens, unter dem Beifall der ganzen demokratischen Weltöffentlichkeit würde die Regierung Polizei und Bundeswehr aufmarschieren lassen und, falls es nicht anders ginge, würden befreundete Staaten dieser unserer Bundesrepublik zu Hilfe eilen und dem Spuk ein Ende machen. Da es aber nicht so ist, sondern in einer VOLKSrepublik östlich von Oder und Neisse die Polen ihre Regierung mit einer unabhängigen Gewerkschaft unter Druck setzen, vom Westen unterstützt und ermuntert einen Staat des Warschauer Pakts zu einem unsicheren Bündnispartner machen, öffentlich den Papst anbeten und der Kommunistischen Partei die Führung streitig machen - handelt es sich bei jedem sowjetischen Manöver an der polnischen Grenze um eine Gefährdung des Weltfriedens, würde ein Einmarsch des Warschauer Pakts in Polen zu einem Abbruch aller Ost-Westbeziehungen mit unabsehbaren Konsequenzen führen und ein "Zwischenfall" in Polen wäre wie schon den letzten; so auch den nächsten Weltkrieg wert. |
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Polen: Die polnische Krise, wozu sie gut ist, wer sie macht und warum sie bleibt
Ein Jahr freie Gewerkschaft in Polen und über eines besteht wirklich kein Zweifel, daß deren Fortschritt auch nur im mindesten etwas mit der Beseitigung der Anlässe zu tun hätte - schlechte Versorgung, Preissteigerungen und miserable Arbeitsbedingungen -, die doch irgendwie mit für die Entstehung dieser Bewegung verantwortlich gemacht worden sind. Für den Winter sind Stromabschaltungen angekündigt; Fleisch gibt es noch weniger als vor einem Jahr; die Zigarettenpreise sind verdoppelt und der Brotpreis verdreifacht worden und es gibt nicht immer genug; aber dafür gibt es die Gewerkschaft, die Protest einlegt, wenn sie nicht genügend konsultiert worden ist, die aus den freien Samstagen ihre Verhandlungsmasse gemacht hat und für ein Stück "Selbstverwaltung" die Empfehlung zu freiwilliger Samstagsarbeit ausgeben würde. |
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Nochmal Klarstellungen zu Polen
Die ausführliche Kritik von MSZ-Leser G.M. aus Bielefeld, der als Mitglied der Gruppe ISP, die die sozialistische Zeitschrift "Moderne Zeiten" herausgibt, unterzeichnet, drucken wir nachfolgend ungekürzt. Zur besseren Lesbarkeit haben wir aus dem Kontext erschlossene Zwischenüberschriften eingefügt. |
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Polen und der IWF: Die Unterstellung eines Stücks Ostblock unter die Aufsichtsbehörde des Imperialismus
Gegen die erklärte Ablehnung der Sowjetunion haben die Erpressungen des Westens im Verein mit der Kalkulation der polnischen Regierung ihre Wirkung getan: Polen hat die Aufnahme in den IWF beantragt. Das überzeugendste "Argument", das sämtliche Privatbankiers und westliche Staatsmänner vorgebracht haben, war dabei die "Unmöglichkeit", neue Kredite an Polen zu vergeben. |
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Polen: Krisenmanagement einer Volksdemokratie
Aus Polen, aus einem Staat, der die planmäßige Entwicklung der Produktion in seinem Programm stehen hat, treffen neuerdings nur mehr Krisenmeldungen ein. Es fehlt an Fleisch und Getreide; die Zeitungen streichen die Samstagsausgabe, weil Papierknappheit herrscht; zu manchen Zeiten wird der Strom abgeschaltet für ganze Stadtviertel und Fabriken; Benzin ist für den Normalbürger kaum mehr zu bezahlen; die amtliche Planung meldet eine rückläufige Entwicklung des Nationaleinkommens; die Auslandsverschuldung ist so weit angestiegen, daß die diesjährigen Zahlungsverpflichtungen die Exporterlöse des letzten Jahres um 40% übersteigen, und polnische Emissäre verhandeln auf allen Ebenen um neue Kredite, um Zahlungsaufschub und Umschuldung. |
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DIE LOGIK DER BEURTEILUNG
Anläßlich eines bedeutenden Ereignisses demonstriert die bürgerliche Öffentlichkeit die Prinzipienlosigkeit, die erforderlich ist, wenn nicht die Klärung der Sache ansteht, sondern ausschließlich das eine Interesse: Parteinahme für den eigenen Staat. Das pflichtgemäß in jeden Artikel oder sonstige öffentliche Äußerung, die nur irgendwie in die Nähe des Klassengegensatzes geraten, einzustreuende "Argument", daß Beharren auf materiellen Interessen nur Unglück bringt, gilt für Polen umgekehrt. |
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DIE REVISIONISTISCHE BEWÄLTIGUNG EINER IDEOLOGISCHEN UNMÖGLICHKEIT: ARBEITERAUFSTAND GEGEN DEN ARBEITERSTAAT
Daß "wir" "uns" ein Beispiel an den Japanern nehmen müssen, daß "unsere" Sicherheitsinteressen am Persischen Golf liegen, daß "wir" dies und das wollen, nicht wollen, brauchen, müssen..., das schluckt jeder deutsche Staatsbürger als die größte Selbstverständlichkeit der Welt. |
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DISSIDENTEN: DIE WAHREN HELDEN DES ARBEITERAUFSTANDS
Wenn die Prawda hinter der Streikbewegung in Polen "antisozialistische Elemente" am Werk sieht und dabei Dissidenten vom Schlage eines Kuron im Auge hat, dann verdächtigt sie einen völlig Schuldlosen. Kuron und sein KOR haben den Streik nicht angezettelt! |
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GESEGNETER AUFRUHR
Daß der oberste Kirchenführer eines Landes einen Aufrührer und Rädelsführer einer Reihe von wilden Streiks zur Brust nimmt und das herzliche tete-a-tete mit einer privaten Messe krönt, während die Kirche gemeinhin nicht nur ihren Frieden mit der weltlichen Herrschaft geschlossen hat, sondern staatsbürgerlichen Ungehorsam auch noch ihrerseits mit geistlicher Strafe und Verdammung belegt, hat den Oberhirten in Rom nicht in heiligen Zorn versetzt; im Gegenteil: "Ich bin mit Euch zu Füßen der Frau von Jasna Gora, im Gebet und mit dem Herzen nehme ich an diesen Erfahrungen teil, die mein Vaterland und meine Landsleute durchmachen..." |
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Klarstellungen zu Polen
Mitten in unseren zivilisierten Zeiten entdecken Arbeiter den Streik, richten fast ihren Staat zugrunde und erhalten hierzulande eine Sympathieerklärung nach der anderen. Das hindert ihre Gönner aber keineswegs, der Herrschaft, gegen die sie angetreten sind, mit Krediten unter die Arme zu greifen - denn die Propaganda gegen die politische Herrschaft, für die der angebliche polnische Freiheitswille herhalten muß, verträgt sich bestens mit der geschäftlichen Ausnützung ihrer planwirtschaftlichen Ökonomie. |
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MSZ-INTERVIEW: NOBELPREIS FÜR POLEN
Dem Vernehmen nach soll sich das Nobelpreiskomitee erst nach einer Kampfabstimmung gegen den emigrierten afghanischen Volksdichter Mohammad Abdul‘Asis al Afrak und für den Exilpolen Cestlaw Milosz entschieden haben. Anders als der Laureat, der sich "überrascht" zeigte, wußte die MSZ, was die literarische Stunde geschlagen hatte: Unser Reporter war zu einem ersten Interview mit dem genobelten Poeten zur Stelle. |
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Klarstellungen zu Polen II
Mit der Anerkennung der Gewerkschaft "Solidarität" durch die polnische Justiz ist der Kampf um ihre Anerkennung nicht beendet, sondern auf neuer Stufe eröffnet. Und das liegt nicht daran, daß die neue Gewerkschaft sich falsche Probleme macht. |