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Friedenspreis des Deutschen Buchhandels für Vaclav Havel: Preis der Macht
Gegen Dummheit hilft kein Ausreiseverbot. Deshalb wurde uns die Rede des Preisträgers leider nicht erspart. |
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EIN STREIFZUG DURCH DIE BESTSELLERLISTE: SCHUNDLITERATUR FÜR GEBILDETE
Zum Fest der Liebe bietet die MSZ eine kurze Marktübersicht der bestverkauften Bücher Ende ‚85. Natürlich können wir niemand die Entscheidung abnehmen, ob er mit den besprochenen Werken lieber die Verwandtschaft ärgern oder daran selbst sein Vergnügen finden soll. |
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Friedenspreis für Bartoszewski: Polnisch, katholisch, Antikommunist
DM 25.000 gibt der Börsenverein des Buchhandels heuer dem Polen Bartoszewski aus. Der Grund für die Ehrung, daraus macht die offizielle Laudatio kein Hehl, liegt ausschließlich in Biographie und Existenz dieses Mannes begründet, von dem höchstwahrscheinlich die meisten Preisverleiher auch zum ersten Mal im Leben gehört haben. |
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Peter Sloterdijk, Hardy Krüger: Zwei Zeitgenossen ziehen Bilanz
Daß gerade im Raketenjahr 1983 zwei Bücher wie Peter Sloterdijks "Kritik der zynischen Vernunft" und Hardy Krügers "Junge Unrast" zu Verkaufserfolgen wurden, ist mehr als ein zeitliches Zusammentreffen. Obwohl der eine eigentlich ein philosophisches Werk, der andere so etwas wie einen autobiographischen Roman schreiben wollte, sind die beiden nämlich just bei dem Lieblingsthema ihrer Zeitgenossen gelandet, die von der Politik und ihren in sie gesetzten Idealen enttäuscht sind: Gewissenserforschung, Standortbestimmung und Lebensmut für kommendes Ungemach. |
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George Orwell: 1984 - Aus Liebe zu Vater Staat: Angst vor dem grossen Bruder
Orwells Roman ‚1984‘ wird durchgängig dafür gerühmt, "das erschreckende Zukunftsbild einer durch und durch totalitären Gesellschaft, die bis ins letzte Detail durchorganisierte Tyrannei einer absolut autoritären Staatsmacht" (1984, Ullstein-Ausgabe, Klappentext) in "atemberaubender Unerbittlichkeit" gezeichnet zu haben. Gegenwärtig werden die Denker der Öffentlichkeit in Feuilleton und Femsehen - von Berufs wegen für kundiges und sensibles Erschrecken vor literarischen Visionen bezahlt - durch die aktuelle Jahreszahl zu einem ungemein interessanten Vergleich inspiriert: Läßt sich aus "unserer" Demokratie heute dasselbe herausdenken wie aus jenem Bild von Herrschaft, das der Roman Orwells vor über 30 Jabren entworfen hat? |
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Klaus Mehnert + Der Sowjetmensch lebt
Demokratische Weltbürger müssen Bescheid wissen. Aufklärung brauchen sie vor allen Dingen über die Völker, mit deren Staat sich ihr eigener anlegt. |
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Nahost-Bestseller: Allah ist gross - der Imperialismus ist größer(Scholl-Latour, Konzelmann, LeCarre)
Von der Welt des Islam hat die deutsche Nachkriegsgeneration erste Informationen, von Bagdad nach Stambul quer durchs wilde Kurdistan, bei Karl May erhalten; über Jerusalem im Religionsunterricht und das Heldenepos vom kleinen tapferen Volk der Juden, das damals noch nur westlich des Jordan die Wüste fruchtbar machte, wurde beim Klassenbesuch im Kino gesunden. Inzwischen steht da unten "unser" Öl im Feuer, die Juden, immer noch klein und tapfer, führen einen Vernichtungskrieg nach dem anderen, und neben Hadschi Halef Omar sind auch andere Mohammedaner wie der Ayatollah Khomeini und Libyens Revolutionsführer Gadafi bekanntgeworden. |
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DIE NEUEN BÜCHER - HERBST 1984
Roman. 312 Seiten, Kiepenheuer und Witsch, DM 28, |
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Literaturnobelpreis für Gabriel Garcia Marquez: Hundert Jahre Einsamkeit?
Alljährlich verleiht die Schwedische Akademie der Schönen Künste den Literatur-Nobelpreis an Dichter für deren "ungewöhnliche literarische Qualitäten". Dabei achtet das Komitee sehr auf die ausgeglichene Verteilung dieser Qualitäten über den ganzen Globus. |
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Peter Schneider: Der Mauerspringer - Ein nationales Sprachdenkmal aus der Frontstadt
Soweit ein Passage aus dem Klappentext, den der Luchterhand-Verlag dem jüngsten Opus eines linken deutschen Poeten von heute beigegeben hat. Die Waschzettel-Schreiber wissen schon, was anno 82 ff. |
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KULTURNOTIZEN
Den Literaturnobelpreis 1983 kassierte der Engländer William Golding, dessen 1954 erschienener Roman "Der Herr der Fliegen" allein in der BRD bis heute an die 400.000 mal verkauft worden ist. Die Geschichte einer Gruppe englischer Schulbuben, die ein Flugzeugabsturz auf eine Robinson-Insel im Pazifik verschlägt, dient seitdem den Studienräten, die mit der geistigen Ertüchtigung der Jugend - an den gehobenen Bildungsanstalten befaßt sind, als Gleichnis, das Aufschluß darüber geben soll, was die Leute im richtigen Leben treibt und wohin man sie auf keinen Fall treiben lassen darf. |
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Elias Canetti: Masse und Macht - Vom Weltbild eines Nobelpreisträgers
Von Nobelpreisträgern heißt es, sie bekämen diese höchste Auszeichnung für herausragende Leistungen auf ihrem Fachgebiet. Namentlich nun der Laureat auf dem Felde der Literatur soll darüber hinaus in seinem Werk "westliche Gedanken seiner Zeit" dichterisch gestaltet haben. |
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PETER WEISS, ÄSTHETIK DES WIDERSTANDS: HERZENSERGIESSUNGEN EINES KUNSTLIEBENDEN ANTIFASCHISTEN
Dem letzte Woche verstorbenen Schriftsteller Peter Weiss sind die ihm nachgeschleuderten Nekrologe der Großkritiker Marcel Kaiser und Joachim Reich-Ranicki schon allein deshalb zu gönnen, weil er sie als Lob empfunden hätte: "...seine sadomasochistische Individual-Ästhetik...", |
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Friedenspreis des deutschen Buchhandels: Lew Kopelew - der gute Mensch aus Rußland
Wenn es ihn nicht gäbe, den Friedenspreis des deutschen Buchhandels, man müßte ihn für die Verleihung an Kopelew erfinden. Russe und Verehrer der Deutschen, Faustübersetzer, reiner Moralist und bloßes Opfer der Sowjetunion, so gut und heimatlos jenseits aller Politik, daß das Land, das ihn, seinen durchgeistigten Verehrer, ehren und beherbergen darf, eine feinfühligere Selbstbeweihräucherung gar nicht veranstalten könnte. |
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Buchhandelspreis für Cardenal
Den "Friedenspreis des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels" bekommen in schöner Regelmäßigkeit Persönlichkeiten verliehen, die in sich das Ideal einer Verbindung von Politik und Kultur verkörpern. Nach Leopold Sedar Senghor, der Ende der 60er Jahre schon dafür ausgezeichnet wurde, daß er die bornierte Verwurzeltheit des Afrikaners in Stamm und Kral als Negritude feierte und die Negernatur als "jene Hefe" pries, "derer das weiße Mehl bedarf" (aus einem Senghor-Poem), damit der Negerseele eine Kultur verlieh und zugleich den Umgang der westlichen Welt mit den Schwarzen als geistige Symbiose sanktionierte, ist in diesem Jahr der "zwischen Metaphysik und Politik schwankende Autor" Ernesto Cardenal an der Reihe. |
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Frankfurter Buchmesse 80: Afrika ist eine Buchmesse wert
Das ehemalige "Deutsch-Südwest", nach dem 1. Weltkrieg per Völkerbundsmandat der damaligen Südafrikanischen Union überlassen, im Gefolge der Entkolonialisierung von der UNO "Namibia" getauft und der dort operierenden "Befreiungsbewegung" SWAPO zugedacht, fungiert seit der Weigerung Pretorias, seine exklusiven Nutzungsrechte dieses Territoriums aufzugeben, als "Namibia-Frage" in der Weltpolitik. Daß diese mittlerweile längst einer imperialistischen Lösung zugeführt worden ist, verrät, was alles heutzutage unter dem Titel dieser noch zu regelnden "Frage" läuft. |
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KORRESPONDENZ: "STUPIDE GLUCKEN DURCH GESELLSCHAFTLICHE BEDINGUNGEN"
In Eurem Artikel "Familienglück in Theorie und Praxis" (vgl. MSZ Nr. |