stichwörter: Europa » Großbritannien



6 / 90
Großbritannien: Frau Thatcher tritt zurück - ihre Politik nicht
Es sind schon Geschmacksfragen der erlesensten Art die einen Menschen bewegen, den Rücktritt der englischen Premierministerin zu "bedauern", zu "begrüßen" oder ihn zwischen beidem ausgewogen zu "würdigen". Was diese Frau für die "Größe Britanniens" getan oder gelassen hat, interessiert die Kommentatoren brennend, weil sie im Fortkommen der Nation sowieso das Höchste sehen.
6 / 89
Die Macht der Mark: Erfolgsrezepte einer unverschämten Nation
Die bundesdeutsche Wirtschaftmacht tritt fordernd auf in aller Welt und will ihre Wirtschaftserfolge als unverrückbare Rechtspositionen gesichert haben. Dieses Recht geht von deutschem Boden aus, heißt: die ganz eigenen Verfahrensweisen und politischen Manöver zur Förderung des Kapitals in all seinen Formen werden als allgemeingültige, "vernünftige" Wahrheiten behauptet, die den wirtschaftlichen Verkehr der Nationen zu bestimmen hätten, und alle auswärtigen Anträge, gar Drohungen, die auf Modifikation dringen, treffen auf mehr oder minder umstandslose Ablehnung.
6 / 88
Internationale Heimatkunde: Mit Bomben und Gebeten für die nationale Souveränität
Kaum führt die hochoffizielle Pflege noch der letzten nationalen Idiotie in der Sowjetunion dazu, daß sowjetische Bürger aufeinander einschlagen, weil sie verschiedenen Volksstämmen angehören, reibt man sich hierzulande die Hände von wegen der Unverwüstlichkeit des Nationalgefühls, das sogar die infame Verfolgung durch Förderung überlebt. Da muß man sich dann tagelang alle zwei Stunden die Szene des weinenden Vaters auf dem armenischen Friedhof ansehen von wegen dem Leid, das der Osten über die Menschen bringt - trotz Glasnost, Gorbatschow und Perestroika.
6 / 88
TERROR, DER WOHLTUT
Die Einleitung dieser von Herzen kommenden Verherrlichung gerechter, weil staatlicher Gewalt verrät ja schon, daß der humanistische Kommentater des liberalen Guardian noch ein Gewissen mit den Opfern bekommt: "Sie waren schlimme Verbrecher (wicked people), aber es hat sich herausgestellt, daß sie unbewaffnet waren.
3 / 87
Verteidigungsdebatte in Grossbritannien: Die Wahl der Waffen
Die demokratischen Konkurrenten um die Macht im Vereinigten . Königreich haben beschlossen, den Wahlkampf mit der Verteidigungspolitik zu bestreiten.
12 / 86
Grossbritannien: Das Lieblingswort der konstitutionellen Monarchie: Military
Großbritannien ist nicht einfach nur Stationierungsort amerikanischer Raketen. Das auch.
1 / 85
BERGARBEITERSTREIK IN GROßBRITANNIEN: DER KLASSENKAMPF - EIN STAATSMONOPOL
Den Klassenkampf verachten und ihn führen - das ist beileibe kein Widerspruch. Schließlich haben Pfaffen, Lehrer und Mächtige immer nur die eine Seite der Kampffront im Sinn, wenn sie davon schwärmen, daß er in die "Mottenkiste des 19.
2 / 85
Der DGB wird aktiv - als Streikbrecher in Grossbritannien
Wenn in der BRD ganze Branchen nach dem Beispiel der britischen Kohleförderung saniert werden, wenn in der deutschen Industrie Arbeitsplätze "wegrationalisiert" werden, dann wissen deutsche Gewerkschaftler ganz genau, was da zu machen ist: 1.
3 / 85
Ende des Bergarbeiterstreiks
Das ist die Lage: Die Bergarbeitergewerkschaft hat ihr Ziel, die Regierung und die staatliche Kohlebehörde so zu schädigen, daß sie der Gewerkschaftsforderung nachgibt, nicht erreicht. Die Stromversorgung mußte nicht eingeschränkt werden, die Stahlproduktion läuft auf vollen Touren, ihr Ausstoß 1984 war höher als im Jahr zuvor.
9 / 85
INTERNATIONALE HEIMATKUNDE: GROßBRITANNIEN: IMMER NOCH EIN PFUNDS-STAAT
BUY BRITISH! DIE BRITISH!
5 / 84
GADAFI GEGEN GROßBRITANNIEN - USA GEGEN DIE SANDINISTEN: ZWEI UNVERGLEICHBARE FÄLLE VON GEWALT UND MORAL
Der amerikanische Präsident entsendet zu großangelegten Manövern Truppen nach Honduras, Kriegsflotten in die Karibik und vor die Pazifikküste Nicaraguas. Geübt wird "Invasion" sowie das Abfangen gegnerischer Schiffe - auch gleich am wirklichen feindlichen Objekt. Gedeckt durch diese Massenansammlung von Militär, rüstet der amerikanische Geheimdienst Söldner und nicaraguanische Regierungsgegner für einen terroristischen Kleinkrieg gegen Nicaragua aus, arrangiert und koordiniert ihre Einsätze; die Luftüberwachung im Manövereinsatz hilft dabei.
6 / 84
Bergarbeiterstreik: Wo streiken noch schlagen heisst
Der DGB macht keine Fehler. Er ist einer.
6 / 84
EIN AUSSICHTSLOSER KAMPF?
Während Scargill verkündet, die Streiks hätten "einen Klassenkampf gegen die Herrschenden in Großbritannien entfesselt", betreibt die andere Seite ihre Hetze recht gelassen weiter. Mehr Gewicht als die Beschwörung des Schadens für Englands Gesundung hat die stereotyp wiederholte Prognostizierung der Niederlage der Gewerkschaften:
9 / 84
Nicht verwechseln! Scargill - Walesa
Da ist einer hergegangen und hat gesagt: Nicht mit uns! Die Vernichtung der spärlichen Existenzgrundlage von Tausenden von Arbeitern nehmen wir nicht hin.
11 / 84
Parteitage in Grossbrittanien: Solidarität für Labour - Die Konservativen, mitten im Krieg
Das Schlimmste, was einer modernen Partei der Arbeit passieren kann, ist der Kampf der Klasse, deren Vertretung durchs Regieren ihr liebstes Anliegen ist. Nicht nur, daß sie da ziemlich überflüssig ist der Klassenkampf kommt ihr geradewegs in die Quere: nach allen Regeln der Demoskopie müßte die Opposition in der Wählergunst ein Jahr nach den Wahlen die Nase vorne haben.
3 / 83
Britischer Unilateralismus: Der raffinierte Multilateralismus
Unilateralismus, einseitige atomare Abrüstung innerhalb der nächsten Legislaturperiode im Falle eines Labour-Siegs, das hat sich die englische Arbeiterpartei für den kommenden Wahlkampf auf ihre Fahnen geschrieben. Die Presse liefert das erwünschte Echo: "Radikalstes Programm der Labourpartei seit Attlee."
3 / 83
Die europäische Atomstreitmacht: Getrennt marschieren, vereint schlagen!
Großbritannien und Frankreich leisten sich eine für ihre Verhältnisse enorme atomare Rüstung - und doch handelt es sich dabei um Größen, die in den USA allenfalls Gegenstand des demokratischen Hin und Her zwischen Präsident und Kongreß würde. Noch der freezigste US-Abgeordnete würde bei einem solchen Budget um die "Sicherheit der USA" bangen.
4 / 83
Grossbritannien: Geschenke für mündige Wähler
Die englische Premierministerin hat sich eine satte Mehrheit ins Unterhaus wählen lassen, mit der sie ihre Wahlversprechen für die nächsten fünf Jahre einlösen kann. Für diesen Gewinn an Handlungsfreiheit hat sie ein Jahr der alten Legislaturperiode "verschenken" können, weshalb es ihr wohl auch kaum Sorgen bereiten dürfte, daß der Erdrutsch im Unterhaus nicht auch auf einem überwältigenden Stimmenzugewinn heruhte.
1 / 82
Grossbritannien: Das Ende der englischen Krankheit
Klassenkampf wird heute auch in Großbritannien offensichtlich nur noch von oben geführt: Als bundesdeutsche Zeitungen den Beginn des Streiks im staatlichen Automobilkonzern British Leyland meldeten, war er schon wieder beendet - mit dem Angebot des Unternehmens als Abschluß. Grassierten früher Zahlen über streikbedingte Produktionsausfälle als "englische Krankheit" zwecks Demonstration der Lüge, ausgerechnet der Kampf gegen Kapital und Staat bringe proletarisches Elend hervor, so goutiert man heute hämisch, daß britische Arbeiter aufgrund ihres "selbstverschuldeten" Elends nicht mal mehr gegen die "notwendigen Grausamkeiten" von Regierung und Industrie kämpfen "können".
2 / 82
Grossbritannien: SDP - totales Staatsprogramm
Vor einem Jahr erst gegründet - und schon Aussichten auf die Übernahme der Macht! An der "Frische und Modernität" einer Shirley Williams liegt das sicher nicht.
4 / 82
Der Papst in England: Filled with holy spirit
Alles war prächtig vorbereitet: Ein anglikanisch-katholisches Pfaffenteam war in zehnjähriger theologischer Kleinarbeit zu dem Ergebnis gelangt, daß die (durch den berüchtigten Frauenverschleiß eines Heinrich VIII. anno 1570 heraufbeschworene) Trennung ihrer Kirchen heute bei weitem durch die Gemeinsamkeit der organisierten Moralpflege ihrer demokratisierten Schäflein übertroffen wird.
4 / 82
Grossbritannien: Kriegerischer Wettstreit der Parteien
Wenn demokratische Politiker neidisch kundtun, in "totalitären Regimen" ließen sich die Leute leichter in den Krieg schicken, dann stimmt das nicht. Sie verkünden allein die Ansprüche, die demokratische Herrscher ihren Untertanen gegenüber für selbstverständlich halten.
6 / 82
Britische Gewerkschaften: Im (Arbeits-)Dienste ihrer Majestät
Die Gewerkschaft hat ein nützliches Anhängsel nationaler Wirtschaftskraft zu sein diesen kategorischen Imperativ aus dem Notenbüchlein des demokratischen Politikers trägt die englische Premierministerin als Kampfansage vor. Ohne den geringsten sozialpartnerschaftlichen Schnörkel weist sie jeden, wie auch immer gearteten Anspruch der Gewerkschaft zurück, verlangt umgekehrt von ihr, sie solle die Krise dadurch beseitigen, daß sie sie bis zum letzten ausbadet.
2 / 81
Grossbritannien: Kampf um die Mitte (SDP)
Endlich kann auch die konservative Partei auf ein paar "Dissidenten" stolz sein, die am Budget Day das Image der Partei durch "Mißtöne" aufpolieren halfen. Die Premierministerin fertigte die um ihre Wahlkreise Besorgten als "Schlappiers" ab und "the whip " (der Fraktionsvorsitzende) hatte zuvor genau abgezählt, damit die Haushaltsdebatte auch geregelt über die Bühne ging.
3 / 81
Grossbritannien: Greater Britain!
Milton Friedmann hat ihn nach eigenem Bekunden nicht erfunden, aber immerhin den Nobelpreis dafür gekriegt: den Monetarismus. Demnach ist die Inflation das größte Übel der Neuzeit, ihr Grund eine zu große Menge an Geldzetteln, das Heilmittel die Reduktion der Geldmenge, im Fernsehen anschaulich demonstriert durch die Betätigung des Stop-Knopfs einer amerikanischen Dollarnotendruckmaschine: Mit - einem Schlag stand die Maschine still - Q.e.d.!
3 / 81
SÄUFT DIE INSEL AB?
"Rostet die Lady?" so ähnlich fragte - "um im Bild zu bleiben" - ein ZDF-Reporter angesichts der Gelassenheit, mit der am budget day die englische Premierministerin die "Fortsetzung ihrer Roßkur" verkünden ließ und die Kritik der Gewerkschaften, Labour, Industrie und vorausschauend um Wahlstimmen besorgter Mitglieder der eigenen Partei mit der Lady einig war, daß die Engländer den Gürtel enger zu schnallen hätten, damit es England wieder besser gehe, nutzt man nun wieder eifrig die Not der Engländer (Arbeitslosenzahlen!),
4 / 81
Grossbritannien: Full Speed für die Rüstung
Die BRD-Berichterstattung anläßlich der Entlassung des britischen Marineministers Speed: "Regierung Thatcher plant erhebliche Kürzungen im Verteidigungshaushalt" entspricht zwar nicht der Wahrheit, durchaus jedoch dem Zug der Zeit. Der gewünschten Botschaft, daß Sparen am Militär eine Sünde ist, und womöglich einem heimlichen Ärger darüber, daß Großbritannien auf militärischem Gebiet ohne Konsultation der anderen Europäer operiert, muß es geschuldet sein, daß Sparmaßnahmen einer Regierung vorgeworfen werden, die sich hinsichtlich Aufrüstung von den anderen NATO-Partnern durchaus nichts vorzuwerfen lassen braucht.
4 / 81
Horse-Charly and Lady Di
"A horse, m y kingdom needs a horse!" exclaimed the good Queen Bessie the second and her husband-daddy Long-Tall-Phil from Germany succeeded in making her pregnant with young Charly and later on came Little-Annie.
5 / 81
GROßBRITANNIEN: NATIONALER SOZIALISMUS AUF DEM LABOUR-PARTEITAG
Wenn demokratische Staaten es so weit gebracht haben, daß Regierungswechsel reibungslos über die Bühne gehen, indem sie als "Wechselspiel von Regierung und Opposition" zur Selbstverständlichkeit werden, dann wird dem Bürger diese Fähigkeit zur Abstraktion von den eigenen Interessen und die Willensbekundung, im Wahlakt einer der gebotenen Alternativen des nationalen Interesses zuzustimmen, das Prädikat der "politischen Reife" attestiert. In funktionierenden Demokratien sucht die Opposition darüber Punkte zu machen, daß sie der Regierung vorwirft, die von ihr exekutierten Staatsnotwendigkeiten mangelhaft zu realisieren, selbst verspricht, eben dieses politische Geschäft viel besser zu verstehen und sich so als getreues, aber eben umgekehrtes Spiegelbild der gerade mit der politischen Herrschaft betrauten Figuren präsentiert.
6 / 81
Grossbritannien: England im Aufwind
Wenn die Realität sich wehren könnte gegen ihre Betrachter, dann gäbe es wohl keine Englandkorrespondenten mehr. Sie können es nämlich nicht lassen, dem Inselstaat auf allen Gebieten Schwierigkeiten anzudichten, die er nicht hat.
2 / 80
Stahlstreik in England: Der überholte Klassenkampf
Daß auch in England, dem Land der gleichnamigen Krankheit, noch Wunder geschehen, hielt der aufgeklärte Zeitgenosse aus Deutschland für ausgeschlossen - bis eine Eiserne Lady daherkam und Zeichen setzte. Bei allem Vorbehalt gegen dieselben - so gehört Durchwursteln zu England, weil Modell zu Deutschland (wo kämen wir auch hin, wenn es davon mehrere gäbe), weshalb Konfrontation die Macht der Gewerkschaft auf den Plan ruft, wodurch völlig überflüssig soziale Unruhe entsteht, so daß das Land an den Rand des Chaos und zuguterletzt die Lady zu einer 1800gen Kehrtwendung ihrer Politik getrieben wird - muß man ihr den Erfolg im Stahlstreik doch irgendwie lassen.
6 / 80
Grossbritannien: Labour im Aufbruch
Das sind Nachrichten! Da denkt man sich doch gleich, ob sie denn nun völlig verrückt geworden ist, die Labour-Party.

© Verein zur Förderung des marxistischen Pressewesens e.V. München