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Martin Broszat + Quintessenz eines reichen Forscherlebens Ein Institut erorbert die deutsche Geschichte zurück
Martin Broszat sah seine Lebensaufgabe darin, den Deutschen die 12 Jahre NS-Herrschaft als "Teil deutscher Geschichte zu eigen" zu machen. Mit diesem Programm und seinem vielbeachteten ersten Meilenstein darin - "Der Staat Hitlers" - profilierte er sich als der richtige Vorstand für das Institut für Zeitgeschichte, dessen Aufgabe und Daseinszweck darin besteht, "dem schwierigen Umgang mit unserer Geschichte" eine Orientierung zu geben. |
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Sebastian Haffner "Von Bismarck zu Hitler" Ernst Nolte "Der europäische Bürgerkrieg" Zwei Alternativen bewältigter Vergangenheit
Das jüngste Beispiel für die in der Geschichtswissenschaft seit Urzeiten vertretenen gegensätzlichen Sichtweisen, die Geschichte sei eher durch Ideen oder eher durch Macht bewegt, liefern die beiden Schwarten von Sebastian Haffner und Ernst Nolte. Zwei seriöse Geschichtswissenschaftler widmen sich demselben Zeitraum und erzählen jeweils eine völlig andere Geschichte. |
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DER JUDE ALS SÜNDENBOCK
Diese Vorstellung, daß zur Vermeidung eines möglichen Aufstands der deutschen Arbeiterklasse gegen ihre Herrschaft und Ausbeuter trickreich die Juden als Sündenböcke aus der Tasche gezogen worden seien, denen man einfach das "ökonomische Unrecht" aufbürden konnte, ist zwar beliebt, aber nicht besonders logisch. Sicher hat Hitler die Juden zu Feinden des deutschen Volkes erklärt und entsprechend behandeln lassen. |
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Was deutschen Historikern zur Judenverfolgung einfällt
Das rund 40jährige nationale Volksbildungsprogramm namens "Vergangenheitsbewältigung" hat radikal für Humanismus gesorgt. Von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen steht der bundesdeutsche Geist der Herrschaft des Rechtsvorgängers distanziert gegenüber und hat dafür in allerster Linie humanitäre Gründe. |
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Die Konkurrenz der Weißwäscher - Streit über die deutsche Geschichte
Im Sommer und Herbst 1986 erbaut sich die Kulturnation an einem akademischen Streit, der dank eines Artikels von Jürgen Habermas in der "Zeit" (11.7.86) den Durchbruch in die Feuilletonseiten der großen Zeitungen geschafft hat. Sein Thema, der II. |
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Geschichte als Argument
Wenn Zeitgenossen in die Geschichte zurückgreifen, verbinden sie mit solcher Hirnweberei eine gegen Aufklärung gerichtete Absicht. Sie wollen ihren Mitmenschen weismachen, daß irgendwelche vergangenen Ereignisse für die Nachwelt schwer etwas "bedeuten". |
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Nationale Tradition: Geschichte für Deutschland
"Ökonomischer Riese und politischer Zwerg" - so schmeichelte sich das öffentliche Bewußtsein in den 70er Jahren. Mittlerweile ist man als flotter Juniorpartner der Weltmacht Nr. |
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Wissenschaftliche Vergangenheitsbewältigung
Der 50. Jahrestag der "NS-Machtergreifung" am 30. |
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Historiker zum Krieg: Kein Krieg ohne Bedeutung - keine Bedeutung ohne Krieg
Seit jeher sind Kriege das Salz in der Suppe des Historikers, da offenkundiger Ausdruck des faszinierenden "Ringens von Völkern und Nationen" auf dem großen Welttheater. Wenn Staaten sich ihren weltpolitischen Rang streitig machen, steht die Geschichtswissenschaft interessiert dabei - kein Gedanke, der Vorführung dieser hohen Kunst ein rasches Ende zu wünschen. |
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Gordon Craig: über die Deutschen - Vom Nutzen des Faschismus für den deutschen Volkscharakter
Gordon Craig, ein u.a. auch an der FU lehrender amerikanischer Geschichtsprofessor, hat 1935 eine "erste Begegnung mit Deutschland" gehabt und seither nicht mehr ablassen können, seine Faszination von der Kultur der Deutschen und vom Faschismus mit wissenschaftlichen Beweisgründen zu untermauern. |
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Wenn die Wissenschaft ihre Tage kriegt: Politologen-, Historiker- und Germanistentage
Nach den Sommerferien, dann wird die deutsche Professorenschaft reiselustig. So auch dieses Jahr: Es trafen sich die Soziologen, die Politologen, Historiker und Germanisten. |
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Faschismusforschung: Nationalsozialismus unter dem demokratischen Ideal
Die Idee des alten Volksschullehrers Gebhardt, dem Nationalbewußtsein des deutschen Volkes mit einem "Handbuch der deutschen Geschichte" auf die Sprünge zu helfen, hat Generationen von Historikern wertvolle Dienste fürs Examen geleistet: Sie wußten, worauf‘s ankam. Mittlerweile hat sich die Geschichtswissenschaft des "Gebhardt" bemächtigt und ihn bei dtv auf vorläufig 22 Bände gebracht. |
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Lothar Gall, "Bismarck - der weiße Revolutionär": Macht macht's
"Wer immer sich in die Geschichte Deutschlands und Europas während der 2. Hälfte des 19. |
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Historikertag in Würzburg: Scheintoter Weltgeist feiert Auferstehung
Daß sie eine undankbare Aufgabe auf sich genommen hat, läßt sich die Geschichtswissenschaft auch dann gern bescheinigen, wenn ihr dafür der Dank des obersten bayerischen Kulturbeamten zuteil wird. Es ist zwar nicht zu übersehen, daß die Geschichte als Wissenschaft so etabliert ist wie kaum eine andere, daß sie als Schulfach neben Deutsch das geisteswissenschaftliche Rüstzeug liefert, dem vom Heimatkundeunterricht in der Volksschule bis in die Kurse der 13. |
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PREUßENBOOM: EIN TOTER ADLER AUF DEN FLÜGELN DES ZEITGEISTS
Die Bestseller in den schwarz-weißen Farben sind zwar schon wieder aus der Spiegelhitparade verschwunden, doch hat sich die Öffentlichkeit mit Preußen eines historischen Gegenstandes bemächtigt, der andrs als so exotisch unterhaltsame Geschichten wie die der Hunnen oder Azteken ein echter Evergreen zu werden verspricht (1981 winkt eine große Preußenausstellung in Berlin). Mit Befriedigung können die Beobachter aller Couleur konstatieren, daß damit die Etappe deutscher Staatswerdung wieder gebührende Aufmerksamkeit findet, die angeblich "jahrzehntelang vernachlässigt, ja verdrängt und ‚herabgewürdigt‘ worden sei" (Ausstellungspromoter Bodo M. |