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Die
GEGENSTANDPUNKT-Redaktion
bietet die Gelegenheit zur
politischen Diskussion auf einem
GegenStandpunkt & Diskussion
in Stuttgart
Donnerstag, 24. April 2008, 19:30
Uhr
Altes Feuerwehrhaus Süd, Möhringer Str. 56
(E.-Schoettle-Platz)
"Finanzkapital und Finanzkrise.
US-Hypothekenkrise, Fondsschließungen, Bankenpleiten:
Ein Lehrstück über Eigenart, Leistung und Macht des
Finanzkapitals"
Referent Dr. Theo Wentzke
Gerade noch hatten sich die meisten Industrie-Nationen über
ihren „Aufschwung“ gefreut. Und dann das: Ein Beben im Finanzgewerbe
löst weltweit Fondsschließungen, Bankpleiten und Angst an
den Geldmärkten aus. Die Aktienkurse an den Weltbörsen
fallen, und vorsorglich informieren Tageszeitungen ihre Leser
darüber, ob ihre Ersparnisse noch sicher sind. Und warum das
alles? Ein paar tausend Häuslebauer in den USA sind mit der
Bezahlung ihrer Hypothekenschulden in Rückstand geraten, so wird
erzählt – und rund um den Globus werden Milliarden im zwei- bis
dreistelligen Bereich vernichtet? Einen Anlass mögen die
Ausfälle bei der Bedienung von US-Immobilienkrediten vielleicht
bieten, der Grund für den Krach sind sie sicher nicht.
Banken, so hörte man, machen ihr Geschäft nicht nur mit der
Vergabe, sondern auch mit der „Verbriefung“ von Krediten. Sie
bündeln von ihnen an Haus- oder Autokäufer vergebene Kredite
zu einem Wertpapier, das sie an Fonds und Geldanleger mit Gewinn
veräußern. Wieso können Banken etwas verkaufen, also zu
Geld machen, das sie gar nicht mehr haben, etwas, das sie weggegeben
haben, offene Forderungen eben? Kaum macht die Öffentlichkeit
Bekanntschaft mit dieser Geschäftstechnik, wird sie auch schon als
genialer Kunstgriff zur „Streuung von Risiken“ gefeiert. Statt sich bei
einer Bank zu konzentrieren, verteilen sie sich auf die Schultern
vieler Anleger. Diese „Risikostreuung“ hat lange Zeit ihr Werk zum
Wohle der ganz großen Geldanleger getan. Die haben sich dumm und
dämlich verdient. Neuerdings hat sich die Sache anders entwickelt,
als von ihren Erfindern gedacht, als Vervielfachung von „Risiko“: ein
Finanzkrach ist da und zwar global. Als grundsolide geltende
Kreditverbriefungen erweisen sich über Nacht als Luftbuchung.
Worin besteht der Wert von Papieren, der sich über Nacht in nichts
auflösen kann?
Dieselben Figuren aus den Chefetagen des globalen Kapitalismus, die
ansonsten immer ihre uneingeschränkte Handlungsfreiheit fordern
und staatliche Regelungen als Geschäftsschädigung und
Freiheitsberaubung geißeln, rufen nun nach dem Staat. Die werden
auch in Gestalt der Zentralbanken aktiv. Während eine Aufstockung
der Arbeitslosengelder, Pensionen angesichts gestiegener
Lebensmittelpreise dem Ziel eines ausgeglichenen Staatshaushalts
entgegensteht, so dass der Staat in Gestalt des Finanzministers solchen
Bedürfnissen eine Absage erteilt, pumpen die kapitalistischen
Staaten über ihre Zentralbanken unter der Führung der
US-amerikanische FED und der Europäischen Zentralbank (EZB) mal
ca. 400 Milliarden € Kredit zur Rettung der Finanzwelt in den Markt –
weil die Banken einander wechselseitig für nicht mehr
kreditwürdig halten, wie man liest. Deren Überleben ist
anscheinend existenziell für „unsere“ Wirtschaftsweise und liegt
den Staaten ganz anders am Herzen als das materielle Wohlergehen der
gewöhnlichen Bürger …
Regelmäßiger
Diskussionstermin mit der GegenStandpunkt-Redaktion 2008:
jeweils
Donnerstag, 19.30 Uhr,
Ort: Altes Feuerwehrhaus
Süd,
Stuttgart-Heslach
Möhringer Straße 56 (Eingang Erwin-Schöttle-Platz)
U1, U14, Bus 42 Schreiberstraße
Weitere Termine 2008:
der Termin am 17.04. Foyer 1, fällt
aus!
wieder am
24.4. Saal (Vortrag mit Diskussion; siehe oben)