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GegenStandpunkt
Politische
Vierteljahreszeitschrift
Die Redaktion bietet eine regelmäßige Gelegenheit zur
politischen Diskussion. Themen sind Innen- und Weltpolitik,
Wirtschaft und Geistesleben; ferner Artikel, die in der Zeitschrift
GegenStandpunkt erschienen sind.
Einladung zum Vortrag mit Diskussion
am Mittwoch, 28. Mai 2008, 19:30 Uhr
im Leerer Beutel (kleiner Saal),
Bertoldstraße 9, Regensburg
Religiöser Fundamentalismus und ein separatistischer Aufstand
im Olympia-Jahr, wie wir ihn mögen:
Tibet gut, China böse!
Der erste große Sieg der olympischen Spiele 2008 steht fest,
lange bevor sie begonnen haben: Die Welt stellt China die Tibet-Frage!
Seit fromme und weniger fromme Bewohner auf dem Dach der Welt ihren
Protest gegen das Riesenreich vortragen und dabei von Peking hart
zurückgewiesen werden, scheint die Sympathie im Ausland keine
Grenzen zu kennen.
Soviel tätige Anteilnahme erfährt nicht jeder Aufstand. Die
Palästinenser im Gazastreifen oder Globalisierungskritiker in
Heiligendamm haben sich nicht annähernd so gute Noten verdient wie
die tibetischen Demonstranten, obwohl auch in ihrem Fall die jeweilige
zuständige Ordnungsmacht den Dialog hauptseitig mit
militärischem oder polizeilichem Gerät führt. Dass eine
religiöse Gesinnung die tibetischen Mönche bei ihrem Aufstand
adelt, weiß die Welt von Washington bis Wanne-Eickel sehr gut,
vergisst aber auch nicht, zu unterscheiden. Während man im
Weißen Haus den großen iranischen Religionsführer
Chomeini bis heute nicht verehrt, sondern als religiösen Fanatiker
verachtet, ist für den Ottonormalverbraucher im Ruhrgebiet jeder
muslimische Kirchturm grundsätzlich zu hoch und ein Beweis
für einen gefährlichen Fundamentalismus des Glaubens. Bliebe
noch das Ziel der Unruhen in Tibet, die Autonomie. Während das
westliche Ausland dergleichen bei Basken oder Korsen gar nicht leiden
kann, drückt man den Tibetern die Daumen und hilft, so gut es
geht, nicht nur im Hintergrund. Derweil verkündet der
brutalstmögliche noch amtierende Ministerpräsident aus Hessen
unter großem öffentlichen Applaus sein Engagement für
ein freies Tibet – und gegen jede noch so kleine Parallelgesellschaft
auf deutschem Boden, die unverzüglich kleingemacht werden muss.
Das Projekt, bettelarme fromme Bauern und Nomaden in Tibet unbedingt
mit einer eigenen Herrschaft, wenigstens aber einer Vorstufe davon zu
versorgen, bezieht seine Sympathien sicher nicht aus dem tibetischen
Aufstand, sondern aus dem Gegner, auf den er trifft, China.
Wo liegt der Grund für soviel China-Kritik? Wie steht es um die
Menschenrechte, nicht in China, sondern überhaupt? Warum eignen
sich ausgerechnet Olympische Spiele dafür, einen ernsthaften
Streit zwischen Staaten auszufechten? Was ist vom Dalai Lama und seiner
Weltanschauung zu halten, mit der er um Unterstützung wirbt? Das
und mehr wird auf der Veranstaltung zu klären sein.
Termine
und Themen im
kommenden
Vierteljahr:
Die Freunde des GegenStandpunkts treffen sich jeden Monat
einmal zur Diskussion aktueller oder auch grundsätzlicher
politischer
Themen.
Datum und Thema werden jeweils bekanntgegeben.