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Der Grund der Krise
Was ist im Kapitalismus eine Krise? Welche eigentümliche Logik des
Mangels reißt da ein?
— Die Eigenart der
kapitalistischen Gesellschaft ist, dass
da das Zuviel die Krise produziert. Im Unterschied zu Krisen aus
Mangel, vielleicht wegen einer Folge von Missernten, heißt Krise
hier, dass beständig über die Marktschranken produziert, zu
viel Reichtum produziert, zu viel Kapital akkumuliert wurde, als dass
sich dieses weiter verwerten würde. Die Waren werden zwar für
den Markt produziert, aber in einer Weise, dass es beständig den
Vorgriff auf den Verkauf, auf den Erfolg, der erst erwartet wird, mit
Hilfe des Kredits gibt.
Aber läuft es nicht im Reich der Konkurrenz so, dass die
Unproduktivsten rausfliegen und trotzdem Wachstum stattfindet? Das
Setzen auf zukünftigen Zuwachs gehört da dazu. Wie ist bei
diesem normalen Gang des Kapitalismus das Prinzip des Zuviel? Warum
läuft da was widersprüchlich ab?
— Weil das Wachstum auf
Kosten derjenigen geht, die die
Produkte konsumieren sollen.
Das müsste genauer erläutert werden, denn Arbeiter
konsumieren nicht all die produzierten Maschinen, Dampfer etc.
— Es ist aber so, dass das
zahlungsfähige
Bedürfnis, das die Warenberge realisieren soll, nicht dafür
ausreicht. Weil jeder Warenproduzent sich für diese nicht
verantwortlich fühlt, sondern aus Kostengründen seine eigenen
Lohnempfänger möglichst gering bezahlt. Daher ist die
zahlungsfähige Nachfrage prinzipiell beschränkt.
Aber es sind ja nicht nur die Lohnempfänger, die kaufen sollen.
Wenn sie ihre Arbeiter beschränken, bleibt mehr bei den
Kapitalisten übrig, dafür erweitern die ihren Konsum.
Krise bedeutet nicht, dass etwas nicht auf Dauer gut geht und
irgendwann der Umkipper kommen muss. Diese Allerweltsweisheit
können auch bürgerliche Konjunkturtheoretiker aufsagen, dass
nach dem Aufschwung die Rezession kommt.
Das angeführte Kaufkraft-Argument, bedarf einer Klärung. Marx
schrieb: 'Der letzte Grund der Krise ist die Armut der
lohnabhängigen Massen', aber was heißt das inhaltlich?
— Reichtumsproduktion im
Kapitalismus heißt nicht,
dass ein bestimmtes Marktsegment bedient werden soll, sondern der Markt
soll exklusiv den jeweils gegeneinander konkurrierenden Kapitalisten
zur Verfügung stehen. Der Kredit ist das Mittel für sie,
über die Schranken des zahlungsfähigen Bedürfnisses
hinaus zu produzieren.
Dazu sagt Marx: Der Kredit ist die Möglichkeit der Krise, aber
nicht ihr Grund. Außerdem: Es wird den Kapitalisten schon durch
die Konkurrenz beigebracht, dass der Markt ihnen nicht allein
gehört. Sie kalkulieren doch mit dem, was sich realisieren
lässt auf dem Markt.
Wie unterscheidet sich das genannte Argument, dass im Schaffen vom
Reichtum zugleich die Verengung der Zahlungsfähigkeit produziert
wird, vom Gewerkschaftsargument, die Unternehmer sollen mehr zahlen:
Höhere Löhne als Kaufkraftstimulus für die Konjunktur?
— Die Armut ist die andere
Seite davon, dass die Quelle des
Reichtums, die in der Produktion vergegenständlichte Arbeit,
permanent reduziert wird, dass ein immer größerer Vorschuss
an Kapital durch ein immer geringeres 'v' verwertet werden soll.
Dadurch sinkt aber auch ständig der Profit, der Zweck der
Produktion ist.
Ob wirklich der Profit sinkt, ist schwer die Frage. Vorher wurde
über ein Verhältnis gesprochen.
— Das Verhältnis ist
die Marktschranke, durch das
Sinken von v hervorgerufen. Dagegen haben die Produzenten ihre
Gewinnerwartung als Maßstab, weil auch der Vorschuss schon aus
geliehenem Geld besteht und Gewinne mindestens über den Zins
hereinkommen müssen, damit es sich lohnt. Der Kredit muss bedient
werden.
Krise bedeutet nicht, dass Kapitalisten sich mit der Kreditaufnahme in
einen Sachzwang hinein wirtschaften. Als erstes ist der Kredit nicht
Beschränkung, sondern Instrument fürs Gewinnemachen. Wo
steckt das Zuviel? Dass alle immer mehr machen, ist kein realistisches
Bild. Kapitalisten sind berechnend. Mehr Produkte herzustellen ist
keineswegs die Maxime kapitalistischer Betriebe. Da hat man mindestens
eine Bestimmung vergessen.
— Es gibt den Widerspruch,
dass die Kapitalisten, die die
Gewinne machen wollen, ständig versuchen, ihre Kosten zu
drücken, möglichst geringe Löhne, möglichst geringe
Preise für Rohstoffe etc. zu zahlen Damit beschränken sie
dauernd die Kaufkraft, auf die sie gesamtgesellschaftlich gesehen auch
angewiesen sind. Über den Kredit blasen sie ihr Geschäft
immer mehr auf und finden dafür weniger Käufer.
Ja, man soll aber nicht so tun, als gäbe es ausgerechnet im
Kapitalismus kein Wachstum, sondern das Prinzip der Krise, der
Streichung – nicht bloß von Tauschwerten, sondern durchaus das
Vergammeln von Gebrauchswerten aller Art –, ist im Kapitalismus das
Produkt des Wachstums. Dieses Paradox muss erklärt werden.
Feststeht, das geht nicht nach dem Motto: 'Das geht eine ganze Zeitlang
gut, aber dann erweist es sich als zu viel', sondern da ist am Wachstum
selbst ein Prinzip am Werk, das den Krisengrund enthält.
Ungenügende Hinweise darauf sind schon erfolgt.
— Das Wachstum auch des
produktiven Kapitals wird im
Endeffekt vom Kapital selbst bezahlt; die Arbeiter sind dabei nur die
durchlaufende Größe v. Wenn aber das Wachstum darauf beruht,
dass auf der anderen Seite die Kosten gesenkt werden, ist diese Seite
ja das, was die übrigen Kapitalisten realisieren müssten.
Also aufgrund der Kostensenkungen und des Wachstums der Kapitale
entstehen immer mehr Waren, immer mehr Anspruch auf Verwertung und
gleichzeitig beschränken sie die Kaufkraft.
Wachstum geht aber doch so, dass eine Firma ihren Lieferanten mehr
abkauft – drückt dabei zwar auf deren Kosten, zwingt auch ihnen
Preissenkungen auf, aber – die wachsen so auch. Am Ende werden sogar
mehr Leute eingestellt.
— Bevor der Lohn als
Kaufkraft auftritt, tritt er als die
Quelle auf, die Reichtum schafft. Die wird verringert. Das Kapital
wächst und verringert gleichzeitig – durch die Kostensenkungen,
durch die Erhöhung der Ausbeutungsrate – das, worauf es beruht,
nämlich den hergestellten kapitalistischen Reichtum, das ist der
Widerspruch.
Das 'verringert den Reichtum, der hergestellt wird' ist
klärungsbedürftig, weil von einer mitgedachten
Arbeitswertlehre wissen sie nichts.
Was ist denn im Kapitalismus die Quelle des Profits? Letztlich der
Mehrwert, sagt Marx, nur da kommt noch eine entscheidende Bestimmung
dazwischen, sein Maß hat das kapitalistische Wachstum nicht an
der Mehrwertrate. Der Kapitalismus funktioniert anders.
— Da geht es um die
Profitrate. Die ist das Verhältnis
vom Mehrwert zum vorgeschossenen Kapital.
— Die Quelle des Wachstums
ist das gesamte vorgeschossene
Kapital, nicht nur das, was in der Ware drin ist. In diesem
Verhältnis wächst ständig die Kapitalgröße
gegenüber dem, was an Arbeit darin mobilisiert wird. Das gesamte
vorgeschossene Kapital misst sich an dem Plus, das es zustande bringt.
Ja, das es zustande bringt, das ist
die Verrücktheit im
Kapitalismus. Sie wissen nichts von Arbeit als Quelle des Reichtums.
— Die Quelle des Reichtums
liegt für sie im Kostpreis.
Der Unterschied von c, v und m ist aufgehoben.
In der Profitrate ist das Maßverhältnis eines des
Überschusses zum gesamten Vorschuss. Und das ist nicht nur ein
rechnerisches Maßverhältnis, sondern das, was Marx als
Mehrwert erklärt, tritt überhaupt nur als das Produkt des
Kapitals auf. Da wurde schon gesagt, dass der Arbeitslohn nur ein
durchlaufender Posten des Kapitals ist. Das Kapital reflektiert nicht
darauf, dass die angewandten Arbeitskräfte die Quelle seiner
Bereicherung sind. Marx weist darauf hin, dass der Lohn, kapitalistisch
gesprochen, ein Stück Kapital ist und nicht Geld für eine
wichtige Größe, die den Wert schafft. Es ist doch gerade
umgekehrt: Arbeit kommt im Kapitalismus nur unter dem Titel ihres
Preises, den der Kapitalist zahlt, vor, als Bestandteil des Aufwands,
den er treibt, damit sein Geldaufwand sich vermehrt.
— Wenn ein immer kleineres
v einen immer größeren
Aufwand an Kapital fruchtbar machen soll, resultiert das in einem
tendenziellen Fall der Profitrate. Das heißt nichts anders, als
dass sich so die Geschäftsmöglichkeiten für die
Kapitalisten permanent reduzieren.
Und zwar deswegen – das ist der Widerspruch -, weil all die Instrumente
zur Steigerung der Profitrate der Steigerung entgegenwirken. Die
funktionieren in der Konkurrenz solange, wie einer sie den anderen
voraus hat. Sobald die Konkurrenz die Methoden verallgemeinert,
schlägt die Steigerung der Profitrate in eine Beschränkung
des Wachstums um. Und weil der ganze Unterhalt der Arbeiterklasse
vollständig unter dieses elende v subsumiert ist, sind die auch
die ersten Opfer, ist ihre Armut auch ein Teil der Wachstumshebel des
Kapitals. Und sie sind Teil der Schranke, die das Kapital sich mit
seinem Wachstum selbst aufbaut.
Das ist wichtig, um den Fehler des Gewerkschaftsarguments zu begreifen:
Lohnerhöhungen zwecks Kaufkraftsteigerung, wären sonst doch
ein gutes Rezept. Wenn sich – wie schon gesagt – kein Kapitalist
verantwortlich fühlt für die Kaufkraft der Massen, sondern
nur schaut, wie er seine Belegschaft billiger machen kann, dann
müsste ihm – lt. Gewerkschaft – von Staats wegen beigebracht
werden, dass er soziale Verantwortung übt und einen Lohn zahlt,
der ihnen Einkäufe erlaubt. Dagegen gilt es prinzipieller zu
denken, wie das in die Ökonomie des Wachstums gehört, dass
der Lohn eben für das Kapital nicht der Lebensunterhalt der Massen
ist, sondern ein Posten in seiner Selbstverwertung. Der Kapitalismus
funktioniert nach dem absurden Motto: Das Geld verwertet sich. Beim
Finanzkapital hat man den einfachen Standpunkt eines ganzen Gewerbes,
dass Geld sich, kaum verliehen, verwertet. Auch bei den andern
Kapitalisten soll sich der Vorschuss verwerten und alles andere wird
als Instrumentarium dafür begutachtet.
Aber die Methoden der Selbstverwertung haben den Haken, dass die
Steigerung der Verwertungsrate die Rate der Verwertung verringert. Das
ist der paradoxe letzte Grund für das zu viel. Der Zynismus des
ganzen Systems ist da, dass die Lohnabhängigen mit ihrem
Lebensunterhalt unter dieses Prinzip der wachsenden Selbstverwertung
des Kapitals subsumiert sind. Das Verächtlichste, was man
über den Lebensunterhalt der Massen sagen kann, ist: klein v; auf
der gleichen Stufe wie Rohstoffe etc.
Das ganze Prinzip des Kapitalismus ist: Kapitalverwertung optimieren!
Das kostet, Überschuss kostet. Wenn man genug rein steckt,
lässt sich was rausholen. Der wichtigste Hebel dafür ist die
Gestaltung der Arbeitsplätze. Auf einmal gibt es dann doch einen
Unterschied zwischen v und c, obwohl beides gleichermaßen sein
vorgeschossenes Vermögen ist. Das geht gar nicht unmittelbar
darauf, v zu reduzieren, sondern das Hauptinstrument ist, wohin die
v-Männer gestellt werden. Klar, prinzipiell ist das v sowieso zu
viel, aber, was sie im Betrieb bewerkstelligen, das ist der wichtigste
Hebel. So borniert ist der Kapitalismus, dass er glatt auf dem
Standpunkt steht: Wachstum lässt sich kaufen. Sogar die Steigerung
der Wachstumsrate ist eine Frage der Investition, der Mittel, die der
Kapitalist zur Verfügung hat; wenn er mehr reinsteckt, hat er
damit nicht bloß mehr Ware, sondern das Instrument zur
Verbilligung in der Hand.
Dafür kauft sich das Kapital notfalls auch eine Wissenschaft, eine
Technologie in einem Sondersektor. Die Produktion zu verbilligen, mit
der eigenen Ware einen Preisvorteil gegen die Konkurrenz zu erzielen,
das ist im Kapitalismus kein Sparprogramm. Es siegt doch nicht der
sparsamste Kapitalist, sondern der, der den effektivsten Aufwand
treiben kann. Inzwischen sagen sie frei raus, dass es auf dem Globus
eigentlich nur Platz für 6 Autofirmen gibt und dass Opel als
mittelständischer Autobetrieb überhaupt keine Chance hat.
Weil es da an Kapitalmasse fehlt, an der Potenz, zu klotzen,
Investitionen zu tätigen, die es gestatten, die Produktion zu
verbilligen. Mehr zu verdienen ist eine Frage des Aufwands, den man
sich leisten können muss.
Darüber kommt die Notwendigkeit der Kredite ins Spiel. Das ist
etwas anderes, als beim Kredit nur festzustellen, dass man sich da
vielleicht einen Sachzwang anlacht. Für normale Bewohner der
Marktwirtschaft gilt das schon, aber das unterscheidet die von ihren
Machern. Der 'Sachzwang' letzterer ist: Fürs Geschäftemachen
braucht man Masse.
— Wenn sich ein
Baggerunternehmer einen doppelt so
großen Bagger kauft und nur mit einem Mann das Doppelte
rausbaggert, macht er solange ein besseres Geschäft, bis sich sein
Konkurrent gezwungenermaßen auch so einen kauft. Jetzt haben sie
beide doppelten Kapitalvorschuss, aber nicht mehr rausgeholt.
So geht die Konkurrenz. Wenn die andern nachziehen, stellt sich heraus,
die Einsparung eines zweiten Baggerführers, kürzt sich
allmählich wieder raus.
Was macht ein Kapitalist, wenn er damit an die Schranken seines Marktes
stößt? Klar, er treibt die Rationalisierungen noch weiter,
aber er geht dann auch mal in eine andere Branche. Es geht ja um die
Verallgemeinerung der Krise.
— Verallgemeinerung hatten
wir schon an den Punkt, wo gesagt
wurde, das Kapital verwertet sich selbst. Da hat man nicht mehr, je
nach Branche, – Band I – verschiedene Mehrwertraten auf verschiedene
Vorschüsse, sondern beim Profit hat man bereits die
Verallgemeinerung in dem Sinn: Lauter Kapitalgrößen, Summen,
vergleichen sich in Bezug auf die Verwertung. Das ist die erste
Bedeutung von: Kapital im Allgemeinen, erst da können sie
vergleichen, soviel Geld, soviel Vorschuss.
Fehlt noch der Schritt von dem ideellen Vergleich – die treffen sich im
Golfclub und geben mit ihrer Profitrate an – zur Praxis. Wenn sich am
Ende die Kapitalisten wirklich nur noch nach ihrer Profitrate
vergleichen, was passiert dann mit ihrem speziellen Handwerk? Das ist
dann das pure Mittel, um den Profit zu machen. Und zwar ein durchaus
problematisches Mittel. Das Stichwort Mobilität gehört zum
Kapital; verglichen wird nicht nach den besten Produkten, sondern wer
die beste Profitrate erlöst. Schon in dem Standpunkt ist das
Metier, sind die Arbeiter und Arbeitsplätze ideell zu bloßen
Instrumenten der Profitrate herabgesetzt und die praktische
Herabsetzung vollzieht sich über die Freiheit des Kapitals zu
disponieren, wo es überhaupt hingeht. Da wird durchaus ein Betrieb
zugemacht und an die Konkurrenz verkauft, um damit ein Potenzial zu
haben, um in eine andere Branche zu wechseln.
Die Freiheit des Kapitals gegenüber seiner angestammten
Sphäre gehört zur Profitmaximierung dazu. Das ist kein
Ausnahmefall, dass aus einer Röhrenfabrik eine Fernmeldeanstalt
wird und die Chefs dafür millionenschwere Provisionen kassieren.
Das ist die Normalität, dauernd alle Sparten, in denen ein
Unternehmen tätig ist, darauf zu überprüfen, ob da die
Profitrate stimmt. Etwas dichtzumachen, abzustoßen, was anderes
neu zu eröffnen, sind keine Krisenerscheinungen, sondern so geht
auch das Wachstum. Nicht sparen, sondern klotzen für die Gewinne,
sich dafür neue Sphären erschließen. Das kann
natürlich schief gehen. Aber das Prinzip davon ist: Dem Kapital
kommt es auf seine Profitrate an, das wird glatt zur praktischen
Wahrheit dadurch, dass anständige Firmen sich über die
Schranken ihres Gewerbes hinwegsetzen, dass sie den Standpunkt der
Freiheit, dieses als ihr Instrumentarium zu betrachten, dazu einnehmen.
— Das liest man in der
Zeitung immer als Umstrukturierung
von Unternehmen; als Abstoßen von Geschäftsfeldern, zukaufen
von anderen.
Unter dem Gesichtspunkt kommt man auf viele Momente, viele Dienste des
Kreditgewerbes. Was ist dessen Dienst für einen schwäbischen
Mittelständler, der nur perfekte Zahnräder herstellt? Er
verwendet sein Geld, um sich woanders einzukaufen, z. B. Aktien
von einer Sportartikelfirma. Was er mit seinen Zahnrädern verdient
hat, investiert er jetzt in die Joggingschuhbranche. Das ist ein Dienst
des Finanzkapitals, dass die vielen Einzelkapitalisten, auch ohne
selbst eine solche Firma aufmachen zu müssen, überall
tätig sein können. Lauter Überschuss wird verwendet, um
sich in alten und neuen Wachstums-Branchen einzukaufen. Das ist ein
Moment der Verallgemeinerung, wie dieses Gesetz der Selbstverwertung
des Kapitals vonstatten geht; alles andere – Gebrauchswerte, Armut der
Leute – ist dem untergeordnet. Diese vollständige wechselseitige
Verschränkung des Eigentums bewirkt, dass man tatsächlich von
so etwas wie 'dem Kapital' (einer Nation, Börse etc.) reden kann.
— Also diese Freiheit des
kreditgestützten Kapitals,
sich jeweils auf die profitlichste Produktion zu werfen, treibt die
Krise an.
Was bei Marx Ausgleich der Profitrate heißt, ist ein wichtiges
Zwischenargument und alles sind die Ausführungsbestimmungen der
Generalidiotie des Kapitalismus: Das Kapital verwertet sich. Das geht
als Spruch locker von den Lippen, am Ende sagt es die Börsenfrau
im Fernsehen. Aber was das heißt, wie da die Quelle des Eigentums
zum Moment des Kapitals herabgesetzt wird und in dem Zuge alle
dinglichen Momente des Verwertungsprozesses zu austauschbaren Elementen
der Profitratensteigerung herabgesetzt sind, muss erstmal klar sein, um
dann auf den Widerspruch zu kommen, der in dem drin streckt, dass die
Methoden der Steigerung der Profitrate der Wachstumsrate
entgegenwirken. Immer mehr Aufwand ist nötig und durchaus auch
zweckmäßig, um Profit zu erwirtschaften, aber der Profitrate
dient das nicht.
— Mir ist in diesem
Zusammenhang die Betonung der
Herabstufung der Arbeit zu einem bloßen Element des Kapitals
nicht klar. Vorher wurde es in Zusammenhang gebracht mit dem
blöden Gewerkschaftsargument, die Unternehmen sollten mehr Lohn
zahlen, wenn sie mehr absetzen wollten. Ist das der Grund?
Das ist ein Grund, der andere ist, dass der Lebensunterhalt der Massen
nichts anderes ist als ein Stück im Verwertungsprozess des
Kapitals. Nur weil es so subsumiert ist, herrscht auch diese totale
Verantwortungslosigkeit gegenüber der Massenkaufkraft. In dem
Verhältnis G-G’ ist die Quelle des Reichtums, die lebendige
Arbeit, so gut wie alle anderen Elemente, nämlich käuflich.
Das ist kein ideeller Blick darauf, sondern es ist praktisch so, dass
das Kapital sich verwertet, es tritt als seine eigene Quelle seiner
Vergrößerung auf. Die Arbeit tritt nur als ein Kostenpunkt
wie andere auf und wird entsprechend behandelt. Dem G’ sieht man nicht
mehr an, auf welche Weise es produziert worden ist.
Dazu kommt, dass die Beschränkung der Wachstumsrate nicht nur dann
stattfindet, wenn Lohnabhängige sich weniger kaufen können,
weil sie arbeitslos geworden sind – sie trifft die Kapitalisten auch:
Wenn immer mehr Kapital reproduziert werden muss, um einen
Überschuss zu erwirtschaften, dann ist das eine Wachstumsschranke
für alle. Dieser Spruch: Die Bedingungen der Produktion und die
Bedingungen der Realisierung der Ware sind nicht identisch, stimmt
nicht nur für die paar Märkte, auf welchen proletarischen
Familien das Spielzeug verkauft wird, sondern für alle Märkte
und für alle gilt auch, dass die Mittel, Wachstum zu erzeugen und
zu steigern, dem Wachstum des Kapitals, aufs Ganze gesehen,
entgegenwirken. Insgesamt ist der Widerspruch beim Fall der Profitrate
der, dass die Methoden der Wachstumssteigerung zwar zu haben sind, aber
unter größerem Aufwand. Deswegen immer gigantischere
Unternehmen und für kleinere Firmen der Ausweg, ihren Gewinn
über den Finanzmarkt in viele andere Produkte hineinzustecken und
so an Wachstumsfeldern zu partizipieren, von denen sie annehmen, dass
der größere Aufwand eine bessere Profitrate als im eigenen
Unternehmen erwirtschaftet. Das ist wichtig für die
Verallgemeinerung dieses Widerspruchs in Richtung Krise. Durch die
Bemühungen, ihre Profitrate zu steigern, indem sie die
Produktionssphären wechseln, beschränken sie allgemein die
lohnenden Anlagemöglichkeiten für kapitalistische
Geldbesitzer, indem sie die dort möglichen Profitraten senken. Die
Verallgemeinerung unterstellt, werden auf der Suche nach lohnenden
Kapitalanlagen Investitionen getätigt, die sich dann irgendwann
überhaupt nicht mehr rentieren. Wann es dazu kommt und über
welche Ecke, ist dann mehr oder weniger beliebig. Die Notwendigkeit der
Krise liegt in dem Widerspruch zwischen den Methoden des Wachstums und
den Wirkungen der Methoden des Wachstums; die schließen mit ein,
dass relative Verarmung der Belegschaften zu den Mitteln der Steigerung
der Profitrate dazugehört.
— Mir ist nicht klar, wie
die diversen erwähnten
Geldanlageformen, die mit dem produktiven Bereich nichts zu tun haben,
zur Überschreitung der Marktschranken gehören. Über den
Markt hinaus produzieren heißt doch immer noch, Waren zu
produzieren und wenn sich ein kleineres Unternehmen an einem
größeren beteiligt, dann produziert das eben die Waren
über die Marktschranken hinaus. Es klingt so, als ob über den
abgehobenen Finanzbereich und seinen Aktien und Beteiligungen, ohne
erkennbaren Zusammenhang mit der Produktion, die Verallgemeinerung
geht, woraus dann die Krise entstehen würde, die sich dann als
unverkäufliche Waren darstellt.
Es kommt darauf an, ob die Waren in einem bestimmten Bereich nicht mehr
verkäuflich sind, z. B. weil ein ausländischer
Konkurrent stärker ist, oder ob die Waren in ihrer Gesamtheit
nicht mehr recht verkäuflich sind. Dann ist nicht das Kapital in
einem bestimmten Bereich, sondern das gesamte Kapital in der Krise.
Dann ist die Verflochtenheit des Kapitals Realität geworden. Der
Kredit ist dabei nicht nur der Hebel, der den einzelnen Kapitalisten
zur Ausdehnung seines Geschäfts in seinem Metier befähigt,
sondern er eröffnet als Anlageangebot die Möglichkeit zum
Sphärenwechsel. Da wird z. B. ein neues Geschäftsfeld
eröffnet, in das dann riesige Kapitalmassen fließen und dann
wird womöglich gar nicht Ware produziert, die liegen bleibt,
sondern der ganze Sektor erweist sich von seinen Dimensionen her als
unfähig, auch nur einen Bruchteil der Rendite abzuwerfen, auf die
hin in ihn investiert worden ist. Riesige Kapitalmassen bleiben
unbedient, sind also ziemlich bald nichts mehr wert – so etwa war es
vor 9 Jahren bei der Krise der IT-Branche mit ihren eigentlich
ansehnlichen Profitraten. Nach dem Zusammenbruch des IT-Sektors wurde
erst gesagt, dass da eine Blase geplatzt sei und dann haben nicht nur
die IT-Unternehmen falliert, sondern es war schlagartig viel Geld in
der Gesellschaft vernichtet. Die Branchen sind unterschiedlich gut
damit zurecht gekommen, aber alle waren geschädigt. Aber das ist
eben die zweite Verallgemeinerungsleistung des Kreditwesens: es dient
nicht nur zur Aufblähung des einzelnen Geschäfts, sondern
auch zur Mobilmachung des Überschusses, den ein Kapitalist hat,
und ist damit über die diversen Anlagemöglichkeiten ein
Mittel der Verallgemeinerung.
Noch mal zur obigen Frage, in der die Rede vom abgehobenen
Finanzbereich war: Jeder Sphärenwechsel ist eine
Kreditaffäre, in der ordentliche, produzierende Unternehmen
über die diversen Anlageformen als Finanzkapital auftreten oder
sich seiner bedienen. Also beide Sphären – Finanzsektor und
Produktion – wirtschaften mit Kredit, der so zum Hebel der
Verallgemeinerung wird.
Der am Anfang der Diskussion verwendete Ausdruck ‚Gewinnerwartung’
drückt aus, dass die Warenproduktion auch schon eine spekulative
Angelegenheit ist, sowohl hinsichtlich der Rentabilität der
Produktion als auch der Bewährung der Waren auf dem Markt.
Für all die erforderlichen Aktionen, die in der Spekulation auf
Steigerung des Profits unternommen werden, wird Kredit gegeben und
genommen (s. dazu auch „Die Automobilindustrie und ihre Krise“, JF,
16.3.09). Und wenn ein Kapitalist angesichts schlechterer
Gewinnerwartungen oder einer Krise in seinem Metier darauf spekuliert,
dass die Chancen für eine ordentliche Verwertung in einem anderen
Metier besser sind und sich mit seinem z. B. durch den Verkauf von
Teilen seiner Firma erzielten Überschuss dort anlegt, wird die
Verrücktheit, dass ein Kapital sich verwertet, zu einer
praktischen Wahrheit. Es kommt nicht mehr auf den einzelnen Markt an,
sondern auf die Verwertungsrate, und der einzelne Markt ist dafür
ein Mittel. Zur Krise kommt es i.d.R. nicht, weil in einem Metier Ware
übrigbleibt, sondern weil zu viel Anlage suchendes Kapital
einfließt – vor 9 Jahren war IT die Wachstumsbranche, heutzutage
sind das Medizintechnik und Altersheime ... Die Verallgemeinerung
passiert darüber, dass die Entwertung in irgendeinem Sektor, der
den angehäuften Renditeansprüchen nicht mehr gewachsen ist,
nicht nur das dort schon ansässige Kapital trifft, sondern
über die Verallgemeinerung der Investitionstätigkeit eine
große Zahl von Kapitalisten schädigt und viel Geschäft
vernichtet. Gerade die Wachstumsstrategien des Kapitals sorgen also
für Überinvestitionen und Krise – entweder durch das
Einfließen in besagte Wachstumsbranchen oder darüber, dass
schon in ziemlich vielen Branchen die erwartete Rendite nicht mehr zu
erwirtschaften ist, und dann kann die Krise in einem Sektor zu einer
Entwertung führen und die verallgemeinert sich darüber (was
Marx übrigens auch schon bekannt war), dass die betroffenen
Kapitalisten, um ihr Geschäft zu retten und selber noch solvent zu
bleiben, ihre Kapitalanlagen, die sie woanders getätigt haben,
verkaufen müssen. In den Börsennachrichten kann man dann
lesen, dass ein Überangebot an Wertpapieren deren Wert stark
gedrückt habe. An diesem Punkt wird der Kredit, anfangs das Mittel
der Expansion und des Sphärenwechsels, zu einem schädlichen
Sachzwang für das Unternehmen, wenn geliehenes Kapital bedient
werden muss und die Kontraktion des Geschäfts dies nicht mehr
zulässt. Dabei ist in dem heutigen, immer perfektionierteren
Kreditwesen die Kunst schon dahin weiterentwickelt, aus Krediten Stoff
für den Kapitalmarkt zu machen, also eine finanzkapitalistische
Anlagemöglichkeit zu verfertigen – und da geht es schon lange
nicht mehr darum, ob die Sparkasse ihrem säumigen Schuldner den
Kredit noch einmal stundet oder nicht, sondern eher darum, wie lange
die Investoren eines Immobilienfonds diesem noch die Treue halten, auch
wenn die versprochene Rendite ausbleibt.
Dass Profitsteigerung durch Investitionen zu haben ist, dass
Rentabilität zu kaufen ist, dass Wissenschaft und Technologie
unter das Verwertungsinteresse subsumiert wird, sind alles Abteilungen
davon, dass das Kapital die ganze Welt mobil macht für seine
Verwertung. Sphärenwechsel, Kredit nehmen als Mittel, um die
ganzen Fortschritte zu bewerkstelligen, und Kredit geben, selber zum
Finanzinvestor werden, sind Momente davon, wie die Verallgemeinerung
der Profiterwirtschaftung und ihres Widerspruchs zur Realität
wird. Wenn sich die ganze Ökonomie einer Nation in einer
täglich wechselnden Ziffer – dem DAX samt seinen Plus- und
Minus-%-Punkten – fassen lässt, ist diese schon fast erreicht.
Es ist nicht richtig, dass rentable Arbeitsplätze der Zweck des
Kapitals seien – die Sache ist härter: Leute schlecht bezahlen als
Zweck, gehört in eine andere Welt, in der sich der Kapitalist mit
seinen Knechten noch die Kasse teilt und alles, was er ihnen nicht
zahlt, für sich behalten kann. Solche Momente gibt es heute
durchaus auch noch, z. B. wenn versprochene Lohnerhöhungen
nicht gezahlt werden, aber die Härte liegt darin, dass die
Rentabilität der Arbeitsplätze das Mittel zur Steigerung der
Profitrate ist und um die geht es.
Man sollte folgende Fragestellungen nicht durcheinander bringen. Die
eine ist: Man möchte darauf aufmerksam machen, wie absurd diese
Gesellschaft konstruiert ist. Da legt der Marx’sche Spruch von der
Armut der Massen als letzter Grund der Krise den Finger darauf,
wofür und wie in dieser Gesellschaft produziert wird. Das ist eine
Generalaussage über den Zweck der Produktion, über die Art
der Arbeitsteilung, wofür sie eingerichtet ist. Wenn man sie
bestimmt hat als das gigantische System der Ausbeutung, das sie ist,
kommt man darauf, dass alles, auf das Kapitalisten ganz wertneutral
achten – dass sich der Betrieb rentiert, wofür man an dieser und
jener Schraube drehen muss -, in letzter Instanz der Perfektionierung
der Ausbeutung dient. Das ist eine andere Aussage als der Frage
nachzugehen, wie dies System der Ausbeutung funktioniert und was die
Triebkraft ist, die im kapitalistischen Bemühen um eine Steigerung
der Profitrate wirkt. Da ist dann nämlich die Bezahlung der
Proleten zu einem Element innerhalb der Verwendung des Kapitals
herabgesetzt, da ist die Schlechterstellung der Proleten nicht Zweck,
sondern Mittel zur Steigerung der Profitrate und da ist – mit Marx
gesprochen – Arbeit als Quelle des Mehrwerts ausgelöscht, da
fungiert das Kapital selber als seine Quelle. Anders ausgedrückt:
Da taucht der Kapitalist auf als Charaktermaske der Absurdität,
dass die Macht des Geldes ihre eigene Quelle ist. Die kennen
Unterschiede in ihrem Kapital und seiner Anwendung, aber das sind
welche in Bezug auf die Frage: Welche Arrangements muss ich treffen,
damit sich mein Kapital verwertet? Nur so kommt zustande, dass im
Betrieb Leute schinden und an der Börse spekulieren nebeneinander
als Mittel der Kapitalverwertung auftauchen. In der Profitrate ist der
Überschuss auf das Kapital und nicht auf die Arbeit als seine
Quelle bezogen, die Arbeit bekommt ihren kleinen Buchstaben v und darin
ist schon alles enthalten – sowohl die Herkunft, also dass es eine
Sache der Ausbeutung ist, als auch die Subsumtion, dass es nur ein
Bestandteil dessen ist, worauf die Profitrate berechnet wird. Die
Härte an der kapitalistischen Ausbeutung ist die
Irrationalität der Profitrate.
Es ist falsch, die Frage nach der Notwendigkeit der Krise als eine nach
der Notwendigkeit des Umkippens von Konkurrenz in Krise zu stellen. Die
Notwendigkeit liegt in dem Konstruktionsprinzip des kapitalistischen
Wachstums: Die Steigerung der Profitrate lässt sich hierzulande
kaufen: durch größere Investitionen kann man Vorteile
gegenüber der Konkurrenz erwirtschaften, also die eigene
Profitrate steigern. Zugleich ist darin enthalten, dass
spätestens, wenn sich dieser Vorteil durch Verallgemeinerung des
Fortschritts eingeebnet hat, mehr Aufwand, mehr mitzuschleppendes und
umzuschlagendes c für die Erwirtschaftung einer Profitrate
übrig bleibt. Die Verallgemeinerung ist also eine notwendige Folge
der Mühen um die Steigerung der Profitrate, insofern auch ein
Argument für sich in der Abfolge des Widerspruchs.
Die Überakkumulation ist der Endpunkt dieses Widerspruchs, der die
ganze Zeit am Werk ist, denn die Profitrate sinkt im Verlauf der
Akkumulation; diese ist dem Prinzip nach Überakkumulation, da sie
die Schranke der Verwertung immer schon befördert. Die
Verallgemeinerung, von der hier die Rede war, bedeutet durchaus, dass
bei tendenziellem Fall der Profitrate gute Geschäfte gemacht
werden, aber alle Aktionen, die ein Kapital zur Erhöhung seiner
Profitrate unternimmt, haben eben den obigen Widerspruch an sich, dass
dabei die Schranke der Verwertung mit befördert wird, und
darüber ergibt sich letztendlich die Notwendigkeit der Krise.
Das Maß für den Kapitalüberschuss liegt in den Methoden
zur Steigerung der Rentabilität: Ein Kapitalist versucht, sich
gegen die Konkurrenz durchzusetzen, indem er seine Arbeitsplätze
mit mehr oder weniger großem Kostenaufwand rentabler macht und
dadurch seine Ware billiger. Dass er trotz Verbilligung der einzelnen
Ware insgesamt mehr erlöst, so dass sich der Aufwand rentiert,
liegt daran und hält so lange, wie er mehr verkauft, also einem
Konkurrenten Absatz wegnimmt. Sobald die Sache sich verallgemeinert,
also der Konkurrent nachzieht, fällt der bisher erwirtschaftete
Extraprofit weg. Dann bleibt der Aufwand für die Steigerung der
Rentabilität der Arbeitsplätze übrig; der Ertrag – er
kann von den verbilligten Produkten mehr verkaufen – kürzt sich
heraus. Das ist der trübsinnige Ablauf des tendenziellen Falls der
Profitrate, zumal ja auch noch das anteilig immer größer
werdende c umgeschlagen werden muss, ohne dass man daran verdient. Das
ist zwar eine Gratisgabe der Arbeit, dass sie es umwälzt, aber sie
muss eben immer mehr davon umwälzen.