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Die GEGENSTANDPUNKT-Redaktion
bietet regelmäßig die Gelegenheit zur politischen Diskussion
zu aktuellen Themen und Beiträgen im GegenStandpunkt auf einem
Diskussionstermin in Hamburg
am Donnerstag, 24. April 2008, 19:00
Uhr
im Hauptgebäude der Universität Hamburg, Hörsaal B
„Agathe Lasch“, Edmund-Siemers-Allee 1
Thema: Naturwissenschaftler
klären auf über
„Geist & Gehirn“, „Bewusstes& Unbewusstes“,
„Willensfreiheit & Determination“:
Machen die Ergebnisse der modernen
Hirnforschung aus der Psychologie des Seelenapparates „eine
empirisch-materialistische Wissenschaft“?
Gastreferent: Dr. Alexander Melcok,
(Redaktion GEGENSTANDPUNKT)
Veranstalter: Arb.Akad/NO
Der GEGENSTANDPUNKT bietet einen
Diskussionstermin zu diesem Thema an. Hier soll die im Vortrag
geleistete Kritik an der Kontroverse um den „homo neurobiologicus“
fortgeführt und ggf. ausgestritten werden.
Er soll das erste Mal am Do, 8. Mai 2008, 18.30 stattfinden und bei
Bedarf 14-tägig fortgesetzt werden (also am 22.5.2008
und danach am 5.6.2008).
Raum zu erfragen am Büchertisch bei der obigen Veranstaltung oder
auf den Jours fixes.
Die GEGENSTANDPUNKT-Redaktion
bietet regelmäßig die Gelegenheit zur politischen Diskussion
zu aktuellen Themen und Beiträgen im GegenStandpunkt auf einem
Jour fixe in Hamburg
jeweils Dienstag, 19.30 Uhr
im Werkshof in Ottensen, Ecke
Gaußstrasse/Nernstweg
Die Termine im ersten Halbjahr 2008:
29. April 2008
3. Juni 2008
1. Juli 2008
Ein
Sieg der Olympischen Spiele steht schon fest – Wir stellen China die
Tibetfrage!
Es war ja kaum anders zu erwarten: Die deutsche Kanzlerin
kündigt aller Welt an, dass China im Jahr der Olympiade unter
verschärfter Beobachtung steht. Alle verstehen das richtig als
Ansage einer Bewährungsprobe für die Regierenden in Peking,
ob und wie weit sie sich bei der Ausübung ihrer Macht von den
Auflagen politischen Betragens beeindrucken lassen. Offensichtlich
eignet sich das Feld, auf dem hochgezüchtete Sportmaschinen mit
Zehntelsekunden und Millimetern um die Ehre der Nationen wetteifern,
auch bestens als diplomatisches Testfeld für die Bereitschaft der
chinesischen Politiker, westlichen Ansprüchen gegenüber
gefällig zu sein. Zumal und gerade weil das Reich der Mitte viel
Prestige in eine Veranstaltung legt, die zur Inszenierung nationaler
Großartigkeit wie geschaffen ist. So etwas darf
selbstverständlich nicht Peking überlassen bleiben – was mit
den Olympischen Spielen an weltöffentlichem Respekt zu
schöpfen ist, entscheidet sich nicht nach deren Regie, sondern in
deutschen Regierungsstellen und Redaktionen.
Dann kommt es wie bestellt: Buddhistische Mönche in Lhasa geben
den Zündstoff für einen öffentlichen Aufschrei ab,
dessen Inszenierung der „Propagandamaschinerie Pekings“ alle Ehre
macht: Was in reifen Demokratien völlig fraglos den
Ausnahmezustand begründen würde, wird weiter östlich zu
einem flammenden Aufstand nicht nur der Freiheit, sondern auch der
gesamten Tibeter gegen die „grausame Unterdrückung“ durch Chinas
Herrschaft. Mit dieser prägnanten Kurzformel hat der hiesige
Aufklärungsapparat die völlig „unübersichtliche Lage“
vor Ort fest im Griff der Meinungsmache: Was dann abläuft bis hin
zum Fackellauf dient der intensiven Pflege der Tibetfrage, in der sich
der journalistische Eifer – durchaus konsequent – in strategische
Gedankenspiele vorwagt, die an eine veritable Kriegsfrage rühren:
Müsste der Westen nicht – siehe Kosovo! – auch die
Unabhängigkeit Tibets anerkennen?! – um die Antwort dann lieber
auf das unverfänglichere Recht auf kulturelle Autonomie für
Tibet herunter zu stufen, für das sich der Westen stark machen
sollte.
Das tun dann deutsche Politiker auch. Sie wissen recht gut, dass sie
mit ihrer Forderung an Chinas Machthaber, sich mit dem Dalai Lama als
„Gesprächspartner“ gütlich ins Benehmen zu setzen, dessen
Anerkennung als anspruchsberechtigter Vertreter Tibets verlangen. Wie
ein Entgegenkommen präsentieren sie ihre Forderung nach einer Art
Neuverhandlung der „Tibetfrage“ ausdrücklich als Alternative zum
Boykott der Spiele, den vorerst alle nicht so recht mögen, weil er
– so der schöne Hinweis – kaum etwas bewirken würde.
Wirksamen Druck vor Ort entfalten, Chinas Regime weltöffentlich
auch während der Olympischen Spiele als unverbesserliche
„Diktatur“ vorführen, heißt die offiziell ausgegebene
Devise. Dafür wird erst einmal Druck auf das IOC gemacht, das der
Kollaboration mit Peking bezichtigt wird, um es daran zu erinnern, was
sein Auftrag ist: Ganz im „Geist des Sports“ ein Statthalter westlicher
Einmischung zu sein, der China die Bedingungen der Olympiade zu
diktieren und seine Athleten mit Tibetfähnchen zu präparieren
hat. Fast möchte man fragen, warum die Kanzlerin samt Kabinett
eigentlich nicht selbst feierlich in Peking aufmarschiert,
eingehüllt in die Freiheitsflagge ihres verehrten
Tibetführers – aber das gehört wohl zu den diplomatischen
Feinabstimmungen der „China-Politik“, mit denen in Berlin auch
über den Rahmen der Olympischen Spiele hinaus gedacht wird:
Schließlich ist das Feld, auf dem es um Medaillen, Ehre und
Reputation der Nationen geht, nicht der entscheidende Schauplatz im
Wettkampf der Staaten. Auf dem geht es um Macht und Geld – und dass das
Reich der Mitte da inzwischen mächtig zugelegt hat, scheint
für die konkurrierenden Weltmächte eine ebenso
ärgerliche wie zu berücksichtigende Sache zu sein.
Mehr dazu auf dem Jour fixe am Dienstag, den 29. April 2008, 19.30 Uhr