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Die politische Vierteljahreszeitschrift GEGENSTANDPUNKT lädt ein zu
GEGENSTANDPUNKT
& Diskussion
Vortrag & Diskussion in Bremen
am Donnerstag, 17.4.2008, 19.00 Uhr
im Bürgerhaus Weserterrassen, Osterdeich 70 b, Bremen
Thema:
Was von Marx zu lernen wäre:
Alles Nötige über Arbeit und Reichtum im Kapitalismus
Referent: Dr. Peter Decker, Redaktion
GegenStandpunkt
Zu Gelegenheiten wie dem 125. Todestag gehört es sich im „Land der
Dichter und Denker“, dass man sich an den Theoretiker des 19.
Jahrhunderts erinnert, dessen Gedanken einmal die Welt bewegt haben,
der heute aber ein „toter Hund“ ist. Auch er gehört irgendwie zum
Bestand des geistesgeschichtlichen Erbes; jedenfalls wird er in es
eingemeindet – und zwar als ein Großer: ein großer
Philosoph zum Beispiel, der es nach Hegel noch einmal geschafft hat,
dialektisch zu denken; ein großer Soziologe, der ein System
gebastelt hat, in dem die Gesellschaft von der materiellen Basis bis
zum Überbau der Religionen und Ideen auf ein Prinzip gebracht ist;
ein großer Prophet, der die Globalisierung früh
vorausgesehen, ein großer Utopist, der sich eine schöne
bessere Welt ausgedacht hat – und so fort.
Dass der Alte selbst, wenn er gefragt würde, nichts von dem
genannten Großen vollbracht haben wollte, ja sich dieses Lob
verbitten würde, kann seine geistesgeschichtlichen Freunde nicht
bremsen. Sie haben ihm sogar den Umstand, dass er Kommunist gewesen
ist, verziehen, rechnen ihm diesen Fehltritt jedenfalls nicht mehr als
gravierenden Einwand vor. Er selbst sah seine Leistung einzig und
allein in dem, was der Untertitel seines theoretischen Hauptwerkes
ankündigt: in der „Kritik der politischen Ökonomie“ des
Kapitalismus. Marx war, wenn irgendetwas, Ökonom – ausgerechnet
die Wirtschaftswissenschaften allerdings haben keine gute Erinnerung an
seine theoretischen Leistungen, ja eigentlich überhaupt keine.
Kein Wunder.
Schließlich hat er nicht nur die menschenfeindliche und absurde
Rationalität des Wirtschaftssystems aufs Korn genommen, das sie so
vernünftig finden, er hat auch ihre verständnisvollen
Theorien darüber widerlegt. An dem Kapitalismus, den Marx in der
Phase seines Entstehens analysierte und kritisierte, hat sich seit
seinen Tagen dies und das, aber nichts Wesentliches geändert:
Immer noch ist die Vermehrung des Geldes der beherrschende Zweck,
für den gearbeitet wird – und das ist keineswegs ein geschickter
Umweg zur Befriedigung der Bedürfnisse; noch immer sind die
arbeitenden Menschen Kostenfaktor, also die negative Größe
des Betriebszwecks; noch immer findet die Entwicklung der
Produktivkraft der Arbeit, also der größten Quelle des
materiellen Reichtums ausschließlich statt, um Löhne zu
sparen und Arbeitskräfte zu entlassen – also um den Arbeiter
ärmer zu machen.
Wegen dieser Aktualität und nur wegen ihr verdient es der
längst verblichene Denker, dass man sich seiner erinnert. Seine
Bücher helfen, die ökonomische Wirklichkeit auch heute noch
zu erklären. Das will der Vortrag anhand von Originalzitaten
vorführen. Anzukündigen sind also einführende Argumente
zur Kritik des Kapitalismus, wie sie dem Studium von „Das Kapital“ zu
entnehmen sind, sowie ein paar ungewohnte Gedanken über Arbeit und
Bedürfnis, Geld und Nutzen, Kapital und Arbeit, materiellen und
kapitalistischen Reichtum sowie über den Gegensatz zwischen diesen
Paaren, die unsere heutige Welt beinahe für Synonyme hält.
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