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GEGENSTANDPUNKT
"Beschäftigung" – "Globalisierung" – "Standort" ...
Anmerkungen zum kapitalistischen Verhältnis zwischen
Arbeit und Reichtum
"Mein Geld muß genauso hart arbeiten wie ich", warb Berti
Vogts seinerzeit für eine gute Bank. Nicht ausgelassen hat er sich über
die Frage, woher Geld die Fähigkeit besitzt, die allgemein "arbeiten"
heißt und genau das Gegenteil bezeichnet: Sich wie von selbst zu
vermehren. Irgendwo wird schon noch gearbeitet werden müssen. Von wem
und wie, ist eine andere Frage – die nämlich nach dem Charakter der
Arbeit in diesem besten aller Wirtschaftssysteme. Was die wirkliche
Arbeit angeht – die, die gegen Geld verrichtet wird –, so bringt sie
dem, der sie verrichtet, selten soviel ein, daß er sein Geld für sich
"arbeiten" lassen könnte. Arbeit gegen Lohn, das weiß jeder, hat es an
sich, daß von ihr andere reich werden. Wie und warum, das ist schon
wieder eine andere Frage – die nämlich nach der Eigenart des Geldes,
das Kapital heißt und sich durch die Arbeit anderer vermehrt. Und noch
etwas fällt auf, wenn es um Geld und Arbeit geht: Einerseits gibt es
zuwenig Arbeit – zuwenig , daß alle, die von ihr leben müssen, eine
haben. Auf der anderen Seite gibt es zuviel – zuviel nach den Maßstäben
derjenigen, die arbeiten lassen und entlassen... Das wirft schon wieder
Fragen auf – die nach den Eigenarten des Verhältnisses von Arbeit und
Geld nämlich.
Mehr Arbeit für weniger Geld, das ist nach allgemeiner Auffassung die
einzig denkbare Konsequenz des Sachzwangs, den alle Verantwortlichen im
Munde führen – der "Globalisierung". Mit immer weniger Arbeitern sollen
immer größere Gewinnansprüche bedient werden – das ist kein bewußtlos
wirkendes Kapitalgesetz, das ist das bewußt gehandhabte
Konkurrenzmittel, zu dem sich Standortpolitik heute bekennt.
Marxisten erklären in diesem Artikel einmal ganz ohne Blick in "Das
Kapital" wie und was produziert wird im System unserer globalen
"Marktwirtschaft". Daß sie dabei letztlich auf ähnliche Schlüsse über
Lohnarbeit und Kapital kommen wie Marx, wird kaum verwundern.
Sonderdruck des Artikels aus GegenStandpunkt 4-96 und 1-97
60 Seiten, GS-Format, gebunden mit Umschlag, € 5.–
Erhältlich beim GegenStandpunkt
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