„Invisible Children“ (IC), eine Non-Profit-Organisation aus den USA unter der Leitung von Jason Russell, stellt einen Film ins Internet über sich und ihre Kampagne, die darauf zielt, dem Treiben des ugandischen Milizen- und Sektenführers Joseph Kony ein Ende zu machen. Nach wenigen Tagen wird „Kony 2012“ zum „viralsten Video“ aller Zeiten (NZZ) mit mehreren Millionen „Views“ in Facebook, Youtube und Vimeo. Es herrscht weitverbreitetes Erstaunen darüber, dass ein politisches Thema solche Aufmerksamkeit im Internet erregt, vor allem unter den jüngeren Usern. Schüler drängen ihre PoWi-Lehrer zu Diskussionen über den Fall Kony; die Lehrer freuen sich über so viel Interesse von ihrer ansonsten politisch desinteressierten Schüler-Klientel.
Doch kurz nach dem Erscheinen des Films im Netz hagelt es von allen Seiten Kritik – sowohl an dem Video als auch an den Absichten und der Organisationsweise von Invisible Children. Weltweit sieht die Presse darin eine eher unverantwortliche Kampagne, Lehrer in deutschen Klassenzimmern reden sogar von „Manipulation“ und einem neuen, besorgniserregenden Teenie-Trend.
Link: www.gegenstandpunkt.com/gs/12/2/gs20122c03.html