Für die Erneuerung seiner globalen Führungsrolle nimmt die Obama-Regierung nicht nur den ‚pazifischen Raum‘ neu in den Blick (s.
Besondere Erwähnung finden Deutschland und Europa als Standort „unserer ältesten Allianzen“ – was immerhin die Frage aufwirft, wie sich das überkommene Bündnis aus den Zeiten des Kalten Krieges und die neue krisenhaft verschärfte ökonomische Konkurrenz zwischen den beiden großen Zentren des globalen Kapitalismus vertragen. Kein Zufall sicher, dass Obama da auf Amerikas Willen verweist, „dass wir the finest military in the world behalten“ – keiner, auch die Bündnispartner nicht, kriegt die Chance, sich mit Amerikas überlegener Militärmacht zu messen; sie dürfen daran partizipieren, wenn sie dazu ihrerseits Beiträge liefern.
Auch für den Nahen Osten erneuert Obama Amerikas unbedingten Führungsanspruch. Dort gilt es auf mögliche Feinde im Allgemeinen aufzupassen, um „America’s own security against those who threaten our citizens, our friends, and our interests“, zu verteidigen. Wo auch immer die USA ein Stück Welt zum Gegenstand ihrer Aufmerksamkeit machen, da haben sie ihre Hoheit, in letzter Instanz sich und ihre Zuständigkeit zu sichern, also das Recht, als Schutzmacht aufzutrumpfen. Im Nahen Osten gilt es insbesondere den Iran auch mit kriegerischen Mitteln an allem zu hindern, was man in Washington als Griff nach der Atombombe wertet. In der Region, in der Bush zwei Kriege für nötig hielt, um Amerika sicher zu machen, bleibt die Herstellung einer Kriegsfront das entscheidende Mittel für „the renewal of American leadership“. Das verbindet die USA mit Israel – dafür werden aber auch die Anrainer beansprucht. Und in diesem Geist wird der Irak in eine von Washington definierte und beaufsichtigte ‚Eigenstaatlichkeit‘ überführt.
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