Jetzt kann es jeder sehen: Der Kapitalismus denunziert sich mit seiner Krise. Was Kritiker aus dem aus dem Spektrum von Jusos und Attac bis Linkspartei und DKP an diesem System zu kritisieren haben, gerät dann allerdings zu einer ziemlichen Ehrenrettung – soweit es das "Wirtschaften" angeht, das unter dem Firmenschild "real" verhandelt und in Gegensatz zum Finanzkapital gestellt wird. Und selbst an Letzterem möchten sie noch unterscheiden zwischen an und für sich nützlichen ‚Kreditdiensten‘, die dieser Sektor der Gesellschaft zu leisten hätte, aber verweigert, und den ‚Exzessen‘ eines spekulativen Gewerbes, das sich statt dessen über alle Maßen hinaus an dem bereichert und damit nie genug hat, was anderswo geschaffen und dem Arbeitsvolk an Lohn vorenthalten wird. Diese Kritik erklärt die Krise zu einer fundamentalen Entgleisung, nimmt also ideell Maß an der Einbildung einer besseren Geldwirtschaft – und landet folgerichtig bei lauter Verbesserungsvorschlägen, die eine Vorstellung eint: Mit einer ordentlichen staatlichen Aufsicht ist der ‚entfesselte‘ Kapitalismus zu fesseln. Kapitalismuskritik gerät zum Fanatismus einer gesellschaftlichen Kontrolle der Kapitalagenturen: So gebremst – sozial korrigiert und damit zugleich krisenfest gemacht soll ‚die Wirtschaft‘ endlich besser funktionieren und ihre nützlichen Dienste tun. Kurz:
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Wie Obama den Weg zum 44. Präsidenten der USA gemeistert hat, hat zu einer Orgie der Bewunderung für diesen Mann geführt. Nicht nur beim amerikanischen Wahlvolk und seinen meinungsbildenden Anleitern, sondern auch bei deutschen und sonstigen Weltbürgern, die ihn gar nicht wählen können. Wahlkampf und Machtübernahme des ersten schwarzen Chefs der Weltmacht Nr. 1 gelten als mustergültiger Beleg für die Leistungsfähigkeit der Demokratie. Nicht zu Unrecht. Vom Standpunkt effektiver Herrschaft aus hat diese Staatsform in der Tat ihre Vorzüge:
– Erstens was die Zustimmung des Volks angeht. Den amerikanischen Massen hat dieser Mann ein offenbar unschlagbares demokratisches Angebot gemacht mit seiner Parole ‚change!‘. Da kann jeder Bürger seine Unzufriedenheit mit der Politik als freudige Hoffnung auf einen neuen, besseren Führer betätigen. und damit produktiv machen für den reibungslosen Fortgang der Machtausübung. Der gibt das Volk in Gestalt des ‚Hoffnungsträgers‘ seine bedingungslose Zustimmung.
– Zweitens was diese Machausübung selber angeht. Als ‚unverbrauchte‘ Führungskraft repräsentiert der neue Mann mit seinem change‘ auch den Willen der unzufriedenen politischen Elite der USA, sich mit dem Zustand amerikanischer Weltmacht und den Ergebnissen ihres weltweiten ‚Ordnung‘stiftens nicht abzufinden, sondern den amerikanischen Führungsanspruch neue Geltung zu verschaffen. Er verspricht dem Land einen neuen Aufbruch: ganz generell und mit aller Macht. So wird die Unzufriedenheit der Nation durch den demokratischen Führungswechsel produktiv.
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Wieder einmal hat Israel sich in einem Krieg verteidigt – mit überlegenen Mitteln, in einem asymetrischen Krieg und mit dem Ziel der Vernichtung der Hamas-Macht im Gaza-Streifen, wie schon dem Namen der Operation zu entnehmen ist. Wie immer, wenn sich ein Staat gewaltsam Geltung verschafft, sind Fragen nach der Berechtigung gestellt und in diesem Fall wie immer mit Verweis auf den Holocaust erledigt worden: Hier steht ein ‚bedrohtes Existenzrecht‘ des Staates Israel gegen eine Mannschaft, deren konkurrierender Staatsanspruch nicht gelten gelassen, deswegen mehrheitlich unter ‚Terror‘ abgebucht wird. Von diesem Standpunkt aus sind gewisse Zweifel an der ‚Verhältnismäßigkeit der israelischen Mittel‘ und am ‚Erfolg‘ ihres ziemlich blutigen Bemühens um Erledigung der palästinensischen Gegner geäußert und neuerliche ‚Friedensbemühungen‘ angemahnt worden. Über den Krieg ist so viel gerechtet und parteilich gerichtet worden – von Aufklärung über den ‚Konflikt‘, der dort ausgetragen wird, über die widerstreitenden Interessen, die da mit ziemlich einseitiger Macht durchgefochten werden, über die Gründe für ihre Unversöhnlichkeit – kurz: über den imperialistischen Charakter des Konflikts kann also keine Rede sein. Der GegenStandpunkt liefert sie.