Nach wie vor laboriert das internationale Bankkapital an der sogenannten Hypothekenkrise und ihren Ausläufern. Das Kapitel firmiert immer noch unter diesem Namen, obwohl mittlerweile auch lauter Finanzprodukte abgeschrieben werden, die nicht aus Geschäften dieser Machart stammen. Was mit der Entdeckung uneinlösbarer Hypothekenkredite angefangen hat, hat sich zu einer umfassenden Finanzkrise ausgewachsen: Das Vertrauen in Emittenten und deren generelle Geschäftstüchtigkeit platzt allenthalben. Wenn schon zahlungsunfähig gewordene Häuserkäufer in Amerika es geschafft haben sollen, diese Kette in Bewegung zu setzen, bleibt immer noch die Frage, wie sie denn zustande gekommen ist, wer die Dominosteine so schön aufgestellt hat, dass sie einmal angetippt, der Reihe nach ins Kippen kommen. Ganz abgesehen von den krisenhaften Auswirkungen der Krise der Finanzmärkte auf die sogenannte ‚Realwirtschaft’. Es sind doch wohl eher die Finanzexperten als amerikanische Kleinschuldner, die das Spekulationsgebäude errichtet haben, das jetzt kracht.
Das liegt am eigentümlichen Geschäft, das diese Stützen der Marktwirtschaft betreiben. Ohne irgendeine Ware zu produzieren und deren Wert im Verkauf. in Geld zu verwandeln, macht das Bankkapital aus einer Geldsumme ein größere und produziert riesige Geldvermögen. Dieses Wunder findet alle Welt völlig normal; jedenfalls solange es funktioniert. Umso mehr verdient es eine Erklärung. Der GegenStandpunkt nutzt daher die Gelegenheit zu grundsätzlichen Auskünften über
Anfang August startet der georgische Staatschef einen Militärüberfall auf die abtrünnige Provinz Südossetien. Damit kündigt er das mit Russland widerwillig eingegangene Stillhalteabkommen auf und provoziert mit seinem nächtlichen Überfall auf Südosseten und russische Soldaten eine kriegerische Reaktion des Kreml, im Wissen, dass er sich mit einem übermächtigen Gegner anlegt. Seine Berechnung ist kein Geheimnis: Er setzt auf Rückendeckung durch die USA und ihren NATO-Anhang. Er hat sich nicht getäuscht. Kaum bieten ihm die Russen militärisch Einhalt, meldet sich nicht nur die westliche Öffentlichkeit mit dem Vorwurf: russischer ‚Neo-Imperialismus’. Washington stellt sich demonstrativ hinter seinen Mann in Tiflis, fordert ultimativ Russlands Rückzug, droht ihm mit weltpolitischer Isolierung und bekundet mit militärischer Präsenz seinen Willen, Georgien mehr denn je unter seinen ‚Schutz’ zu stellen. Russland demonstriert seinerseits Entschlossenheit, sich nicht immer weiter zurückdrängen zu lassen aus von ihm beanspruchten Einflusssphären und anerkennt die Unabhängigkeit Abchasiens und Südossetiens mit Verweis auf das Vorgehen des Westens im Fall Kosovo. Prompt macht das Schlagwort eines neuen ‚Kalten Kriegs’ die Runde und es wird – ausgerechnet – die Ohnmacht des Westens beschworen. Denn selbstverständlich gilt, dass Russland in Georgien und anderswo nichts mehr zu bestellen haben darf, wenn es sich um eine echte ‚Weltordnung’ handeln soll. Die wird daher schwer vermisst. Bleibt zu klären, was da eigentlich an Georgien ausgestritten wird. Darüber erfährt man nämlich wenig Objektives von den Anwälten einer ‚gerechten Weltordnung’.
Seit ein paar Jahren führen IG Metall und Unternehmer ein neues Entgeltsystem ein. Nach einheitlichen Kriterien festgelegte Leistungsdefinitionen werden Entgeltstufen zugeordnet und die Beschäftigten in diese Hierarchie neu einsortiert. Ein " tarifpolitischer Meilenstein", findet die IG Metall – allerdings einer, der die Unternehmer, so ist es ausgemacht, keinen Cent kostet, sondern eher zu Abgruppierungen im großen Stil führt. Das spricht für die IG Metall keineswegs gegen dieses tarifliche System des Leistungslohns – geht es doch laut Gewerkschaft um Gerechtigkeit – gerechte Einkommensunterschiede. Was ist schon ein Minus beim Einkommen gegen ein Plus an Gerechtigkeit! Der GegenStandpunkt würdigt das "Jahrhundertwerk" und liefert ein paar grundsätzliche Argumente gegen den Kern aller Gerechtigkeitsvorstellungen: den Leistungslohn.
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