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Inhaltsverzeichnis
GegenStandpunkt 2-08
Eine Rentenerhöhung von 1,1
Prozent beweist:
„Die Alten beuten die Jungen aus!“
Die Regierung landet einen Überraschungscoup: Sie erhöht die Renten um
1,1 Prozent. In dieser einfachen Zahl stecken komplizierte
Berechnungen. Erstens steckt darin eine eigentliche Erhöhung der
Renten, die den Rentnern zusteht aufgrund einer Erhöhung der
Bruttolöhne – an die sind sie also gekoppelt. Dann aber doch nicht,
denn zweitens steckt darin ein „Nachhaltigkeitsfaktor“: Der mindert die
Erhöhung, falls die Zahl der Beitragszahler sinkt – und das tut sie
bekanntlich. Drittens steckt darin die „Riester-Treppe“: Die mindert
die Erhöhung noch einmal, und zwar im Verhältnis zu den Ausgaben, die
die Arbeitnehmer für die private Vorsorge aus ihrem Nettolohn
aufbringen mussten. Die Bruttoeinkommen sind um 1,4 Prozent gestiegen,
aufgrund der zwei Abzüge wäre für die Rentner aber nur ein Plus von
0,46 Prozent herausgekommen. Da aber viertens die Regierung die
„Riester-Treppe“ für zwei Jahre aussetzt – was 0,65 Prozent ausmacht –
kommen die 1,1 Prozent zustande. (Näheres zu „Nachhaltigkeitsfaktor“
und „Riester-Treppe“ bzw. zum Einbau des „demografischen Faktors“ in
die Rentenformel findet sich in GegenStandpunkt 3-99, Riesters
Reformrentner.) Es wird kein Geheimnis daraus gemacht: An der
schlechten materiellen Lage der Rentner ändert diese Erhöhung nichts,
die durchschnittlich 8 bis 11 Euro pro Monat sind nicht einmal der
berüchtigte Tropfen auf den heißen Stein, zudem werden sie durch die
gleichzeitige Erhöhung des Pflegeversicherungsbeitrages der Rentner um
4 Euro beschnitten, von der Inflation gar nicht zu reden. Für eine
Frechheit wird diese „Wohltat“ dennoch nicht gehalten, vielmehr hält
eine Mehrheit der Bundesbürger sie für eine gute Sache, interpretiert
sie ein Stück weit als Erfüllung des Regierungsversprechens, den
„Aufschwung unten ankommen“ zu lassen, wobei offensichtlich weniger die
Höhe, dafür umso mehr der gute Wille der Regierung, so man ihn darin
erkennen will, Eindruck macht.
Eine Phalanx von Meinungsbildnern, Wissenschaftlern, Wirtschaftsführern
und Politikern stemmt sich jedoch gegen diese Rentenerhöhung. Die
Regierung unternimmt mit einer mehr symbolischen Geste den Versuch, ein
bisschen Schönwetter bei den Alten für sich zu machen – und die
Prinzipienwächter der modernen Marktwirtschaft dichten dem glatt einen
Politikwechsel an: Sie warnen, sich von der kleinen Prozentzahl
täuschen zu lassen, denn dahinter steckt eine „ordnungspolitische
Sünde“, von der das „fatale, schlicht verantwortungslose Signal“
ausgeht, die Regierung könnte vom richtigen Kurs der „Reformpolitik“
abweichen, womit sie ihre Glaubwürdigkeit grundsätzlich aufs Spiel
setzt. Stellvertretend der Wirtschaftsweise Rürup:
„Rürup wettert gegen
Rentenerhöhung... Wenn die Regierung den
etablierten Mechanismus jetzt durch Ad-hoc-Maßnahmen abschwächt, setzt
sie ihre eigenen Reformen aufs Spiel.“ (Spiegel, 25.3.08)
Der „etablierte Mechanismus“ verträgt aber keine Ausnahme, das
Reformprogramm ist unumstößlich und muss in seiner ganzen Härte
durchgezogen werden. Noch die kleinste „Abweichung“ vom Prinzip ist ein
Verstoß gegen die wirtschaftliche Vernunft und eine alles zerstörende
Nachgiebigkeit. Man hat sich mit „Nachhaltigkeitsfaktor“ und
„Riester-Treppe“ zu einer Verarmung der Rentner entschlossen, und dabei
muss es bleiben. Diese Verarmung ist notwendig, um Deutschland aus
einer Not zu befreien, an der die Rentner als Empfänger von „Wohltaten“
gehörige Mitschuld tragen – und diese Mitschuld müssen sie nun mit
„Nachhaltigkeitsfaktor“ und „Riester-Treppe“ abzahlen:
„Über Jahrzehnte hat die Politik
Wohltaten an die Bürger verteilt,
dabei weit über die Verhältnisse gelebt. Jetzt drückt Deutschland eine
gigantische Schuldenlast … Dennoch sieht Fachmann Meinhard Miegel (ein
Professor für „Gesellschaftsforschung“)
Anzeichen, dass Ruheständler
künftig stärker an den Lasten beteiligt werden: ‚Die Politik hat in den
letzten Jahren mit Reformen reagiert, die Kaufkraft der Rentner sinkt
zügig’.“ (Bild, 23.3.)
Es melden sich Wohlfahrtsverbände, Gewerkschafter, Rentner, die auf das
Offensichtliche verweisen – Alter und Armut waren schon immer eng
verwandt, sie rücken immer enger zusammen, und die Rentenerhöhung in
ihrer Schäbigkeit unterstreicht das nur –, aber die Öffentlichkeit will
mehrheitlich von dem Mitleidsgetue nichts wissen, eröffnet vielmehr ein
moralisches Trommelfeuer gegen die Alten: „Verstoß gegen die
Reformpolitik“ ist schlimm genug, wirklich erschreckend ist jedoch der
Verstoß gegen hohe sittliche Maßstäbe, den sich die Rentner
kaltlächelnd und nur auf sich selbst bedacht herausnehmen. Sie, die
doch eindeutig zu den Unnützen in der Gesellschaft zählen, nichts mehr
leisten und nur noch verbrauchen, denken gar nicht daran, sich in
bescheidener Zurückhaltung zu üben – was ihre moralische Pflicht wäre
‑, sondern: „Renten-Experten
schlagen Alarm: Die heutigen Ruheständler
beuten die jüngeren Generationen aus!“ Die Bild-Zeitung lässt
den
amerikanischen Professor Kotlikoff zu Wort kommen, der eine mit dem
Alter eintretende sozialcharakterliche Deformation entdeckt hat: „Jede
Generation, die älter wird, versucht die nächste auszubeuten.“
(Bild,
ebd.) Ab sofort ist der Moralhammer „Ausbeutung“ aus der Debatte nicht
mehr wegzudenken und pflanzt sich bis in die seriösesten Blätter fort;
und – so lässt sich die Rentenerhöhung in ihrer ganzen Tragweite erst
richtig nachvollziehen – da hat die „ältere Generation“ gerade mal
wieder einen Sieg errungen. Der „älteren Generation“ ist es egal, wie
es der „jungen Generation“ ergeht – sie lebt in den Tag hinein, und
weil ihr Tag nur noch kurz ist, kennt sie keine Verwandten: „Die ältere
Bevölkerungsgruppe hat einen kurzen Zeithorizont und will in der
Gegenwart Kasse machen.“ Das sagt Professor Miegel 14 Tage
später
(Spiegel, 13.4.) und assistiert damit dem Alt-Bundespräsidenten Roman
Herzog. Der hat sich nämlich zu diesem Zeitpunkt der Agitation der
Bildzeitung – freilich ohne Quellenangabe – angeschlossen und sie um
die Lösung der Frage ergänzt, wie die Rentner das eigentlich machen.
Immer schon ein Kritiker der Wankelmütigkeit der Demokratie, in der
ordentliches Durchregieren doch immer wieder von einer (falschen)
Rücksichtnahme auf Wählerbefindlichkeiten gebremst wird, kommen ihm die
Rentner gerade recht. Als Arbeitsvolk haben sie ausgedient, aber als
Wahlvolk werden sie gemeinerweise immer mehr und machen damit Druck:
„Roman Herzog warnt vor einem zu
großen Einfluss der Rentner in
Deutschland. Die jetzt beschlossene außerplanmäßige Rentenerhöhung
betrachte er als Einstieg in eine ungute Zukunft … ‚Ich fürchte, wir
sehen gerade die Vorboten einer Rentnerdemokratie: Die Älteren werden
immer mehr, und alle Parteien nehmen überproportional Rücksicht auf sie
… Das könnte am Ende in die Richtung gehen, dass die Älteren die
Jüngeren ausplündern.“ (ebd.)
Und mit dieser ihrer Macht holen sich die Rentner „Transfers“ (ein
anderer Ausdruck für „Kasse machen“), völlig losgelöst von ihrem
„Einkommen“, weil sie so eins nämlich gar nicht haben:
„Und wenn hierzulande eine Mehrheit
der wahlberechtigten Bürger von
Transfers und nicht vom eigenen Einkommen lebt, dann wird kein
Politiker es sich leisten, deren Wünsche nach finanziellen Wohltaten
unerfüllt zu lassen.“ (FAS, 11.4.)
Die „Rentnerdemokratie“: eine Kumpanei zwischen Politikern, die nur an
ihren Machterhalt denken, und Ruheständlern, die diesen Politikern
„Wohltaten“ abpressen und sie im Gegenzug an der Macht halten. Eine
Kumpanei, die schließlich so weit geht, dass die Rentner den Staat zu
einer wachsenden Staatsquote zwingen, die die ökonomische Freiheit der
Bürger immer mehr einschränkt, also in die Nähe der
Verfassungswidrigkeit gerät:
„Wenn die Älteren die Jüngeren immer
stärker zur Kasse bitten, würde
die Staatsquote wachsen. Und ich gehe davon aus, dass ab einem gewissen
Punkt eine hohe Staatsquote durchaus verfassungswidrig ist.“
(Herzog)
Ein wenig langt man sich schon an den Kopf: Ausgerechnet die Rentner,
die nun schon seit Jahren „Nachhaltigkeitsfaktor“ und „Riester-Treppe“
über sich ergehen lassen, sollen die Politik zu „finanziellen
Wohltaten“ erpresst haben und es immer noch tun; und diese braven
Staatsbürger, die jahrzehntelang treuherzig in die Rentenkassen
einbezahlt haben, fordern nun „Transfers“ quasi aus dem Nichts und ohne
Gegenleistung? Warum hält sich aber trotzdem so hartnäckig der Vorwurf
der „Ausbeutung“, der schließlich auch nur die aktuelle Fassung des
Dauerverdachts ist, unter dem das „alte Eisen“ steht?
Ausbeutung und „Ausbeutung“ – der kleine Unterschied zwischen „Last
sein“ und „zur Last legen“
Der Staat zieht Beiträge zu den Sozialkassen bei den „lohnabhängig
Beschäftigten“ ein. Sie werden nicht gefragt, Widerspruch ist
zwecklos, auch bei der Ermittlung der Beitragshöhe haben sie nichts zu
melden. Es handelt sich also um Zwang – und der ist sehr nötig. Von
„lohnabhängig Beschäftigten“ ist nicht zu erwarten, dass sie aus ihrem
laufenden Einkommen was fürs Alter zurücklegen, was nicht daran liegt,
dass sie an eine Planbarkeit des „Lebensabends“ nicht glauben – wozu
einen kapitalistische „Lebensrisiken“ wie Inflation und
Währungsreformen, Krankheit und Krieg ja bewegen könnten -, sondern
weil ihnen ihr Arbeitgeber dafür nichts gibt. Der bezahlt sie für die
Arbeit, die sie bei ihm verrichten, wobei er bekanntlich zugunsten
seines Profits die Löhne möglichst sparsam kalkuliert. Das mag – wenn’s
gut geht – reichen, ein Arbeitsleben durchzustehen, aber ein Leben nach
der Arbeit ist in der kapitalistischen Lohnkalkulation nicht
vorgesehen, also auch damit nicht vereinbar. Der fürsorgliche Staat
macht es dennoch möglich und setzt tatsächlich eine Planbarkeit des
Alters, nun aber eine von ihm bestimmte. Er zieht bei den Beschäftigten
„an der Quelle“ einen Rentenbeitrag ein, der dafür verwendet wird, den
aus der Arbeit Ausgeschiedenen einen „angemessenen Lebensabend“ zu
ermöglichen. Von vornherein ist klar, dass er entscheidet, was
angemessen ist und was nicht: In der Rentenformel berücksichtigt er
Unterschiede bei den Beitragsjahren und beim Einkommen, wie er aber
solche Unterschiede definiert, gewichtet und damit umgeht, fällt ganz
in seine Freiheit. So tritt der Staat einer zerstörerischen Konsequenz
kapitalistischen Rechnens entgegen, indem er ihre Bewältigung den
Mitgliedern der armen Klasse zur Pflicht macht: Sie haften
zwangssolidarisch füreinander, obwohl und gerade weil sie arm sind.
Nach dem Motto: „Was nicht passt, wird passend gemacht“, wird der Lohn,
der für den einzelnen immer zu wenig ist, so gestreckt, dass er der
Klasse ein Leben über den Arbeitsausstieg hinaus ermöglichen soll.
Deswegen ist der Staat ständig damit beschäftigt, den Mangel zwischen
den „Generationen“ hin und her zu schieben, was beinhaltet, dass die
Besserstellung der einen automatisch die Schlechterstellung der anderen
nach sich zieht. In dieser, „Generationenvertrag“ genannten
Abhängigkeit und wechselseitigen Beschränkung, die das
Sozialkassensystem produziert, werden also „Leistungsträger“ und
„Transferempfänger“ – was für die anderen Sozialkassen genau so gilt –
gegeneinander aufgestellt. Und zum materiellen Schaden kommt der
geistige: Für die sozial-moralische Verarbeitung dieses vom Staat
eingerichteten Gegeneinanders sind die Sozialstaatsmitglieder daran
gewöhnt worden, dieses ungemütliche Verhältnis als ihren
Verteilungskampf zu sehen. Den von den jeweiligen Sozialkassen
definierten Aggregaten, die dort nichts anderes sind als Kostenstellen,
haucht man sozusagen eine eigene Persönlichkeit ein und führt sie vor
und behandelt sie so, als seien sie die wirklichen Handelnden in diesem
System, als würden sie untereinander ausmachen, wer was kriegt.
Die Herausforderung an den Erfindungsreichtum des Staates bei der
Verwaltung des Mangels wächst in dem Maße, wie das Kapital für sein
erfolgreiches Wachstum die Zahl der „Leistungsträger“ reduziert und für
ein Sinken der Gesamtlohnsumme sorgt und wie zugleich die Rentner ihre
gestiegene Lebenserwartung in Anspruch nehmen. Das gängige Verfahren
war, Einsparungen bei den Alten vorzunehmen und die Rentenbeiträge der
Beschäftigten zu erhöhen. Seit der Agenda 2010 geht der Sozialstaat
jedoch anders an die Sache heran. Am Wachsen des „Rentnerberges“ lässt
sich, solange die Mißfelders in der Minderheit bleiben, nichts ändern.
Die Abnahme der Beitragszahler lässt sich jedoch – so die damalige
Schröder-Mannschaft – auf einen identifizierbaren und vom Staat
beeinflussbaren Grund zurückführen: Es liegen Wachstumshemmnisse fürs
Kapital vor, die es zum Abbau von Arbeitsplätzen zwingen bzw. die
„Schaffung von Arbeitsplätzen“ verhindern – und ein bedeutendes
Wachstumshemmnis ist der Staat selbst, und zwar als Sozialstaat, der
„die Arbeit verteuert“, indem er dem Kapital untragbare
„Lohnnebenkosten“ aufbürdet. Aus diesem Grund will moderne
Sozialpolitik von einer Erhöhung der Rentenbeiträge nichts mehr wissen,
widerspricht die doch der dringend erforderlichen „Entlastung“ der
Arbeitgeber. Zumindest muss etwas gegen den drohenden Anstieg der
Rentenbeiträge unternommen werden. Der reformfreudige und zupackende
Staat verbietet also diesem unter seiner Regie stehenden
Lohnbestandteil – zumindest – einen weiteren Anstieg, womit für die
Alten vorprogrammiert ist: Sie müssen mit „Nachhaltigkeitsfaktor“ und
„Riester-Treppe“ für ihre zunehmende Zahl und für die
Rationalisierungswucht des Kapitals büßen. Letzteres gilt auch für die
Jungen. Für sie ist aber zusätzlich vorprogrammiert, dass aufgrund des
staatlichen Kampfes gegen die „Lohnnebenkosten“ die gesetzliche Rente
für ein Leben im Alter garantiert nicht mehr reicht – für Arbeitnehmer
ist das die klare Auskunft, die sie der in Angriff genommenen Senkung
ihres Rentenbeitrags entnehmen können. Wer diesen Rückzug des Staates
aus der bisherigen Planung der Altersexistenz seines Volkes für sich
kompensieren möchte, wird wohl einen Teil aus seinem Nettolohn, der
sowieso schon unter dem allgemeinen Lohnabschwung leidet, abzweigen und
sich mit dem Widerspruch herumschlagen müssen, sich wegen seines Alters
„eigeninitiativ“ (noch) ärmer zu machen. Als „Hilfe“ bei der
Bewältigung dieses Widerspruches, als Einstieg in die nun fällige
„private Vorsorge“ gibt es eine steuerliche Bezuschussung. Dieser
steuerliche Zuschuss – den sich der Staat in der klassischen Manier der
Umverteilung bei den Rentnern per „Riester-Treppe“ zurückholt –, mit
dem der Staat dann doch einer gewissen Überlebensfähigkeit seines
Volkes, nun eben „privat“ und zunehmend außerhalb der
Zwangssolidarität, nachhelfen will, läuft unter dem ebenso zynischen
wie passenden Titel: „Förderung der Eigenverantwortung“.
Die „Senkung der Lohnnebenkosten“ beschert also Alt wie Jung ein paar
neue Härten. Wenn nun einmal Zurückstecken angesagt ist und alle das
gefressen haben, dann schlägt so eine Rentenerhöhung ins Kontor und ist
ein gefundenes Fressen für die Öffentlichkeit. Es geht es doch nicht
an, dass die „Generation Gier“ eine „Eigenverantwortung“ praktiziert,
die vom allgemein anerkannten Prinzip der Verarmung nicht abgedeckt
ist. Das geht eindeutig zu Lasten derer, die sich ebenfalls mit den
Folgen der „Senkung der Lohnnebenkosten“ herumzuschlagen haben – womit
der Übergang geschafft ist, die Last, die die Alten sind, weil sie
nämlich dazu gemacht werden, ihnen zur Last zu legen. So wird der
Schaden, der beiden „Generationen“ zugefügt wird, verwandelt in eine
Machenschaft der „älteren Generationen“ gegen die „jüngere“, und die
von Staat und Kapital zu Passivität verurteilten „Generationen“ sollen
darüber ihr wirkliches Gegeneinander und wer sie da hineintreibt
vergessen – bis hin zur absurden Übertreibung eines
„Generationenkrieges“, bei dem man besser nicht nachfragt, wie der
eigentlich gehen soll. Die „Generationen“ könnten sich aber auch einmal
die Botschaft zu Gemüte führen, die mit diesem Dingfestmachen von
Übeltätern ergeht: Der Wohlstand der Nation verträgt keine Ausnahme,
fordert vielmehr gebieterisch Schaden für alle – Kapitalisten und
ihr Anhang mal ausgenommen.