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GegenStandpunkt 4-07

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Ein paar Highlights demokratischer Öffentlichkeit:

Zeitgeist im deutschen Herbst 2007

Die Herrschenden erklären ihre Politik zum alternativlosen Sachzwang, weil sie zu dem, was sie sich vornehmen, keine Alternative dulden. Das ist das eine. Das andere ist, dass sich die bürgerliche Öffentlichkeit dies ohne Kommando von oben als Leitfaden ihrer politischen Berichterstattung zurechtlegt: Sie begutachtet, ob die demokratische Herrschaften auch ihren eigenen Maßstäben gerecht werden, sich an das Recht halten, das sie sich setzen, und die Machtinteressen voranbringen, denen sie sich verschrieben haben. So unterweist die freie Presse das höhere wie das niedere Volk je auf seine Weise in der Kunst, die Belange der Regierenden, die in seinem Namen regieren, als die ureigenen zu betrachten und so über deren Taten zu rechten. Dem einfachen arbeitenden oder arbeitslosen Bürger und Steuerzahler bestätigt man seine staatsbürgerliche Empörung über ‚die da oben’, damit er sich auch wieder abregt. Der Elite liefert man, was ihrem gehobenen Selbstbewusstsein entspricht: verantwortungsvolle Vorschläge, wie das, was die Herrschenden für Deutschland tun, eventuell doch noch sinnreicher getan werden könnte. Lauter Parteinahmen für erfolgreiches Regieren also!

Nichts als Schwierigkeiten mit dem fiktiven Kapital:

Die sogenannte US-Hypothekenkrise. Ein Nachtrag

Unsere "Anmerkungen zur Finanzkrise" in Heft 3-07 sind auf Einwände gestoßen. Diese betreffen zum Teil die in dem Artikel angedeuteten Techniken dieses besonderen Geschäftszweigs, korrigieren Verkehrtes, präzisieren Ungenaues, verbessern Missverständliches. Die Mühe, die diese Zuschriften sich gegeben haben, machen wir uns zunutze und geben die angemahnten Verdeutlichungen weiter. Und weil etliche Leser mit der Art, wie auf dem Markt mit Verbriefungen Milliardenvermögen verdient bzw. vernichtet werden, nicht klar gekommen sind – was kein Vorwurf ist: wer sich mit einer korrekten Vorstellung von den Abläufen und Machenschaften in einem modernen Kreditwesen schwerer tut als mit dem Begriff dieses Gewerbes, hat seinen Grips wahrscheinlich noch ganz gut beisammen –, geben wir noch einmal eine allgemeine Vorstellung von dem Geschäftszweig , dessen zeitweiliger Zusammenbruch mittlerweile sogar die Weltkonjunktur gefährden soll. Manche Zuschriften enthalten außerdem eine Kritik an unseren "Anmerkungen", die sich gegen die Erklärung der betreffenden Bankgeschäfte wendet. Wir gehen darauf ausführlich ein, um zu verdeutlichen, welchen politökonomischen Inhalt wir den Verbriefungstechniken der modernen "Finanzindustrie" nachsagen und welche Leistungen des Kreditgewerbes kritisch würdigen wollten.

Weltlage 2007:

Die Realität einer mulitpolaren Weltordnung

Das Unternehmen der Bush-Regierung, Afghanistan und Irak mit Krieg in amerikanische Bastionen und den ‚nahöstlichen Krisenbogen’ in eine amerikanisch befriedete Region zu verwandeln, hat nicht die gewünschten Resultate gezeitigt. Die mit amerikanischer Macht verfolgte ‚Vision’ einer ‚neuen Weltordnung’ hat keine Ordnung, sondern lauter ‚Krisenherde’, ,gewaltsame Konflikte’ und ‚Kriegsszenarien’ geschaffen. Das ist kein Wunder, haben es die Objekte der amerikanischen Kriegsmaschinerie sowie die Regionalmächte vor Ort und die Konkurrenten der amerikanischen Führungsmacht doch mit dem Ansinnen zu tun bekommen, die überlegene Gewalt der USA solle allen anderen Nationen die Anerkennung eines amerikanischen Entscheidungsmonopol über den Status abnötigen, die den größeren und kleineren Mitglieder der ‚Staatengemeinschaft’ zustehen soll. Dagegen haben sich nicht bloß die angegriffenen und noch ins Visier Amerikas genommenen Feindstaaten verwahrt. Diesem Anspruch widersetzen sich auf alle möglichen Weisen auch und gerade die Partner und erklärten Konkurrenten Washingtons, weil sie sich selbst zur Aufsicht über die Staatenwelt oder zum Aufstieg in die oberen Ränge imperialistischer Mächte berufen sehen. Diese Ergebnisse haben Washington zu denken gegeben, nämlich seinen Willen befördert, der widerstrebenden Welt erst recht seine Entschlossenheit und Fähigkeit zu beweisen, mit überlegenen Gewaltmitteln der ‚Staatengemeinschaft’ Respekt einzuflößen. So kämpft die Weltmacht um ihre Glaubwürdigkeit. Das Ringen um die ‚neue Weltordnung’ ist darüber zu einem ziemlich umfassenden Zerstörungswerk geraten. Statt die imperialistische Konkurrenz zu beenden haben die USA sie neu eröffnet.


© GegenStandpunkt Verlag 2007