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GegenStandpunkt 3-07
"US-Hypothekenkrise: Trockene
Märkte,
geschlossene
Fonds, nervöse
Anleger ..." (HB, 10.8.2007)
Der Welterfolg einer neuen Technik finanzkapitalistischer
Selbstbefriedigung macht weltweit Ärger
Anmerkungen zu einer Finanzkrise der ganz modernen Art (1)
Ein paar Tausend US-amerikanische Häuslebauer geraten
mit der
Bezahlung ihrer Hypothekenschulden in Rückstand, und
rund um den
Globus erzittert die globalisierte Geschäftswelt,
geraten Großbanken
in die Klemme, droht eine Liquiditätskrise, die von den
Notenbanken
der 1. Welt mit einer Viertelbillion frischer Euros in Schach gehalten
werden muss? Das kann ja wohl nicht wahr sein!
Viel Dichtung und eine Wahrheit übers
Kreditsystem: Von wegen
"Dienstleistungsgewerbe"
Ist auch nicht die Wahrheit, jedenfalls nicht die ganze -
erklären dem
Laien Fachleute, die es schließlich wissen
müssen. Die erzählen zwar
gerne Geschichten vom US-Bürger, der "ungern zur Miete
wohnt" und
deswegen lieber, obwohl er kein Geld hat und alle fünf
Jahre sowieso
umzieht, ein Haus nach dem andern kauft und wieder verkauft. Dieser
ruhelose Geselle mit seinem Hang zum Leben und Wohnen auf Pump ist
aber bloß der erste in einer ganzen Kette von Schuldigen, die
die
Experten namhaft zu machen wissen. Nummer Zwei sind die Agenten
amerikanischer Bausparkassen, die ihrer Kundschaft Kredite
aufschwatzen, ohne auf die Bonität ihrer Schuldner zu
achten,
geschweige denn ein Minimum an Eigenkapital für den
Hauserwerb zu
verlangen. Mitschuldig sind als Nächstes die Banken, die
solche
schlechten Kredite - man lernt den Ausdruck "Subprime" - "verbriefen"
und in dieser Form rund um den Globus an andere Kreditinstitute,
Hedge-Fonds, Heuschrecken und grundsolide
kontinentaleuropäische
Mittelstandsbanken weiter verkaufen. Bei deren Kunden, den
Großanlegern vor allem, liegt die nächste
Portion Schuld; zuerst, weil
sie solche Papiere offenbar unbesehen kaufen, dann, weil sie wegen
Einbrüchen im US-amerikanischen
Hypothekengeschäft gleich in Panik
geraten, zwischen guten und schlechten Krediten gar keinen Unterschied
mehr machen, den Finanzmärkten ihre Geldanlagen
vorenthalten und damit
die Banken so verunsichern, dass die sich nicht einmal mehr
gegenseitig über den Weg trauen und einen Kredit
'rausrücken. Diese
Angsthasen sind selber auch mit schuld; denn sie haben am Entstehen
einer enormen "Blase" mitgewirkt, deren Platzen im Nachhinein schon
längst abzusehen war. Das hätten vor
allem die Rating-Agenturen merken
müssen, die ihr Geld mit der Einschätzung
der Qualität von
Wertpapieren verdienen - haben sie aber nicht, vielleicht sogar mit
Absicht nicht gemerkt, so dass auch die eine ganz entscheidende Menge
Schuld am Krisengeschehen trifft. Insofern muss sich siebtens die
staatliche Bankenaufsicht eine Mitschuld ankreiden lassen, weil sie
diesen Agenturen beim Manipulieren von Einschätzungen
und Bewertungen
zu wenig auf die Finger geschaut hat. Aufs Ganze gesehen liegt die
Hauptschuld vielleicht sogar überhaupt bei den
Nationalbanken, die in
früheren Krisenzeiten zu viel Geld in die Zirkulation
geworfen und
nicht wieder herausgeholt haben - da musste es einfach zu
ßbertreibungen kommen; dass ein Geldüberschuss
unweigerlich zu einer
Geldklemme führt, liegt ja irgendwie auf der Hand. Aus
noch höherer,
mehr seelsorgerischer Warte muss man freilich feststellen, dass es
wieder einmal und wie immer, wenn etwas schief geht, die üblichen
allgemeinmenschlichen Untugenden sind, die den alternativlos
grundvernünftigen Gang der freien Marktwirtschaft
durcheinandergebracht haben: Kurzsichtigkeit und Gier sind schuld und
diesmal außerdem als zehnter Faktor allzu weitsichtig auf
automatischen Wertpapierverkauf programmierte Computer, denen nicht
die allgemein bekannte Weisheit mit einprogrammiert worden ist, dass
eine freie effektive Wirtschaft mindestens zur Hälfte
"aus Psychologie
besteht" ...
Getrieben von nichts als der Sorge um gutes Gelingen der
Geschäfte des
globalisierten Finanzkapitals, fahnden die Kenner der Szene - als
solche ausgewiesen durch routinierten Gebrauch der Terminologie, der
Durchblick verbürgt nach Verantwortlichen
für die eingetretenen
Störungen. Dabei verraten sie in ihren
Erzählungen aus dem Innenleben
der Branche immerhin eine Wahrheit über diesen
Geschäftszweig, die mit
der sonst gepflegten Vorstellung von (Finanz-)Dienstleistern
gründlich
aufräumt: Die Elite der kapitalistischen
Geschäftswelt, die sich an
der gewinnbringenden Zirkulation von Geld und Schulden abarbeitet, hat
sich von der Organisation kreditfinanzierter Warenproduktion und
-zirkulation radikal emanzipiert.
Ihr Einsatz, die Leistungen, die sie
zur Vermehrung ihres Geldvermögens erbringt, erreichen den
gern
zitierten riesigen Umfang durch eine täglich bilanzierte
"Performance", die mit verliehenen Vorschüssen
für Betriebserweiterung
oder Rationalisierung, mit Aufschub von Zahlungen im Handel und Konsum
auf Kredit nichts mehr zu tun hat. Sicher, auch solche
Geschäfte gehen
weiter ihren Gang; und wenn deren Scheitern an einer Stelle als erster
Grund für die aktuelle weltweite Krise des
Finanzgeschäfts angeführt
wird, dann ist das angesichts der Größenordnungen
angeblich sind es
ganze 4 % der US-amerikanischen Hypothekenschuldner, die nicht mehr
pünktlich zahlen, doch schlagartig fehlen dem
internationalen
Kreditgewerbe mehrere hundert Milliarden Dollar und Euro! - zwar
grotesk, aber immerhin eine Erinnerung an den ökonomischen
Ausgangspunkt der ganzen
Sphäre: Irgendwer macht
Schulden und kriegt
gegen Zins Geld geliehen, um sich z.B. ein Haus zu kaufen oder seine
Werkstatt zu vergrößern und sein
Spülbecken zur Hotelkette oder seine
Garage zum Software-Konzern auszubauen. Und die heftig vorgetragene
Befürchtung, die Erschütterungen in den
oberen Etagen der Finanzwelt
könnten böse Wirkungen
auf die gerade wieder
konsolidierte
"Realwirtschaft" zeitigen, zeugt umgekehrt von einer Erinnerung daran,
dass die Kreditwirtschaft gewisse Funktionen
für die
Wachstumsbedürfnisse des schaffenden Kapitals zu
erfüllen hat.
Allerdings kommt diese Erinnerung eben gleich als Besorgnis und in
Verbindung mit der Hoffnung daher, die Verwerfungen in der Finanzszene
möchten die dienstleisterischen Qualitäten
des Gewerbes nicht
beeinträchtigen: eine interessierte Sicht der Dinge, die
die
Spekulationen des Finanzkapitals wiederum als ein "Wirtschaften"
eigener Art, als einen gesonderten, sehr eigengesetzlich verfahrenden
Bereich unserer freien Märkte würdigt.
"Verbrieft": Verdoppelte Kapitalmacht als
Geschäftsartikel
Einen ersten Hinweis auf die dort vorherrschende
eigentümliche Art der
Gewinnerwirtschaftung gibt bereits die - derzeit heftig
gerügte -
Gepflogenheit amerikanischer Hypothekenbanken, Agenten auszuschicken,
die einer bedürftigen Kundschaft Kredite
aufdrängen: Ganz
offensichtlich sind diese Kreditinstitute darauf scharf, offene
Forderungen in ihre Bücher zu kriegen. Und auch wenn die
angewandten
Methoden momentan verteufelt werden: Mit diesem Interesse stehen
Amerikas Bankenvertreter überhaupt nicht allein. Das
Kreditgewerbe
insgesamt ist bestrebt, die gesamte kapitalistische
Geschäftswelt, und
deren Privatkundschaft gleich dazu, bei sich zu verschulden. Der
gesunde Menschenverstand mag sich dieses Interesse noch mit den Zinsen
erklären, die eine Bank bei ihren Schuldnern abgreift.
Der ökonomische
Sachverstand, dem das Bankgeschäft folgt, ist da jedoch
entscheidend
weiter. Für den sind ausgeliehene Gelder Aktiva, auf
denen sich ein
ganz neues Geschäft aufbauen lässt; z.B.
in der jetzt so viel
beredeten Form, dass Kredite "verbrieft" werden, um sie "auf den Markt
zu bringen". Auch solche Operationen werden gerne
verständlich gemacht
- wieder soll der Menschenverstand so bedient werden, dass er
freundlich zustimmend nickt - als eine ebenso naheliegende wie
schlichte Fortsetzung des ersten Leihgeschäfts: Die
Bank, die gerade
Geld für Immobilienanleihen weggegeben hat,
möchte sich ihrerseits
neue "Liquidität" verschaffen, um weitere Kunden mit
Kredit bedienen
zu können. Dafür gibt sie Anleihen aus,
deren Rückzahlung sie mit
echten Wertgegenständen absichert: den
"hypothekarischen"
Pfandrechten, die ihr die Schuldner der bei ihr aufgenommenen
Immobilienkredite an ihren Grundstücken
einräumen mussten. Das macht
diese Sorte Anleihen als "Pfandbriefe" besonders
"mündelsicher" und
die angestrebte "Refinanzierung" ausgegebener Kredite leichter, weil
das Engagement in diesem traditionellen Handel mit "verbrieften
Forderungen" seit jeher als besonders solide gilt ... Schon da trifft
allerdings die Vorstellung, es ginge um Mittelbeschaffung
für erneuten
Dienst am Kunden, den Sinn und Zweck der Operation nicht so ganz - der
Bank jedenfalls geht es darum, ihre Kreditmacht, i. e. ihre
Fähigkeit
zur Kreditschöpfung und die Ausweitung ihres
Geschäfts durch die
Emission börsengängiger
Schuldverschreibungen zu steigern; die
Hypothekenkredite, die sie vergibt, dienen ihr dazu, mit den daraus
resultierenden Pfandrechten ihre Anleihen abzusichern.
Mit der Bewirtschaftung der offenen Forderungen aus denselben
Geschäften, wie sie jetzt ins Gerede gekommen ist,
kommen findige
Banker noch ganz anders zur Sache; da täuscht das
Stichwort
"Refinanzierung" geradezu darüber hinweg, welche
Freiheit die sich
tatsächlich herausnehmen. Wenn Banken solche offenen
Forderungen
verbriefen und zum Handelsartikel machen, dann ist klar: Es langt
ihnen nicht, sich an der Verzinsung der ausgeliehenen Geldsumme zu
bereichern. In dem Recht auf Zins,
das ihnen zusteht, entdecken sie
etwas Besseres: ihre Macht,
die verbuchte Schuld als Kapitalanlage
zu
behandeln - wie eine kleine papierene Geldfabrik, die einem "Dritten",
der Geld hat und es vermehrt kriegen will, glatt eine Investition wert
sein dürfte. Dass sie Geld weggegeben haben, das
anderswo, in der Hand
ihres Schuldners, als Kommandomittel über Arbeit und
Reichtum seinen
Dienst tut, hindert die Kreditmanager überhaupt nicht
daran, die
Zinsen, die man ihnen schuldet, wieder zu einem Wert hochzurechnen,
der ganz praktisch die Macht besitzt, Geld zu schaffen, und diese
Macht gleich nach zwei Seiten hin zu betätigen: Einem
Geldanleger
verkaufen sie diese Macht, bedienen mit dem "Brief"-Papier dessen
Interesse, aus seinem Geldvermögen ein
größeres zu machen; und das,
ohne dass der sich mit der Produktion von wirklichem neuem Eigentum
durch Lohnarbeiter herumplagen muss. Für die Geldanlage
kommt es nur
darauf an, dass sie in Konkurrenz zu anderen Angeboten der gleichen
Art ein attraktives Verhältnis zwischen Investition und
Ertrag
verspricht. Dafür kassiert die Bank, und zwar so viel,
wie sich aus
dem Vergleich ihres Angebots mit anderen Anlageformen als "fairer
Preis" herausrechnen und herausholen lässt; wobei die
geschäftliche
Fairness allemal einschließt, dass sie mehr Geld herausholt,
als sie
ursprünglich verliehen hat. Kreditvergabe(2) ist mit der "Verbriefung"
von "Aktiva" also nicht mehr eine mehr oder weniger risikoreiche
Methode, aus Schuldnern Zinsen herauszupressen, sondern unmittelbar
die Stiftung eines fiktiven
Geldvermögens, dessen Wert
durch den
Verkauf des verbrieften Kredits an einen interessierten Geldanleger
gleich zweifach realisiert
wird:(3) Die Bank
erschafft aus
weggegebenem Geld ein Wertpapier, das ihr
mehr als das weggegebene
Geld einbringt und im dessen Erwerb den "Käufer" nicht ärmer
macht,
sondern reicher zu machen verspricht. Der gibt sein Geld nicht einfach
weg, sondern legt es an; in einem Zettel, der sich in seinem Portfolio
als reale Macht zur Vermehrung der angelegten Summe
betätigt; und die
Bank bereichert sich durch die Umetikettierung von Schulden und die
Beglaubigung des neuen Etiketts durch erfolgreichen Handel.(4)
Mit dieser Sorte Geschäft überwindet die
Bank den Standpunkt der
Bedienung des Schuldners und der Bedienung am Schuldner. Sie
emanzipiert sich von den niederen Formen der Bereicherung per Teilhabe
an fremden Profiten und Einkommen - und macht sich dafür
nach der ganz
anderen Seite hin abhängig: Sie setzt auf den Geldmarkt,
i. e. darauf,
dass sie für ihre verbrieften Kredite interessierte
Geldanleger
findet. Aus dem Kreditschöpfer, der sich mit seinen
Kreditnehmern
herumärgern muss, wird ein Emittent
von Wertpapieren,
der sich mit
diesem Angebot seiner eigenen
Welt zuwendet, der Welt der
Finanzmärkte, und diese auffordert, auf ihn zu
spekulieren.
"Asset Backed Securities": Eine Kreation innovativer
Geldmacherei,
die mit dem Zuspruch kritisch vergleichender Anleger
blüht und
welkt
Nachdem die Bankenwelt diesen Weg der autonomen Selbstbereicherung
eingeschlagen hat, überlässt sie die
Nachfrage nach ihren
Kunstprodukten weder dem Zufall noch irgendwelchen "Dritten". Ein
Absatzmarkt für verbriefte Forderungen will organisiert
sein; und er
wird organisiert: Banken gründen selber
"Zweckgesellschaften" für den
Ankauf solcher Kredite, fremder wie eigener. Deren
Tätigkeit kommt mit
Bankkrediten in Gang: Mit geliehenem Geld kaufen sie den Banken
einschlägige Wertpapiere ab, bringen sich so in den
Besitz eines
Anlagevermögens, das Wachstum verspricht, und
eröffnen damit ihr
eigenes Geschäft. Das besteht darin, eigene
Wertpapiere
"auf den
Markt" zu werfen; Papiere, die ihrerseits eine Teilhabe am Ertrag und
Wachstum des Fondsvermögens versprechen, sich also zur
Kapitalanlage
eignen und sich darin wieder mit allen erdenklichen alternativen Arten
der spekulativen Geldvermehrung vergleichen. Diese Papiere
heißen auf
angelsächsisch ABS, "Asset Backed Securities":(5) ein
Unterscheidungsmerkmal, mit dem den Aktiva der Banken, die in
verbriefter Form an die neue Gesellschaft übergegangen
sind, die
Qualität von Garantien zuerkannt wird -
für die neuen, zusätzlichen
Geschäfte mit der Emission von "Securities". Denen wird
nämlich mit
dem Attribut "Asset Backed", "forderungsunterlegt", das interessante
Kompliment zuteil, dass sie nicht aus der Luft gegriffen sind, sondern
ein regelrechtes Vermögen "im Rücken" oder
als "Unterlage" haben.
Zugleich wird damit freilich ausgedrückt, dass die
Ausgabe solcher
"Securities" ihr Maß nicht im zusammengezählten
Kaufpreis der
"Assets", im ausgewiesenen Wert des Fondsvermögens hat;
diese
Vermögenstitel sind eben "Unterlage", nicht Schranke
für die
Einsammlung von anlagewilligem Geldkapital. Und das Rendite- und
Wachstumsversprechen, das diese Wertpapiere enthalten, das sie zu
einer nächsten Form der Geldkapitalanlage macht und mit
dem der Fonds
Anleger anlockt, ist durch nichts weiter "gedeckt" als durch das
Versprechen des Emittenten, aus dem zugrunde liegenden
Vermögen einen
Zuwachs herauszuwirtschaften; mit welchen Methoden auch immer.(6) Es
ist noch nicht einmal ein Recht auf Verzinsung, sondern die reine
Spekulation auf gelingende Geschäfte: das Vertrauen auf
die
Leistungsfähigkeit der Geldvermehrungs-"Strategie" des
Fonds, womit
dieser Geldanlagen mobilisiert und auf sich zieht. Deswegen sind es
auch nicht einfach die "Assets" und deren Zinserträge,
die darüber
entscheiden, was die "Securities" taugen: ob sie überhaupt
Abnehmer
finden und zu welchem Preis und zu welchen Konditionen. Was die
"Zweckgesellschaft" der Gemeinde der Geldanleger anbietet, wird einer
dauernden kritisch vergleichenden ßberprüfung
unterzogen. In diese
Prüfung fließen Bewertungen der
Bonität der Hypothekenschuldner -
Aufgabe und Verdienstquelle für einen veritablen eigenen
Geschäftszweig, wie man erfährt - ebenso
ein wie Gutachten über die
vergangene und zukünftige Entwicklung des Fonds;
Verzinsungsversprechen werden abgewogen gegen das Risiko eines halben
oder ganzen Verlustes oder auch gegen eine Absicherung der
ursprünglichen Einlage;(7)
und im Poker zwischen
bevollmächtigten
Profis des Finanzgeschäfts kriegen die Papiere einen
Kurs.(8) Aus der
"Zweckgesellschaft", die einer oder mehreren Banken ihre verbrieften
Kredite abkauft, wird also nur etwas, wenn sie es schafft,
für
Anlage-gierige Finanzjongleure attraktiv zu sein; und es wird aus ihr
genau so viel, wie sie das hinkriegt und in Konkurrenz zu anderen
Schöpfungen vergleichbarer Art Nachfrage nach ihren
Geldzuwachs
verheißenden Anteilen weckt. Es sind die
tatsächlich hereinfließenden
Geld-Investitionen, die das auf Kredit zusammengekaufte
Wertpapiervermögen des Fonds als Kapitalanlage beglaubigen
- oder auch
nicht. Vom Erfolg am Kapitalmarkt hängt es ab, ob die
Fonds-Manager
genügend Mittel in die Hand bekommen, um mit einer
erfolgreichen
Wachstums-"Strategie" dem Kapitalmarkt den nötigen
Eindruck zu machen
- das kommt davon, dass in dieser Sphäre das angebliche
marktwirtschaftliche Grundgesetz von Angebot und Nachfrage einmal
wirklich uneingeschränkt regiert.
Vom Angebot zur Nachfrage: Jede Menge Stoff fürs
globale
Portfolio
Was den Zufluss von Geldanlagen in die von ihnen konstruierten
und/oder kreditierten "Zweckgesellschaften" betrifft, so
überlassen
moderne Kreditinstitute auch das nicht irgendwelchen "Dritten".
Absatzmarkt für Fondsanteile, Kundschaft der
großen "Fondshäuser"
sind
"üblicherweise gerade die
Banken" selber (HB, 10.8.).
Die handeln
schließlich mit Krediten, schaffen für jeden
guten Geschäftszweck die
benötigten Geschäftsmittel,
sind umgekehrt
dauernd auf der Suche nach
guten Geschäften, für die sich die
Schaffung und Investition von
Finanzmitteln lohnt; da versteht es sich von selbst, dass sie die
Ersten sind, die in den Handel mit ABS einsteigen, und dass sie ihr
Geld, das sie nicht zuletzt mit dem Verkauf verbriefter Forderungen
und mit der Kreditierung der entsprechenden "Zweckgesellschaften"
verdienen, in den Kauf vielversprechender Fondsanteile hineinstecken.
So stiften sie, schön zirkulär,
Anlagemöglichkeiten für
verfügbare
Geld- und Kreditmittel und zugleich Finanzmittel für die
Schaffung wie
für die Ausnutzung von derartigen Kapitalanlagen. An der
Investitionsspirale, die sie damit in Gang setzen, wirken
natürlich
auch andere "institutionelle Anleger" mit; Pensionskassen z.B.,
Versicherungen - und nicht zuletzt Investmentfonds der
nächsten
Ableitungsstufe, die ihrerseits mit schon eingesammelten oder
geliehenen Summen in das Geschäft mit solchen ABS
hineingehen und den
Kauf von Fondsanteilen dadurch "refinanzieren", dass sie die
erworbenen Wertpapiere als ihr wachstumsträchtiges
Fondsvermögen
deklarieren und darauf selber "Securities" der
nächsthöheren Sorte
ausgeben. Anderweitig verdiente Gelder, Spareinlagen und
Überschüsse
aller Art, werden in diesen Zirkel der Kreditvermehrung hereingezogen
und mit verarbeitet; doch weder hängt die Vervielfachung
der aus
einander erwachsenden und aufeinander bezogenen
Vermögenstitel davon
ab, noch wird der ganze Zirkus durch einen anderen Bedarf angetrieben
als durch das Bedürfnis des Kreditgewerbes selber, sich
Gelegenheiten
zum Spekulieren und durch spekulative Investments die
dafür nötigen
Mittel zu verschaffen. Die
Wertpapiere, die dieser innovative
Geschäftszweig in die Welt setzt, gehen als willkommener
Zusatz in den
großen Kreislauf der globalen Kreditvermehrung ein; sie liefern
den
Künstlern des Gewerbes Stoff und Mittel
für die Ausweitung des Umfangs
finanzkapitalistischer "Wertschöpfung".
Es ist daher schon ziemlich verwegen, wenn Kenner des Gewerbes in dem
menschenfreundlichen Bemühen, dessen Machenschaften dem
gemeinen
Verstand begreiflich und sympathisch zu machen, sogar noch bei
ABS-Transaktionen nach Gesichtspunkten suchen und glatt auch welche
finden, unter denen dieser Geschäftszweig dem in diesem
Zusammenhang
als "Realwirtschaft" etikettierten kapitalistischen Betrieb des
Kaufens, Produzierens, Verkaufens und Schuldenmachens dienlich sein
soll: Freunde des kommerziellen Kredits und einer risikofreien
Schuldenwirtschaft loben es als "Risikostreuung", wenn Banken Teile
ihres Forderungsbestandes gebündelt und verbrieft
weiterverkaufen, und
finden es gut, wenn auf die Art Kredite aus den Büchern
der Banken
verschwinden, weil die dann solide mit Eigenkapital unterlegte neue
Kredite an eine bedürftige Kundschaft ausleihen
könnten; Anhänger
eines florierenden Mittelstands sehen in der Verwandlung
mittelständischer Schulden in Material
für die großen Finanzmärkte
einen Königsweg des Kleingewerbes zu den
unerschöpflichen
Kreditquellen des internationalen Geldkapitals...
Tatsächlich kann von
solchen Diensten als ökonomischem Grund und Zweck des
ganzen
Geschäftszweigs überhaupt nicht die Rede
sein und noch nicht einmal
wirklich davon, er wäre fürs
Refinanzieren von Bankkrediten erfunden
worden. Mit Zweck und Mittel verhält es sich hier
definitiv umgekehrt:
Ihr Geschäft machen die "Zweckgesellschaften", die ABS
emittieren, und
die Banken, die solche Fonds gründen und finanzieren und
als Kunden
beehren, damit, dass sie der Finanzgeschäftswelt, also
vor allem sich
selber Gelegenheiten zur Geldanlage bieten und Nachfrage nach ihren
"Securities" wecken. Es geht den Kreditinstituten um ihre Karriere:
vom Gläubiger, der sich an seinen kommerziellen
Schuldnern bereichert,
zum Emittenten von Wertpapieren; weiter zum Gründer und
Finanzier von
Fonds, die diese Wertpapiere absorbieren und selber Wertpapiere der
nächsten Stufe herausgeben; schließlich zum
Investor, der fremdes Geld
und die eigene Kreditmacht durch Geldanlagen in Rendite und Wachstum
bringenden "Securities" vermehrt und sich mit denen als Teil seines
Portfolios weitere Gelegenheiten zum Spekulieren erschließt und
Mittel
fürs Spekulieren schafft. Zweck der Veranstaltung ist -
dasselbe am
Material ausgedrückt - der Aufstieg des Bankkredits: von
der
ausgeliehenen Geldsumme zum Wertpapier, das Schulden in ein auf
Wachstum programmiertes Vermögen verwandelt, und weiter
zum immer
komplexeren Finanzprodukt; da firmieren ABS mal wegen ihrer "Assets"
als wirklich Sicherheit stiftende Beimischung zu einem
Bündel anderer
"hochspekulativer" Wertpapieren, mal wegen der
fragwürdigen Bonität
und hohen Verzinsung der "Assets" als besonders spekulativer
Bestandteil eines "Produkts"; sie teilen und beeinflussen das
Schicksal der daraus abgeleiteten Derivate; sie werden
weiterverarbeitet, bis am Ende die Fachwelt selber den ßberblick
verliert und der verloren gegangenen "Transparenz" nachtrauert; und
dank solch exzessiver Verwendung verbreiten sie sich in
eindrucksvoller Größenordnung(9) über das gesamte
finanzkapitalistische Universum.
Von wegen "Risikostreuung": Wertschöpfung durch
Vertrauen -
einmal
hin und zurück
Die Vermögen in Wertpapierform, die auf diese Weise
entstehen, haben
mit so primitiven Posten wie dem Kauf- oder Wiederverkaufspreis
fremdfinanzierter Häuser oder
Produktionsstätten, den hochgerechneten
Zinserträgen eines Hypothekenkredits oder einem Anteil
am
Jahresüberschuss eines Kaufhauses nicht mehr viel zu
tun. Sie sind das
Produkt der Nachfrage nach
Wertpapieren, die sich von der ersten
Transaktion zwischen Geschäftsbank und
"Zweckgesellschaft" an
vervielfachen, und ihrer extensiven Weiterverwendung.
Nachfrage und
Verwendung sind ihrerseits Produkt,
Indikator und insofern auch
selber
wieder Grund des Vertrauens in den jeweiligen Fonds
und dessen Potenz
zur Vermehrung der ihm anvertrauten Kapitalanlagen. Eben weil das so
ist, die Nachfrage nach dem Objekt der Begierde für
dessen
Attraktivität entscheidend ist, schließt dieses
Vertrauen per se ein
immer waches Misstrauen mit
ein; und die Beantwortung der dauernd
virulenten Vertrauensfrage wirkt, je nach dem, in die eine oder die
andere Richtung. Starkes Zutrauen und entsprechend große
Nachfrage
bestätigen den Wert der nachgefragten "Securities" und
lassen
Geldmittel und Wert des Fonds wachsen. So ein Erfolg wirkt sogar auf
den Wert der verbrieften Bankdarlehen zurück, die die
"Zweckgesellschaft" sich beschafft hat und die sie sich neu beschafft,
um die eingesammelten Gelder gewinnbringend anzulegen und so ihre
eigenen Wertpapiere, die ausgegebenen "Securities", mit "Assets" zu
untermauern: Die vom Zuspruch zu dem investierenden Fonds getriebene
Nachfrage nach Rendite versprechenden Papieren treibt deren Preis -
und damit wiederum den Wert des Vermögens, mit dessen
Vermehrung der
Fonds Vertrauen in sich und seine Anteile schafft. Die erzielte
Wertsteigerung ist ihrerseits dazu angetan, das Zutrauen zu
stabilisieren, weitere Geldanleger anzulocken und neu emittierte ABS
als solide Geldanlage zu beglaubigen; sie befähigt
außerdem den Fonds
dazu, mit ganz viel Kredit sein Geschäft und damit die
Nachfrage nach
seinen eigenen Vermögensbestandteilen auszuweiten, also
sein Geschäft
weiter in die Höhe zu "hebeln"; auf derart solide gemachte
"Securities" des einen Fonds lässt sich auch sehr gut
eine nächste
"Zweckgesellschaft" gründen ... So mehren und "verzinsen"
sich die
"Investments" unabhängig von den Zinsen, die
tatsächlich für die
Schulden erster Ordnung eingetrieben werden, und der allgemeine
Gebrauch der Papiere als Kapitalanlage bestätigt und
bekräftigt die
Loslösung ihres Werts von dessen Grundlage in banalen
Leihgeschäften -
umgekehrt ihre Abhängigkeit von dem Interesse, sie
weiterhin zu
benutzen, mit ihnen und auf sie als Bestandteile eines
zeitgemäßen
Portfolios zu spekulieren.
Die vermögenswirksame, renditeschaffende Kraft des
Vertrauens in die
Vermehrung des angelegten Geldes beruht allerdings darauf,
schließt
deswegen ein und hängt davon ab, dass mit den
eingesammelten Geldern
auch wirklich kein anderer ökonomischer Zweck verfolgt
wird als der,
das Vertrauen in die Solidität des
Fondsvermögens und seine
Wachstums-"Strategie" zu festigen, immer neue Nachfrage und immer
weitere Verwendung zu generieren. Die "Realisierung" der Einlagen, mit
denen die "Zweckgesellschaft" sich "refinanziert", in der Form, dass
die Anleger sie sich nach ihrem Bedarf samt Zuwachs auszahlen lassen,
ist in deren Geldvermehrungsprogramm im Prinzip nicht vorgesehen(10) -
ist zwar unschädlich, solange die herausgezogenen Summen
unbeachtlich
bleiben und Abflüsse sich durch Zufluss neuer
"Investments"
kompensieren lassen. So viel steht aber fest: Der Grundbedeutung ihres
Namens, nämlich dem Versprechen, Sicherheit zu stiften,
genügen die
"Securities" nur dadurch, dass auf sie vertraut wird und ihr
Käufer
sie in seinem Portfolio hält, und auch nur so lange, wie
das der Fall
ist. Im andern Fall, wenn ein Vertrauensverlust um sich greift und
deutlich mehr Fondsanteile zurückgegeben als nachgefragt
und verkauft
werden, wird deren Wert zunehmend fragwürdig - bis der
Fonds
"geschlossen", also nichts mehr zurückgenommen und
ausgezahlt wird:
Die papierenen Werte lösen sich in Verluste auf und
führen rückwirkend
den Wert der Bestandteile des jeweiligen Fondsvermögens,
schließlich
den der "Assets", auf eine verschwindende Größe
zurück.(11)
Das reißt
auf der anderen Seite all die komplexen Produkte, in die solche
Fondspapiere hineinverarbeitet, und alle Kredite, die darauf vergeben
und gegründet worden sind, die gesamte
finanzkapitalistische
"Wertschöpfungskette" eben, in den Zirkel des
Wertverlustes mit 'rein
- so viel zum Thema "ABS-Transaktionen als Mittel zur Risikominderung
durch Risikostreuung"...
Noch mal: Techniken und Kehrseite der
unerlässlichen
Vertrauenspflege
zwischen Finanzhaien
Gegen das Misstrauen, das geeignet ist, die gesamte autonome
Selbstbereicherung des Finanzkapitals wieder
rückwärts laufenzulassen
und einen Offenbarungseid über die fiktive Natur der
Werte
herbeizuführen, die zwischenzeitlich durchaus als
kapitalistische
Kommandomacht über Reichtum jeder Sorte wirksam geworden
sind -
dagegen lässt sich
immerhin etwas tun; und dagegen wird
auch einiges
getan. Das fängt auf der untersten Ebene der offenen
Kreditforderungen
an: "Zweckgesellschaften", die einer Bank Kredite abkaufen, verzichten
keineswegs aufs Eintreiben der geschuldeten Zins- und
Tilgungszahlungen. Im Gegenteil: Gerade weil es ihnen weniger auf die
eingetriebenen paar Kröten als solche ankommt als vielmehr
auf ihre ßberzeugungskraft für Geldanleger und deswegen
auf die Seriösität
ihres Geschäftsgebarens und die
Glaubwürdigkeit der Vermögenstitel,
mit denen sie ihre eigenen Wertpapiere untermauern, hat ein Schuldner
bei seinen neuen Gläubigern nichts zu lachen. Aus
demselben Grund,
nämlich weil ihr guter Ruf als
zuverlässige Fondsvermögensvermehrer
das einzige und entscheidende Produktionsmittel dieser Abteilung
Finanzindustrie darstellt, pflegen deren Manager Versicherungen gegen
das Ausfallrisiko abzuschließen, das sie zusammen mit den
verbrieften
offenen Forderungen übernommen haben. Solche
Absicherungsbedürfnisse,
notwendige Kehrseite jeder finanzunternehmerischen Risikobereitschaft,
ist die Grundlage für eine weitere Sorte Wertpapiere -
die heißen dann
z.B. CDS, "Credit Default Swaps" -, mit denen entsprechend
spezialisierte Hedge-Fonds ihr Geschäft machen, indem
sie ihrerseits
den verbrieften Wert ihrer Garantieleistungen in der Erwartung, sie
nicht erbringen zu müssen, als ihr Fonds-eigenes
Kapitalvermögen
behandeln(12)
und auf sich selber Wertpapiere ausgeben; die sind dann
wieder so viel wert, wie sie Absatz finden, und finden so viel Absatz,
wie sie Vertrauen darauf erwecken, dass die Spekulation des Fonds
aufgeht. Der Vertrauenspflege dienen außerdem so sinnreiche
Konstruktionen wie die CDOs, "Collateralized Debt Obligations": Die
"Zweckgeseilschaft" teilt ihre "Securities" in "Tranchen"
unterschiedlicher Qualität auf: in solche, die
überdurchschnittlich am
Fonds-Gewinn teilhaben, im Falle eines Wertverlustes aber auch als
Erste betroffen sind;(13) in solche, die erst bei höheren
Wertverlusten des Fonds selber an Wert verlieren, dafür
aber auch
geringer rentieren; und in eine mittlere Tranche, die
fantasievollerweise "Mezzanine" genannt wird. So werden die Risiken
schön gestaffelt den Geldanlegern
aufgebürdet. Für kritische
Geschäftslagen, also für den Fall sei es
einer Entwertung der
"Assets", sei es einer das übliche, einkalkulierte
Maß übersteigenden
Rückgabe von Fondsanteilen welcher Art auch immer und
eines
dementsprechend drohenden Wertverlustes dieser Papiere,
verfügen
vertrauenswürdige "Zweckgesellschaften" außerdem über
feste
Kreditlinien; nicht selten bei der Bank, der sie Forderungen abgekauft
haben.(14) Die
Banken ihrerseits tun schon vorsorglich das Ihre, um
nicht selber für womöglich
fällige Wertverluste der von ihnen
geschaffenen, garantierten und/oder kreditierten Fonds einstehen zu
müssen: Sie sehen zu, dass sie die Gelder ihrer Kunden
in diese Fonds
hineinlenken. So lässt sich Vertrauen stiften.
Das heißt bloß auf der anderen Seite: Außer
dem
Vertrauen, dass ein
Fonds "gut aufgestellt" ist und mit seinem raffiniert erwirtschafteten
und per Anteilsverkauf sich selbst generierenden
Vermögenswachstum
alles immer so weiter geht, also außer
einer Nachfrage nach
Fondsanteilen, die immer mal wieder getätigte
Anteilsverkäufe
aufwiegt, steht nichts und niemand für die eskalierenden
Vermögenssummen gerade. Ihr Kapital ist
nichts anderes als
kapitalisiertes Vertrauen. Sobald in größerem
Stil, aus welchem Grund
und Anlass auch immer, "Kasse gemacht" wird und ein Fonds sich
genötigt sieht, Vermögensposten
aufzulösen, um seine Anteilseigner
auszuzahlen, sorgt er für den Wertverfall dieser Posten;
die
Wertpapiere, die er ausgegeben, ebenso wie die, die er anderen Fonds
oder Banken abgekauft hat, lösen sich in Nichts auf; die
"Assets"
selber werden bestenfalls auf den Wert der
ursprünglichen Forderung
gedrückt; Kredite werden fällig und
erweise sich als faul. Auch nach
der negativen Seite hin bewährt sich eben die Kunst der
Verabsolutierung des Kreditgeschäfts, auf die die
moderne
Finanzindustrie so stolz ist: Weil die von jedem "reellen"
Geschäft
mit wirklichen Gebrauchsgütern emanzipierte
Wertschöpfung durch
vertrauensvolle Nachfrage nach Wertpapieren wirklich nichts anderes
bewirkt als eben dies, gehen die geschöpften Werte und die
darauf
gegründeten Kredite und die Geldanlagen, in die diese
wieder
verwandelt worden sind, durch ein von Misstrauen diktiertes Angebot
einschlägiger Papiere auch genauso effektiv
zugrunde.(15)
Alles, was
zwischendrin aus der wunderbaren Vermögensvermehrung an
wirklicher
Kaufkraft abgeschöpft und für wirklichen
Warenreichtum verausgabt
worden ist, vom Glaspalast der Fonds-Zentrale und dem Luxusleben des
Managements bis zur Rente für die Kundschaft
einschlägig investierter
Rentenkassen, wird entweder aus den Zins- und anderen Gewinnen
beglichen, die die jeweilige "Zweckgesellschaft"
tatsächlich aus ihrem
Kapitalvermögen herausgewirtschaftet hat - oder es
schlägt per saldo
als Verlust bei den Investoren zu Buche, die ihr Geld in eine dieser
modernen Wertpapiervermehrungsmaschinen hineingetan und nicht
rechtzeitig wieder herausgezogen haben.
Die aktuelle Krise (I): Von wegen "Übertreibung" -
Finanzkapitalistische
Räson in Vollendung
Und so viel ist klar: Diese Maschinerie gerät so
zuverlässig, wie sie
arbeitet und Vermögensziffern wachsen
lässt, auch immer mal wieder ins
Stocken, vernichtet ihre Produkte so leicht und flott, wie sie sie
geschaffen hat, und enteignet Geldanleger, die nicht als Erste auf
Kosten der anderen Anteilseigner ausgestiegen sind. Dieser Fall, in
kleinem Rahmen dauernde Begleiterscheinung des Wachstums in dieser
Spezialbranche des modernen Finanzkapitalismus, zieht derzeit,
ausgehend vom US-amerikanischen Hypothekenmarkt, unaufhaltsam immer
weitere Kreise.
Von welcher Stelle im Kredit-"Überbau" der Umschlag in ein
immer
allgemeineres Misstrauen ausgegangen ist, ist vollkommen
gleichgültig
und auch kaum eindeutig zu entscheiden. Klar ist auf alle
Fälle, dass
den Hypothekenbanken ihre verbrieften, i. e. in Geldanlagen
transformierten und als Vermögensplus verbuchten
Hypothekenkredite von
ihren Geschäftspartnern nicht mehr abgenommen worden
sind und werden -
dass diese Wertpapiere damit
ihren Wert
eingebüßt haben und darauf
basierende Fonds wertlos geworden sind, ist sicher genauso wahr wie
das Umgekehrte, dass die "Securities" solcher Fonds nicht mehr den
für
ihre Werterhaltung nötigen Absatz gefunden haben und die
deswegen
nötige Liquidierung ihrer "Assets" die Nachfrage danach
zum Erliegen
gebracht und damit den Geldanlagewert verbriefter Hypothekenkredite
kaputt gemacht hat. Fest steht außerdem: Für die
"Zurückhaltung" der
Spekulanten - egal, ob sie zuerst die ABS-Fonds oder zuerst die
Hypothekenbanken getroffen hat - dürfte der von den
engagierten
Rating-Agenturen erst klein gehandelte, dann breitgetretene Verdacht,
eine in Aussicht stehende Zinserhöhung könnte
zu massenhafter
Zahlungsunfähigkeit unter Amerikas Schuldnern
führen, eine weit
größere Rolle spielen als die
tatsächlich eingetretene
Zahlungsunfähigkeit von ein paar Zehntausend
Hypothekenschuldnern, bei
denen die Banken schon fleißig abkassiert haben und an deren
Immobilie
sie sich per Zwangsversteigerung noch allemal einigermaßen
schadlos
halten können. Dass das alles nicht der Grund der
"Schockwelle" - und
insofern das Gerede von der "amerikanischen Immobilienkrise"
mindestens irreführend - ist, steht drittens ganz
eindeutig fest: Wenn
Nachfrage Vermögen schafft und Vertrauen in spekulativ
geschaffenes
Vermögen die Nachfrage stiftet, dann ist dieser absurde
Zirkel selber
in dem Maße, wie er Vermögen vermehrt, auch der
Grund für seine immer
drohende Rückwärts-Abwicklung. Und wenn
alle Welt mit den
entsprechenden Derivaten herumwirtschaftet, dann ist das auch der
Grund dafür, dass das Misstrauen gegen ABS auf Basis
besonders
fragwürdiger - "Subprime-" -
Hypothekengeschäfte in den USA sich
verallgemeinert.
Das ohnehin dauernd rumorende Misstrauen gegen das
Geschäft mit
verbrieften Krediten überhaupt wird nun also akut. Es
schlägt,
verständlicherweise, da besonders zu, wo Kredite überhaupt
nur
deswegen vergeben werden, weil ihre "Refinanzierung" durch ABS-Fonds
vorgesehen ist - nämlich damit sie auf die Art weiter
verarbeitet
werden, was heutzutage offenbar für so ziemlich alle
größeren
Kredit-Abenteuer gilt.(16) Und erstaunt nimmt die Welt zur Kenntnis,
wie weit diese Art von Kreditgeschäft mittlerweile
verbreitet, wie
allgemein sie geworden und wie flächendeckend sie mit
den elementaren
Finanzdienstleistungen der Bankenwelt verflochten ist - so
nämlich,
dass der drohende Ruin etlicher Fonds, die jetzt als
Problemfälle
gelten, den Geschäftsverkehr der Kreditinstitute
insgesamt ins
Stolpern bringt und die kreditabhängige Profitmacherei
zu gefährden
droht. Was natürlich nicht passieren darf; und deswegen
sind als Erste
die ideell verantwortlichen Dolmetscher des absurden Geschehens mit
einer trostreichen Deutung der Lage behilflich, die einmal mehr an den
leichter verständlichen und allgemein akzeptierten
Ausgangspunkt und
funktionalen Dienst des Kreditgewerbes anknüpft: an das
konstruktive
Verhältnis zum schaffenden Kapital, von dem es sich
gründlich
emanzipiert hat. Diagnostiziert wird ein Fall von heilloser Übertreibung: An
sich ganz normale und solide
Refinanzierungsgeschäfte
wären zu einer "Blase" entartet und
würden durch deren aktuelles
"Platzen" auf ihren guten harten Kern
zurückgeführt.
Die theoretische Aufteilung der Affäre in einen ganz
vernünftigen und
einen irrationalen, einen redlichen und einen entgleisten Teil
verkennt allerdings ziemlich gründlich das
Verhältnis zwischen Zweck
und Mittel, das im Finanzkapital im Allgemeinen herrscht und im
Geschäft mit der Verabsolutierung des Kredits ganz
uneingeschränkt zum
Zuge kommt, also die ökonomische Logik und deswegen auch
die
eigentümlichen Leistungen dieser Sphäre.
Fürs Kreditgewerbe ist alles,
was andere "Marktteilnehmer" mit Geld anstellen, privater Konsum so
gut wie professionelle Profitmacherei jeder beliebigen
Größenordnung,
nicht mehr und nicht weniger als eine Gelegenheit, daraus sein eigenes
Geschäft zu machen, nach seinen Gesetzen der
Kreditschöpfung, der
Verwandlung von Gewinnerwartungen in Kapital und der Inanspruchnahme
fremden Geldes und fremder
Geschäftstätigkeit für die
Rechtfertigung
seines Kredits und für die Beglaubigung des fiktiven
Kapitals. So
vermehrt dieses Gewerbe sein Kapital; und das gnadenlos so lange, wie
sich Schuldner und Geldanleger dafür in Anspruch nehmen
lassen - und
wie es selber als Kreditschöpfer und Geldanleger sein
eigenes Spiel
mitspielt. Die fortschrittlichsten Zweigstellen kümmern
sich schon gar
nicht mehr um die niederen Abteilungen, wo Wechsel diskontiert und
Bausparkassenverträge abgeschlossen werden; sie steigen
überhaupt erst
da ins Geschäft ein, wo Gewinnerwartungen als solche zum
Geschäftsartikel werden: Sie machen daraus Geldkapital
und aus dessen
Rendite neue Wachstumspapiere. Doch schon vom ersten
Diskontgeschäft
und vom einfachsten Kreditvertrag an dient das Finanzkapital nicht
einfach dem restlichen kapitalistischen Publikum, sondern nimmt dessen
Geldbedürfnisse für sich in Dienst. Und
wenn schon beim
Derivate-Geschäft der jetzt so kritisch gewordenen Art
von Übertreibungen die Rede sein soll, dann finden die auf alle
Fälle nach
genau der Logik statt, die das Kreditgewerbe von Anfang an befolgt und
unablässig zu perfektionieren sucht:
Vermögensbildung in
Spekulantenhand durch Verwandlung von
Schuldverhältnissen in
Kapitalvermögen. Damit kommt ein spekulativer Zirkel in
Gang, der sich
gegen die Notwendigkeiten der Geldvermehrung durch kapitalistisch
erfolgreiche Anwendung von Arbeit absolut setzt, damit von deren
Schranken emanzipiert, sich dabei freilich auf deren Leistungen
verlässt und für sich in Anspruch nimmt,
was in den niederen Sphären
kapitalistischer Ausbeutung produziert wird. Im modernen Geldgewerbe
geht es von Anfang bis Ende um nichts weiter als um die Stiftung
fiktiver Geldvermögen und die Lizenz zur Attraktion,
Vermehrung,
Vernichtung und Umverteilung des Geldvermögens anderer
Leute. Was
hierbei die gute von der schlechten Seite unterscheidet, ist allein
der Zeitpunkt, zu dem ein Geldanleger aussteigt und sein fiktiv
vermehrtes Vermögen auf fremde Kosten real 'mitnimmt'. Und
dieser
Zeitpunkt hat von Anfang an den Nachteil, dass er sich so richtig
immer erst im Nachhinein herausstellt.
Die aktuelle Krise (II): Eine "Überakkumulation" sui
generis
Immerhin, einen sachlichen Anhaltspunkt hat die Vorstellung von einer
haltlosen Übertreibung der Finanzmärkte als
Grund für ihren momentanen
"Zusammenbruch" in der Tatsache, dass die moderne Spitzenabteilung des
globalen Kreditgeschäfts ihren eigenen Konjunkturablauf
aufweist - die
Vorstellung ist überhaupt der affirmative Vers, den der
parteiliche
Sachverstand sich auf diesen Konjunkturverlauf macht. In dem
Maße
nämlich, wie sie mit dem Versprechen sicheren Wachstums
Zuflüsse in
ihre "Zweckgesellschaften" mobilisiert, generiert und potenziert,
hält
die Elite der Finanzindustrie aktiv Ausschau nach Schulden, die sich
verbriefen und zur Grundlage einer verselbstständigten
Gewinnerwartung
- zum "Asset" für "Securities" - machen lassen; auf
deren raffinierter
Bewirtschaftung beruht schließlich die Überzeugungskraft,
die ihre
Angebote vor allem für sie selber haben
müssen, um Vertrauen zu
stiften, das allgegenwärtige Misstrauen in Schach zu
halten,
nachhaltige Nachfrage zu erzeugen und das Wunder der
Wertschöpfung
wahr werden zu lassen. Der Bedarf an solchem Rohstoff
für ihr Gewerbe
treibt den Preis, zu dem sie sich gegenseitig Forderungen und
Sicherheiten ab- und verkaufen. Der Bedarf richtet sich
außerdem, je
mehr er wächst, auf umso fragwürdigere
Objekte; Banken werfen immer
wackligere Forderungen auf den Markt für zinstragende
Papiere, finden
sich ermuntert, immer schlechteren Schuldnern Kredite anzudrehen, weil
sie die in verbriefter Form sogleich an einschlägige
"Zweckgesellschaften" los werden bzw. um die Nachfrage dieser - von
ihnen selbst gegründeten - Fonds nach derartigen
"Assets" zu
befriedigen. Damit bewegt sich der gesamte
Geschäftszweig mit all dem
Vertrauen, das er mobilisiert, zielstrebig auf den Punkt zu, an dem
die Akteure ihrem eigenen Machwerk nicht mehr über den
Weg trauen. Sie
lauern, zunehmend misstrauisch, am Ende nur noch auf den Zeitpunkt
für
erfolgreiches Kasse-Machen; und wenn sie ihn für
gekommen halten, ist
er auch schon so gut wie vorbei; denn damit lösen sie den
Umschlag des
Geschäftsgangs in eine Spirale des Misstrauens aus. Dass
in dem
Zusammenhang jetzt zahlungsunfähige amerikanische
Häuslebauer als
Argument und deren Hypothekenbanken mit ihrer "Schieflage" als
Auslöser zu globalen Ehren gekommen sind, ist ein
Treppenwitz, der zum
Irrsinn der ganzen Affäre aber auch wieder ganz gut
passt:
Ausgerechnet da fängt die Industrie für
fiktive Reichtumsvermehrung an
zu scheitern, wo sie einen Berührungspunkt mit der Armut
im Mutterland
des Kapitalismus aufweist ...(17)
Die selbstverfertigte Vertrauenskrise des Finanzgewerbes bleibt
selbstverständlich nicht auf dessen Spitzenerzeugnisse
beschränkt.
Ganz praktisch stellt sich heraus, dass der ganze restliche
Kapitalismus zum Objekt für Spekulanten herabgesetzt
ist, die ihr
Vertrauen in die unaufhaltsame Vermehrung der von ihnen geschaffenen
Kapitalvermögen allen Ernstes, und nicht einmal zu
Unrecht, für die
maßgebliche Quelle aller profitbringenden
Geschäftstätigkeit halten:
Mit ihrem Misstrauen in ihre eigenen Machenschaften legen sie nicht
bloß sich selber und einander, sondern die fürs
kapitalistische
Produzieren und Handeltreiben unerlässlichen
Kreditoperationen lahm.
Mit dem Spielabbruch wird offenkundig, welchen Dienst das
Finanzkapital bis dahin noch in seiner Verabsolutierung gegen den
sonstigen Geschäftsgang für
diesen
geleistet hat: Es sorgt für eine Überfülle an
Investitionsmitteln, insofern
für ein Überangebot an
Kredit für jeden beliebigen Zweck. Diesen Nutzen stiftet
es allerdings
in Abhängigkeit von
Spekulationsgeschäften nach seinem eigenen
Kalkül
und nur so lange, wie es auf deren Gelingen vertraut. Also droht mit
der Eskalation des Misstrauens in den oberen Etagen des Finanzgewerbes
dem gesamten kapitalistischen Unterbau Knappheit an seinem alles
entscheidenden Geschäftsmittel: Kreditmangel
gefährdet die Konjunktur
der "Realwirtschaft", die doch gerade so schon angeheizt worden ist.
Und was ist die Reaktion?
Ein Notruf der finanzkapitalistischen 'Masters of the Universe'
und
der glanzvolle Auftritt des zuständigen 'Deus ex Machina'
Eine ganze "globalisierte" Geschäftswelt, deren Akteure
ansonsten
eifersüchtig darauf bedacht sind, dass ihnen niemand in
ihr autonomes
Handwerk pfuscht; deren Manager für sich absolute
Handlungsfreiheit
fordern und schon jede gesetzliche Anstandsregel für
geschäftsschädigende Freiheitsberaubung
halten; deren akademisch
gebildete Apologeten darauf schwören, dass "die
Märkte" nur dann
wirklich so effektiv und reibungslos, so selbsttätig und
selbstregulierend, wie es ihre Natur ist, funktionieren
können, wenn
man sie ganz sich selber überlässt: Alle
Welt seufzt im Chor nach
einem Höheren Wesen, das "den Märkten" aus
ihrem unentrinnbaren
Misstrauenszirkel heraushilft und sie wieder flott macht.
Und siehe da: Das Wesen gibt es tatsächlich; und es
tritt auch glatt
in Aktion. Die öffentliche Gewalt an den großen
Kapitalstandorten, der
kein Globalisierungstheoretiker noch politische Großtaten
zutrauen
mochte, wird in Gestalt ihrer Zentralbanken aktiv und gibt der
Finanzwelt den Kredit, den die sich selbst nicht mehr geben mag.
Binnen Stunden versorgen EZB & Freunde ihre ehrenwerte Kundschaft
mit
100 und dann noch mal 60 und noch mal x plus 40 Milliarden Euros, mit
verbilligten Dollars und mit jeder Menge Yens. Die sammeln sie von
niemandem ein, weder vorher noch hinterher: Die stiften sie. Und
brauchen dafür, wie die zuständigen
Experten ihrem auf staatliche
Sparsamkeit und knappe öffentliche Kassen eingeschworenen
Publikum
fachkundig erklären, weder Steuern zu
erhöhen noch Geldvorräte zu
beschlagnahmen - und noch nicht einmal die Gelddruckmaschinen
anzuwerfen: Um der bei ihnen akkreditierten Bankenwelt jede Summe
gutzuschreiben, für die deren Mitglieder Bedarf anmelden
und um die
4 % Zinsen zu zahlen bereit sind, reicht den autonomen Zentralbanken
ihre gesetzliche Befugnis. Mit der Gewalt,
die die Staaten ihnen
verleihen, ersetzen sie das
Geld stiftende Vertrauen, das
den
hyperaktiven Finanzkapitalisten abhandengekommen ist. Aus dem Teil
staatlicher Souveränität, der ihnen übertragen ist,
verfertigen sie
schlagkräftige Kreditmittel. Und das tun sie so lange,
bis ihr
Gewaltakt dem allgemeinen Misstrauen ein Ende macht und neues
Vertrauen stiftet. So retten die in ihrer Sorge um einen
funktionierenden Weltkapitalismus vereinigten
Großmächte zwar nicht
die kaputt gegangenen Vermögenstitel und Kredite - und
schon gar nicht
die mit ein paar Tausendern bereits überschuldeten
Häuslebauer in
Amerika -, dafür aber das System,
das solche
Vermögenstitel schafft
und kaputt macht und das materielle Überleben der Menschheit
mittelbar
und äußerst effektiv von den Konjunkturen seiner
Finanzindustrie
abhängig macht. Mit ihrer Rettungstat
ermächtigen sie diese seltsame
Industrie auch dazu, selber zu entscheiden, wann sie wieder Zutrauen
zu sich selber fasst, wie viel Vermögen sie vorher noch zu
annullieren
beliebt, wen sie erst noch alles in Geldverlegenheit bringt und unter
welchen Bedingungen sie die Produktion von "Securities" wieder
anlaufen lässt. Denn das steht fest, auch wenn der
"gesunde
Menschenverstand" etlicher Experten erst einmal
kopfschüttelnd
danebensteht und sich fragt, ob das Kreditgewerbe wohl diesmal
dazugelernt hat, aus Erfahrung klug geworden ist und ein Wachstum ohne
Übertreibung und Blasenbildung hinkriegt: Eine andere
Lösung für so
eine Kreditkrise gibt es schlechterdings nicht als die, alles wieder
von vorn losgehen zu lassen.(18)
Hinzu kommen selbstverständlich lauter gute
Ratschläge, Vorsätze und
Forderungen, es ganz bestimmt nie wieder so weit kommen zu lassen;
Vorsätze, die womöglich sogar zu
gesetzlichen Vorschriften über
Transparenz und Kontrolle, zumindest eine effektive Selbstkontrolle
des Systems geraten.(19)
Denn die Spekulation geben
weder die
politischen Herren der Weltwirtschaft noch die praktizierenden Herren
des globalen Geldgeschäfts, weder die akademischen
Fachleute noch die
am Jahresgewinn beteiligten Broker jemals auf; die erwacht im
Gegenteil mit jeder Krise frisch und neu: Das müsste
doch zu machen
sein, dass man das Spekulative am Spekulieren wegkontrolliert
kriegt.(20) Im
Zeichen dieser spekulativen Erwartung geht das
Finanzkapital seit jeher über seine selbstfabrizierten
Leichen in
seinen nächsten selbstfabrizierten Konjunkturzyklus
hinein.
Anmerkungen:
1) Die Krise, die mit Notwendigkeit
aus der Tatsache
folgt, dass "die
Bedingungen der unmittelbaren Exploitation und die ihrer Realisation
... nicht identisch" sind, vielmehr "nicht nur nach Zeit und Ort,
sondern auch begrifflich auseinander" fallen (Karl Marx, Das
Kapital,
Bd. 3, MEW 25, S. 254), ist hier nicht
Thema. Was sich im Sommer
dieses Jahres an den Weltfinanzmärkten abspielt, ist
eine Irritation
des Geldkapitals, die allein aus dessen vermögenswirksamer
Beschäftigung mit sich selbst folgt, darauf allerdings
nicht ganz
beschränkt bleibt.
2) Das ist einfach zu haben. Moderne
Banker
verfügen über verschiedene
Methoden, solche Überschüsse zu kassieren. Die
schlichteste geht so:
Sie behalten einen Teil der Zinsen selber ein - ein halbes Prozent hat
sich angeblich für viele Transaktionen
eingebürgert. Man kann aber
auch Kredite verschiedener Bonität mit entsprechend
divergierenden
Zinssätzen bündeln und zusehen, dass man
die größeren Risiken
"verkauft", aber nicht die größere Rendite. Und
inzwischen können
erfahrene Manager sicher noch viel, viel mehr. Auf jeden Fall trennt
sich auf die eine oder andere Weise schon am Beginn dieser Sorte
Geschäft - bei dessen Fortgang dann immer mehr - der
für die
verbrieften Forderungen erzielte Preis von der
ursprünglich
ausgeliehenen Geldsumme.
3) Auskenner bezeichnen diese Art
der Bereicherung
kaltlächelnd als
"Wertschöpfung" und informieren das Publikum aus gegebenem
Anlass gern über das quantitative Verhältnis zwischen
altmodischen Zinsgewinnen
und den Erträgen eines modernen Investment-Banking:
"Der Verkauf von Hypotheken (gedacht
ist hier wohl ans Geldverleihen
mit Absicherung durch Hypotheken) ist jedoch nur ein kleiner Teil der
Wertschöpfungskette. Mehr Geld verdienen die Banken mit
dem Handel
oder der Verbriefung von Darlehen." (HB, 24.8.)
4) Zur Erinnerung: Eine Bank darf das; und sie vermag
das kraft ihrer
Verfügung über das Geld der Gesellschaft.
Sie hat die Lizenz und die
Macht, einen zukünftigen, erwarteten, noch gar nicht
eingetretenen
Wertzuwachs als vorhandenes Vermögen zu deklarieren und
diese Fiktion
praktisch so einzusetzen, dass sie sich als wirklicher Wert
bewährt,
nämlich Macht über alles
Käufliche gibt. Der verbriefte
Hypothekenkredit ist eine Variante, diese Potenz zu spekulativer
Wertschöpfung zu betätigen. Das
"Innovative" daran, über das die Welt
aus gegebenem Anlass staunt, ist eher langweilig, erweist sich aber
derzeit als brisant und ist deswegen hier Thema.
5) In einem 10 Jahre alten
Monatsbericht setzt die
Deutsche Bundesbank
ihr Publikum über eine damals neue Errungenschaft des
angelsächsischen
Kreditgewerbes in Kenntnis:
"Bei einer
Asset-Backed-Securities-Transaktion
veräußert ein
Kreditinstitut Teile seines Forderungsbestandes an eine eigens
für
eine bestimmte oder eine Mehrzahl solcher Transaktionen
gegründete
Gesellschaft, die sich ihrerseits durch die Emission von Wertpapieren,
den Asset-Backed-Securities (ABS), refinanziert." (Monatsbericht
Juli
1997)
6) Die Zinsen, die von redlichen
Schuldnern auf die
ursprünglich
ausgeliehenen Geldsummen gezahlt werden und nunmehr an die
"Zweckgeseilschaft" fließen, sind dafür
jedenfalls nur ein Instrument.
Entscheidend ist die "Strategie", die die Fonds-Manager sich
zurechtlegen. Sehr beliebt scheint z.B. der Kunstgriff zu sein,
langfristig laufende Wertpapiere mit relativ hoher Verzinsung zu
kaufen, die eigenen Finanztitel dagegen auf wenige Wochen zu befristen
und mit einem entsprechend geringeren, im Vergleich mit anderen
"Kurzläufern" aber doch lohnenden Renditeversprechen
auszustatten.
Freilich hängt deren Wert dann völlig davon
ab, dass die ausgenutzte
Zinsdifferenz erhalten bleibt - und dass sich zum Verfallstermin alle
paar Wochen auch wieder genügend Interessenten
für die nächste Tranche
kurzfristiger Schuldverschreibungen des Fonds einfinden. Dass beides
nicht planmäßig eingetreten ist, ist dem
einschlägig engagierten Fonds
der ehrenwerten deutschen "Mittelstandsbank" IKB, "Rhineland Funding",
zum Verhängnis geworden. Der Reporter vom Handelsblatt
erzählt:
"Rhineland Funding finanziert die
Kredite an Unternehmen und
Baufirmen, die man ins Portfolio nimmt, (das sind die relativ hoch
verzinsten langfristigen Forderungen, die in dem Fall als "Assets"
fungieren) über kurzfristige Schuldverschreibungen - und
die werden am
Markt gern gekauft. So wächst das Portfolio von
Rhineland Funding auf
fast 13 Milliarden Euro - und jährlich fließen
Beratungshonorare in
zweistelliger Millionenhöhe an die IKB. Ein tolles
Geschäft. Bis die
Angst kommt ... Plötzlich läuft auch
Rhineland Funding Gefahr, für die
nächste Tranche seiner Schuldverschreibungen keine
Käufer zu finden"
und das Verhängnis nimmt seinen Lauf ... (HB, 6.8.)
Und das nicht nur bei der IKB: "In
der vergangenen Woche konnten nach
Angaben eines Investmentbankers weltweit etwa drei Viertel der
kurzfristigen Refinanzierungspapiere, Commercial Papers (CPs) genannt,
nicht weiter finanziert werden. Wegen solcher Papiere, die meist eine
Laufzeit von 30 Tagen haben, ist auch die SachsenLB in Schieflage
geraten." (HB, 22.8.)
7) In der Sphäre kann man also
ganz
leicht "Äpfel mit
Birnen
vergleichen".
8) "Die
forderungsunterlegten Papiere werden nicht an
der Börse
gehandelt. Händler der verschiedenen Banken stellen An-
und
Verkaufspreise üblicherweise am Telefon." (HB, 10.8.)
9) "Allein
im 1. Halbjahr 2007 kamen solche Papiere
(nämlich ABS in
diversen Varianten) im Wert von 1,4
Bill. US-Dollar auf den Markt."
(HB, 12.7.)
10) Sehr hübsch in dem
Zusammenhang
das Argument, mit
dem die Rating-Agentur Fitch sich gegen den Vorwurf wehrt, sie
hätte
Investoren mit
ihren guten Bewertungen von ABS in die Irre geführt,
weil die davon
ausgegangen seien, dass sehr gut bewertete derartige Papiere
"handelbar und liquide seien": "Die
Ratings sagten lediglich etwas über die Bonität - also die
Ausfallgefahr
- aus, nichts über die
Handelbarkeit, betont Fitch in einer Studie." (HB, 10.8.) Wer
Wertpapiere liquidiert, das ist doch klar, der vernichtet ihren Wert;
ganz gleich, ob der zugrunde liegende Kredit noch ehrlich bedient
wird.
11) Über diesen Effekt
berichtet die
seriöse Presse
ganz unbefangen.
Z.B. so: "Die französische
Großbank BNP Paribas
hat am Donnerstag die
Märkte mit der Nachricht geschockt, dass der
Vermögensverwalter der
Gruppe drei Fonds im Wert von 1,6 Mrd. Euro schließt. Als Grund
nannte
die Großbank 'das Verschwinden jeglicher Transaktionen in
einigen
Marktsegmenten' für verbriefte Kredite und damit die
'quasi totale
Illiquidität'. Damit wird die Reihe der Fonds, die wegen
eines
ausgetrockneten Marktes nicht mehr funktionsfähig sind,
immer länger
... Die Krise schlägt bereits auf die allgemeine
Stimmung durch.
Gestern machten Spekulationen über
Mittelabzüge in Höhe von 500 Mill.
Euro beim derzeit 2,7 Mrd. Euro schweren 'DWS ABS Fonds' die Runde ...
Die französische Großbank betonte, dass die Fonds
keinen
Zahlungsausfall oder keine Rating-Abstufung zu beklagen
hätten. 'Die
Schuldner der verbrieften Kredite leisten ihre Zinszahlungen,' sagte
der Sprecher. Daher sehen die Franzosen das totale Fernbleiben von
Käufern dieser Papiere als eine übertriebene Panikreaktion
an. Das
Volumen der drei Fonds habe am 27. Juli noch rund zwei Mrd. Euro
betragen und ist damit bisher um rund 0,4 Mrd. Euro geschmolzen...
Vertreter von Union Investment gaben für den 'ABS
Invest' Abzüge von
100 Mill. Euro auf jetzt 954 Mill. Euro bekannt. Bei Frankfurt-Trust
zogen Großanleger 80 Mill. Euro ab, so dass noch 160 Mill. Euro
verblieben ... Die Produktanbieter können Fonds
schließen, wenn die
Kapitalmärkte für die erworbenen
Positionen keine fairen
Preisfeststellungen mehr ermöglichen. Davon haben die
Anbieter
Gebrauch gemacht ... 'Aktuell werden von den meisten Banken, wenn
überhaupt, nur noch Abwehrkurse gestellt'" (HB.10.8.)
Den Reportern von der vordersten Kreditfront ist anscheinend gar nicht
klar oder es macht ihnen nichts aus, dass sie hier aus dem Innenleben
einer Art von Schneeball-System
berichten.
12) Andere Fonds "wetten"
umgekehrt auf Pleiten: Sie
setzen Geld, das
sie nicht haben, auf Papiere, für deren Wertverlust die
Hedgefonds
zahlen müssen, rechnen das Geld, das sie dann kriegen
würden, in einen
Kapitalertrag um, auf den sie eigene Wertpapiere ausgeben - und
erwirtschaften damit derzeit schöne Gewinne:
"Wetten auf weitere Verluste bei
Subprime-Hypotheken in den USA
bescherten dem Credit Opportunities Fund der New Vorker
Hedge-Fondsgesellschaft Paulson ... für die ersten
sieben Monate
dieses Jahres ein Plus von 303 Prozent. Der von Dallas aus gemanagte
Subprime Credit Strategies Fund von Hayman Capital Partners verbuchte
sogar Gewinne von 305 Prozent." (HB, 9.8.)
13) In der Regel werden die ersten
3 % Wertverlust
allein den Papieren
dieser Tranche aufgebürdet.
14) Ein Musterbeispiel für
diese Art
der Absicherung
ist "Der drohende
Untergang der IKB Deutsche Industriebank", unter dem
rührenden Titel
"Eine kleine Bank in der großen
Welt" von der Frankfurter
Allgemeinen
nacherzählt: Die hat, wie schon erwähnt,
"über Strohmänner eine
amerikanische Stiftung mit Namen 'Rhineland Funding'
gegründet, die
selbst nur ein Eigenkapital von 500 Dollar(!) hat ... Der Ertrag, den
die 'Rhineland Funding' aus ihren Geschäften erzielte
(welche das
waren, dazu Fußnote 6), wurde an die IKB über
Beratungsgebühren - und
damit als eine Art versteckte Gewinnausschüttung -
weitergeleitet ...
Im Gegenzug musste sie der 'Rhineland' freilich eine
Liquiditätsgarantie gewähren. Angesichts
der Krise auf den
Kreditmärkten (dem Fonds wurden, wie schon berichtet,
seine kurz
laufenden ABS und CDOs, nicht mehr abgenommen) wurde diese Linie in
Anspruch genommen - was die IKB in eine Schieflage brachte"
(FAZ,
3.8.) - kein Wunder, schließlich hatte sie für
"Securities" in Höhe
von 13 Mrd. Euro geradezustehen, was die Börse prompt mit
einem
Wertverlust ihrer Aktien quittierte.
15) Das heißt keineswegs,
dass damit auch das
Geschäft mit solchen
Papieren aufhört. Wenn deren Wert kaputt ist, geht es
gleich wieder
los:
"Marathon Asset Management, ein
weiterer Hedge-Fonds, will einen Fonds
auflegen, um stark abgewertete Hypothekenanleihen aufzukaufen. Mit
kräftigen Preisabschlägen
natürlich." (HB, 1.8.)
16) "Nach den Turbulenzen an den
Kreditmärkten stehen
die Anleger vor
allem Übernahmefinanzierungen von Beteiligungsgesellschaften
kritisch
gegenüber, die ihre Zukäufe mit bis zu 80
Prozent fremdfinanzieren."
(HB, 3.8.) "Die Anspannung auf den
Kreditmärkten
spüren auch
Unternehmen außerhalb des Immobiliensektors und der
Bauwirtschaft,
darunter der amerikanische Automobilhersteller Chrysler. Auf Anraten
von Konsortialführer J. P. Morgan wurde eine
Anleiheemission im
Volumen von 12 Milliarden Dollar aufgrund des
ungünstigen
Marktumfeldes verschoben. Der Zeitpunkt, Investoren zum Kauf der
Schuldtitel zu bewegen, sei schlecht". (FAZ, 30.7.) "Nach
Schätzungen
von Thomson Financial sind zugesagte Übernahmekredite im Wert
von 300
Milliarden Dollar noch nicht am Markt platziert. Das Risiko: Bleiben
die Banken bis zum Jahresende darauf sitzen, würden sie
vor der
Finanzierung weiterer Übernahmen
zurückschrecken." (FAZ, 3.8.) Wer
bietet mehr? "Folge der
US-Immobilienkrise: Weltweit sind Kredite über
470 Milliarden Dollar für Übernahmen blockiert."
(HB, 6.8.)
17) Die Armut amerikanischer
Kreditkunden wird in
deutschen Gazetten
gerne besichtigt; noch nicht einmal immer im Ton des Vorwurfs an die
Betroffenen, sondern gerne auch in dem des Mitleids mit Leuten, die
dazu verführt worden sind, "über ihre
Verhältnisse zu leben". Dass
vielleicht das Kreditgewerbe über die
Verhältnisse der Gesellschaft
lebt, mit deren Schulden es seine Selbstvermehrung "unterlegt", so
einen Gedanken traut sich nicht einmal das linksliberale
Weltblättchen
aus Frankfurt. Die Frankfurter Rundschau überschreibt
ihr
einschlägiges Sittengemälde mit der
Zeile: "Unter der Hypothekenkrise
leidet vor allem Amerikas Unterschicht - sie(!) gibt seit Jahren mehr
Geld aus, als sie verdienen kann." (FR, 30.8.) Wenn das die
Wahrheit
wäre: Was wäre daran schlimm?
18) Wäre die
"Lösung" in
Reichweite, gleich mit dem
Grund solcher
Krisen Schluss zu machen, dann wäre es freilich auch mit
den
Freiheiten der Kredit-Mafia zu derart luxuriösen
Geldvermehrungsmanövern nicht mehr weit her.
19) Den eindeutig schönsten
und
zielführendsten Tipp
hat "der ökonomische
Gastkommentar" des Handelsblatts vom 9.8.
parat:
"Was ist zu tun? Als Erstes sind bei
der BaFin (der
Bundesbehörde zur Überwachung des Finanzwesens) und bei der
Deutschen Bundesbank
Neueinstellungen auf Basis außertariflicher
Gehälter notwendig.
Außerdem ist bei der BaFin ein externer wissenschaftlicher
Arbeitskreis zu Aufsichtsfragen einzurichten, damit sie ihre Kompetenz
stärkt; ..."
Autor dieses wegweisenden Vorschlags ist Herr Paul J.J. Welfens,
Präsident des Europäischen Instituts
für Internationale
Wirtschaftsbeziehungen an der Uni Wuppertal.
20) Die Schlauesten aus dem Lager
der Helden der
marktwirtschaftlichen
Freiheit, die Tag und Nacht darauf aufpassen, dass "die Wirtschaft in
der Wirtschaft stattfindet" und der Staat sich
'raushält, verraten
zwar auch nicht, wie das
gehen könnte, wissen aber genau,
wer dieses
Kunststück zu vollbringen hat, nämlich
die Machthaber an der Spitze
der wichtigen Notenbanken. Und einer der Allerschlauesten, N. Piper
vom Wirtschaftsteil der Süddeutschen Zeitung, steht
nicht an, dem Chef
aller Chefs die Erfüllung seines Wahns von einer
garantiert
erfolgreichen Steuerung des freien Spekulierens abzuverlangen und sich
als Oberlehrer in Positur zu setzen, der dem Mann in Amerika die
Hausaufgaben diktiert:
"Findet Bernanke seinen Weg ..., kann
er aus dem Schatten seines
Vorgängers Alan Greenspan heraustreten. Greenspan hatte
mehrere
Finanzkrisen gemeistert - vom Aktiencrash 1987 über die
Russlandkrise
1998 bis zur Panik nach den Terroranschlägen vom 11.
September 2001,
indem er die Zinsen senkte und die Märkte reichlich mit
Liquidität
versorgte. Gleichzeitig ermutigte er aber besonders nach 1998 und 2001
die Spekulation mit billigem Geld und war so mitverantwortlich
für die
Exzesse dieser Jahre. Bernanke muss nun zeigen, dass das eine, die
Verhinderung einer Systemkrise, ohne das andere, Beginn einer neuen
Spekulationsblase, zu haben ist." (SZ, 1.9.)
Sonst kriegt er aus München aber ganz ganz schlechte
Noten.