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GegenStandpunkt 2-07
Zu den Protesten gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm:
Radikale Anklagen, bescheidene Alternativen, verwegene Anträge:
Antiimperialismus heute
und wie der Rechtsstaat damit umspringt
Der Gegenstandpunkt nimmt die Proteste gegen den G8-Gipfel zum Anlass für eine grundsätzliche Kritik der falschen Kritik am Treiben der weltmächtigen Agenturen der globalen Konkurrenz um und mit Geld und Gewalt. Die Globalisierungsgegner treten gegen das demonstrative Gipfeltreffen der Chefs der Weltmarkt und Weltpolitik bestimmenden Nationen mit radikalen Anklagen an: Armut, Elend, Krieg, Umweltzerstörung legen sie ihnen zur Last – um dann – mehr oder weniger anklagend bzw. bei den ‚Verantwortlichen‘ einklagend zu verkünden, dass "es" auch anders geht, und nach einer besseren Politik zu verlangen. So als wäre gar nicht weiter viel dabei ein ganzes mit der Geldmacht des weltweit agierenden Kapitals gestiftetes und ihr dienendes Weltwirtschaftsgetriebe und eine mit Gewalt und Krieg ausgetragene ‚Weltordnung‘skonkurrenz aus den Angeln zu heben. Das ist ein fataler Fehler. Denn genau daran, ob der Protest dem System des Welthandels gilt oder bloß vermuteten Ungerechtigkeiten, ob man zu den Prinzipien des kapitalistischen Menschenverschleißes und Naturverbrauchs Nein! Sagt oder bloß zu behaupteten Übertreibungen und Verirrungen, ob man in der gültigen ‚Weltordnung‘ den Grund für Gewalt und Krieg erkennt oder ein Problemfeld, das für bessere ‚Lösungen‘, möglichst ohne Krieg und Armut, offen ist: genau daran entscheidet sich, ob man der "von der Dominanz der G8-geprägten Welt" ihre Grobheiten und Gemeinheiten als letztlich unpassende und überflüssige Verfehlungen vorhält, also im Prinzip um Einverständnis bemüht ist, oder ob man dieser Weltordnung mit ihren systematischen Notwendigkeiten das Verständnis aufkündigt.
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© GegenStandpunkt Verlag 2007