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GegenStandpunkt 4-04



Sanierungsprogramme bei Opel, VW, Karstadt:

Aufruhr bei Opel/Bochum, Warnstreiks bei VW ...

Es gibt noch Betriebsbelegschaften in Deutschland, die sich nicht alles bieten lassen. In manchen VW-Werken, vor allem aber bei Opel/Bochum werden glatt so etwas wie wilde Streiks gegen die angekündigten Sanierungen organisiert. Betroffene Arbeiter merken, dass sie dem Unternehmen schaden können und dass sie das auch tun müssen, um bei dessen Rechnungen nicht völlig unter die Räder zu kommen. Mit ihren Einspar-Beschlüssen eröffnet die Kapitalseite einen Kampf gegen die Interessen der Beschäftigten – die eröffnen ihrerseits eine Front gegen das Unternehmen. Allerdings: Wogegen?, Wofür? Und nicht zuletzt: Wie? Protest wird laut wegen der Opfer, die sie für die Rettung ihres Betriebs, fürs Wiedererlangen "schwarzer Zahlen" oder auch nur fürs Halten derselben erbringen sollen; allerdings weniger gegen sie: Er richtet sich vor allem gegen das "Missmanagement" der "Nieten in Nadelstreifen", die es zur "Schieflage" ihrer Firmen haben kommen lassen. Und das kämpferische Begehren der Opfer richtet sich darauf, dass gute Manager die "Rettung von Arbeitsplätzen" besorgen sollen. Die führen prompt vor, wie das geht und was das heißt – Unternehmensstandorte Sanieren! ...

Der GegenStandpunkt handelt in zwei Artikeln davon, inwiefern der Vorwurf des Missmanagments fatal und warum der Kampf um Arbeitsplätze ein Fehler ist.

Die Weltmacht will die Welt verbessern

"Demokratie, Marktwirtschaft, Menschen- und Frauenrechte" für ‚Middle East’; "Freiheitsliebe, Herrschaft des Rechts und freier Handel" für Lateinamerika!

Mit Projekten, die unter so hochtönenden Titeln daherkommen, beglücken US-Präsidenten seit jeher, und die aktuell regierenden anti-terroristischen Weltverbesserer schon gleich, gerne die verschiedensten Problemzonen auf dem Globus. Je gewaltsamer und je durchgreifender sie auswärts ans Werk gehen, desto nachdrücklicher bekennen US-Regierungen sich zu dem Ziel, die Freiheit zu sichern, die Herrschaft des Rechts durchzusetzen und überhaupt die Welt zu einem ’better place’ zu machen.

Und zwar vor allem und besonders gründlich da, wo sie die gröbsten Mängel entdecken: Die arabisch-islamische Staatenwelt zwischen Marokko und Afghanistan ist aus amerikanischer Sicht dadurch definiert, dass in ihr ein aktionsfähiger militanter Antiamerikanismus zu Hause ist; dagegen geht die US-Regierung vor. Mit militärischer Gewalt, wo nötig; darüber hinaus mit einer umfassenden Reform-Offensive, die auf den Transfer marktwirtschaftlicher Tugenden, demokratischer Sitten und bürgerlicher Rechtsgrundsätze in diese Problemregion zielt. Mit ihrer ’Middle East Partnership Initiative’ (MEPI) und etlichen zusätzlichen bi- und multilateralen Reformprogrammen für die arabisch-islamische Staatenwelt nimmt sich die aktuelle US-Regierung da mal wieder etwas Besonderes vor.

Aber auch mit den Ländern Lateinamerikas sind die Vereinigten Staaten prinzipiell unzufrieden. Statt wunschgemäß zu funktionieren, machen manche Staaten bankrott; andere oder sogar dieselben geben sich widerspenstig; das Elend treibt Wirtschaftsflüchtlinge über den Zaun an der Südgrenze der USA; illegitime Kräfte verdienen mit Rauschgift am "American Dream"; schwache Regierungen stellen im Zeitalter des globalen "Kriegs gegen den Terrorismus" ein untragbares Sicherheitsrisiko dar. Außerdem mischen sich Europäer und Ostasiaten ungebeten und über Gebühr ein. Und das alles in einer – der – angestammten Hemisphäre der USA. Also macht sich Washington daran, diesen Besitzstand eigener Art gegen jede Gefährdung zu verteidigen und gegen jede Infragestellung abzusichern. Dementsprechend geht es dort zu Werk.

Der GegenStandpunkt analysiert

Die Weltordnungsmissionen der USA
im Nahen Osten und in Lateinamerika

Ferner:

Sozialreformen in Russland:
Die Arbeit daran, aus den Trümmern der Sowjetunion ein Klassenverhältnis zu verfertigen

Jassir Arafat †:
Die Symbolfigur der "palästinensischen Sache" und ihr symbolträchtiger Abgang


© GegenStandpunkt Verlag 2004