Titel.pdf | Plakat.pdf | Werbetext.rtf | Werbetext.pdf | Inhalt.pdf | Inhalt.txt

GegenStandpunkt 3-02

Krise und Kriegswirtschaft in den USA

Erst geht ein großer Energiehandels-Spekulant und dann gleich die Hälfte und mehr der stolzen ‚New Economy' Amerikas pleite. Die ‚Talfahrt der Börsenkurse' findet kein Ende. Das ‚Konsumentenvertrauen' lässt zu wünschen übrig. Dem Staatshaushalt brechen die Steuereinnahmen weg... Wenn das alles zusammenkommt, dann sind nicht bloß ein paar Wirtschaftsgangster beim Betrügen erwischt worden, dann herrscht in der US-Wirtschaft Krise. Zu dieser nationalen Krisenlage stellt sich die US Regierung, wie es sich für die Weltwirtschafts-Supermacht gehört. An den US-Börsen mögen Geldvermögen im Umfang der Staatshaushalte minderer Nationen zerstört werden - der zuständige Präsident verkündet: ‚Unser Kapitalismus ist stark!' In diesem Geist macht er sich für das amerikanische Geschäft daheim sowie in aller und gegen alle Welt stark.

Aber wenn es das bloß wäre. Die US-Regierung betreibt zugleich eine Mobilmachung ganz anderer Art, ihren ‚Kampf gegen den Terrorismus'. Für dieses Kriegsprogramm mobilisiert die Weltmacht ihre Wirtschaftsmacht daheim und auswärts. Der Reichtum der amerikanischen Nation, die den ganzen Globus als ihre Reichtumsquelle nutzt, hat - Wirtschaftskrise hin oder her - die Mittel für globale kriegerische Weltaufsicht herzugeben. Mit diesem Beschluss macht Amerika den Übergang zu einer Welt-Kriegswirtschaft neuen Typs. Ihren Antiterrorkrieg, der lauter Schadensfälle produziert, Geldquellen lahm legt und die Basis amerikanischer Finanzmacht schmälert, offeriert die US-Regierung der herrschenden Klasse der Industriebosse, Aktienspekulanten und Staatsschuldenhändler als neue Geldquelle. Amerikas ausgreifender Gewaltbedarf als neue Geschäftsgrundlage, das verändert die Konditionen des Weltmarkts und die Konkurrenz der am Weltgeschäft beteiligten Staaten ziemlich gründlich.

Der GegenStandpunkt klärt auf über Amerikas Krisenpolitik, über die Fortschritt vom Rüstungsbudget zum Kriegshaushalt, über die Eigenart und die Widersprüche der neuen amerikanischen Weltkriegsökonomie - kurz: über das Verhältnis von Gewalt und Geschäft, wie es Amerika gegenwärtig definiert und praktiziert.

Japans politische Krisenökonomie

Beobachter konstatieren, dass im Unterschied zu Europa und den USA in der zweitgrößten kapitalistischen Nationalökonomie eine dauerhafte ‚Deflation' die Wirtschaft ‚lähmt', dass die japanischen Banken nun schon seit 10 Jahren auf Bergen fauler Kredite sitzen, dass das Land in eine Dauerrezession verfallen ist, von der es sich nicht erholt, dass der Staat Aber- und Abermilliarden an Staatskredit zur Aufrechterhaltung des Kreditwesens und zur Ankurbelung der Konjunktur mobilisiert hat - ohne dass das Wachstum zustande kommt, dass die Kreditberge wieder gut und die Unternehmen wieder kreditwürdig macht. Und sie wundern sich, dass gleichwohl der oberste Geldhüter des Landes mit seinem Kredit international nicht infrage gestellt wird. Dessen Finanzmacht verhindert offensichtlich seit 10 Jahren erfolgreich den fälligen Offenbarungseid. Der GegenStandpunkt erklärt, wie und mit welchen Konsequenzen die Weltfinanzmacht Japan ihr Geld rettet.

Der ‚große Wurf' der Hartz-Kommission

Wer nicht arbeitet, verdient auch keinen Lebensunterhalt. Dieses Dogma gilt auch angesichts von 4 Millionen Arbeitslosen - wenn also offensichtlich immer weniger Leute gebraucht werden, um vermehrten Reichtum zu schaffen. Um so mehr widmet sich die Allgemeinheit der Suche nach Rezepten, wie den Arbeitslosen trotzdem wieder eine Erwerbsarbeit verschafft werden kann. Die Regierung beauftragt sogar eine Arbeitsgruppe, ihre Phantasie walten zu lassen und ‚unkonventionelle', bislang unerhörte ‚innovative' Vorschläge zur Bewältigung des ‚Arbeitslosenproblems' zu entwickeln. Die tut das auch und wartet mit einer Liste von Maßnahmen auf, mit denen, wie es offiziell heißt, "der Druck auf die Arbeitslosen verschärft" werden soll: Man kommt ihnen mit neuen Zumutungen und Schikanen, die ihre materielle Lage verschlechtern. Und seltsam: Das geht unwidersprochen als Dienst an den Arbeitslosen durch. Mit der gültigen Problemfassung: Was lässt sich dafür tun, dass die Arbeitslosen Beschäftigung bekommen? sind die Gemeinheiten offensichtlich vorprogrammiert. Es geht nämlich darum, die brachgelegte Arbeitskraft für deren potentielle Anwender zu einem attraktiveren Angebot zu machen. Was der Kommission dazu alles eingefallen ist und wie sie damit ankommt, das behandelt der Artikel: Das neue Arbeitsamt: vermarkten statt vermitteln.