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GEGENSTANDPUNKT 2-02

Deutsche Bürger sind inzwischen daran gewöhnt worden, dass die Zeiten deutscher ‚Scheckbuchdiplomatie', der ‚friedlichen Eroberung von Weltmarktpositionen' und der ‚sozialstaatlichen Errungenschaften' vorbei sind. Was die internationale Konkurrenz angeht, so dreht die sich - soviel ist mit und ohne Joschka Fischers Reden über Deutschlands Verantwortung klar - heute vornehmlich um Weltordnungsfragen, also um Krieg, und zwar im globalen Maßstab, dem der USA. Die haben sich nämlich - nicht erst mit dem 11. September dazu entschlossen, einen dauerhaften Kampf gegen die ‚Feinde Amerikas' zu eröffnen. Dazu haben sie

Eine neue amerikanische Militärstrategie

erlassen, die Auskunft gibt über das Programm amerikanischer Weltpolitik, über seine Mittel - überlegene militärische Gewalt einschließlich einer neuen Atomwaffenstrategie -, seine Zwecke - das Monopol in Sachen Weltkontrolle -, die aktuellen und potentiellen Feinde und die neue Rolle, die den ‚Partner' Amerikas zugedacht ist - keine mitbestimmende jedenfalls. Diese Herausforderung lässt Deutschland und Europa nicht ruhen. Wenn Amerika gewaltsames Weltordnen auf die Tagesordnung setzt, dann müssen ‚wir' militärisch dabei sein. Und sind es inzwischen auch an den verschiedenen Schauplätzen. Freilich in einer Art und Weise, die deutsche Politiker mit ihrer ‚gewachsenen internationalen Verantwortung' überhaupt nicht zufrieden stellt. In den Einsätzen der Bundeswehr und der nationalen Debatte schlagen sie sich prompt nieder, die

Drangsale des deutschen Militarismus

Ganz ins Recht gesetzt und zu neuen Ordnungstaten ermächtigt sieht sich dagegen ein anderer Staat: Israel. Seinem Anliegen nach einer Erledigung des ‚Palästinenserproblems' dient

Israels von den USA linzenzierter Antiterrorkrieg

Eine überlegene Staatsgewalt, die gründlich aufräumt mit konkurrierenden palästinensischen Ambitionen - das ist die israelische Lehre aus den jüdischen Opfer des Faschismus. Und dazu bekennen sich auch Linke hierzulande, wie die Schreiber von ‚konkret', für die sich die ganze Welt von Imperialismus und Ausbeutung auf ein einziges moralisches Gebot für eine gar nicht existente Linke zusammenzieht: Keine Kritik an Israel!

‚Konkret im Krieg'

Auch dort, wo eine ‚zu spät gekommene' Nation sich endgültig in den Weltmarkt mit seinen Institutionen einordnet, steht anderes und mehr zur Debatte als die Beförderung friedlichen Handels: Der Wille zum Umsturz bestehender Weltmarkt- und Machtverhältnisse auf der einen, das Interesse an deren Zementierung und Ausbau auf der anderen Seite. Also handelt es sich schon wieder um einen gewichtigen Fall globaler Konkurrenz bei

Chinas Beitritt zur WTO - Noch ein ‚großer Sprung nach vorn'.

Was die Konkurrenz der Kapitale angeht, so machen Unternehmer wie Politiker keinen Hehl daraus, dass ‚Modernisierung', ‚Beschäftigungsförderung', Standortsicherung' gleichbedeutend ist mit der rücksichtslosen Durchsetzung von immer neuen Standards von ‚Rentabilität' des Geschäfts'. Erfolgreiche Unternehmen befördern mit ihren ‚modernen Unternehmensstrategien' von ‚lean management', ‚just in time'- und anderen Fortschritten betrieblicher Organisation systematisch die Methoden kapitalistischer Ausbeutung:

Rationalisierung und Lohn 2002

Mit entsprechenden Anforderungen an ihr lebendiges Betriebsinventar betreiben Unternehmen systematische Ertragsteigerung, so dass modernes Fabrikmanagement zusammenfällt mit lauter Eingriffen in und Angriffen auf die bisherigen Arbeits- und Lohnverhältnisse:

Standortsicherung beim Autobauer Opel

Den Ergebnissen erfolgreicher Rationalisierungsoffensiven und von Konkurrenzsiegen wie Niederlagen - dem Arbeitslosenheer - widmet sich dann die staatliche Politik mit dem selbstkritischen Standpunkt, sie habe mit ihrer Bundesanstalt den Arbeitslosen eine Einrichtung in ihrem Arbeitslosendasein ermöglicht und damit einen ordentlich funktionierenden Arbeitsmarkt verhindert. Die Konsequenzen für die sozialstaatlich Betreuten Fälle und die gesamte Arbeiterklasse können sich sehen lassen:

Marktkonforme Arbeitsmarktpolitik - Vermitteln statt verwalten!